Eintracht-Profi übt schwere Vorwürfe gegen Napoli

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Jonathan de Guzman ist bei Eintracht Frankfurt unter Adi Hütter einer der absoluten Leistungsträger.

Der 31-jährige Niederländer hat wesentlichen Anteil am jüngsten Erfolgslauf der Hessen, doch vor wenigen Jahren hätte seine Karriere abrupt zu Ende sein können.

Nach einer starken WM 2014 wechselte er von Villarreal zu SSC Napoli. Es begann vielversprechend, doch nach einem halben Jahr verspürte de Guzman Schmerzen im Bauch.

Napoli-Klubarzt Alfonso De Nicola konnte keine Diagnose stellen, verordnete dem Mittelfeldspieler eine Diät. "Aber der Schmerz kam immer wieder", erklärt de Guzman in der Tageszeitung "De Volkskrant".

Gerne hätte er sich daher eine zweite Meinung eingeholt, doch "das hat der Verein nicht erlaubt. De Nicola hatte die Macht."

"Sie dachten, ich hätte es mir ausgedacht"

Obwohl sich die gesundheitliche Sitaution des Spielers nicht verbesserte, erklärte ihn Napoli für fit. Er sollte sich in der Saison 2015/16 ins Team zurückkämpfen. Die Schmerzen machten das aber nicht möglich.

"Sie dachten, ich hätte es mir ausgedacht. Das wurde mir so oft gesagt, dass ich anfing, an meinem eigenen Körper zu zweifeln. Es war krank", erinnert sich de Guzman.

Da sich die Situation nicht besserte, wollte Napoli den vermeintlichen Simulanten wenig später loswerden. Sportdirektor Cristiano Cuinutoli bestellte den Niederländer in ein Hotel, um über einen Transfer zu verhandeln.

"Ich sagte, ich müsste am nächsten Tag trainieren. Aber Giuntoli sagte: 'Nein, du bleibst hier. Du musst weg, weg, weg.'"

Streit mit Sportdirektor Giuntoli: "Er schlug mir einfach ins Gesicht"

Verhandlungen mit Sunderland und Bournemouth blockierte de Guzman. Er wollte einfach nur wieder fit werden. Der Assistent des Sportdirektors warnte ihn: "Wenn Sie nicht unterschreiben, wird er wirklich wütend. Dann sind sie in Napoli gestorben. Sie werden nicht mehr spielen."

Als de Guzman nach Ende der Transferperiode nach Neapel zurückkehrte, kam es zum Eklat zwischen dem Spieler und Giuntoli. "Ich war im Umkleideraum und er rief: 'Hey, Pezzo die Merda, komm her'. Wir gingen in die Spielerlounge, wo er sagte: 'Sie haben versprochen, Sie würden gehen'. Ich antwortete, ich hätte gar nichts versprochen."

Giuntoli rastete aus. "Er schlug mir plötzlich einfach ins Gesicht. Wir kämpften, Stühle fielen um", erzählt de Guzman, der daraufhin vom Vereinsgelände flüchtete. Er wurde aus dem Team verbannt, durfte nur noch Lauftrainings absolvieren. Mitspieler hätten ihm aus Angst nicht geholfen, sagt er.

Schließlich wird ihm doch erlaubt, einen zweiten Arzt aufzusuchen. Dieser diagnostiziert "nach zehn Minuten" eine Hernie und empfiehlt eine Operation. Napoli erlaubt ihm diese aber nicht. Erst nach einer Leihe zu Carpi kann er sich der dringend notwendigen OP unterziehen.

2017 war seine Zeit in Süditalien nach einer zweiten Leihe zu Chievo Verona zu Ende. Er wechselte ablösefrei zu Eintracht Frankfurt. Napoli wollte die Vorwürfe bislang nicht kommentieren.


Textquelle: © LAOLA1.at

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