Nicht nur die Bayern wollen ihn

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Von der Kirchenmannschaft in die Spitze

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In der globalisierten Fußball-Welt gibt es auf dieser Erde kein Fleckchen mehr, in der ein Talent unentdeckt kicken kann.

Die Geschichte von Amadou Diawara beweist das eindrucksvoll. 2014 jagte er noch in einer Hobby-Liga in Guinea dem runden Leder nach – in keiner Akademie, in keiner mit Europäern kooperierenden Mannschaft –, mittlerweile jagen ihn Top-Klubs wie der FC Bayern und der FC Chelsea.

Alles begann in einer Kirchenmannschaft in Guineas Hauptstadt Conakry, wo der Scout Roberto Visan auf ihn aufmerksam wurde. Professioneller Fußball war dem Teenager fremd, doch gemeinsam mit dem Manager Numukeh Tunkara konnte ein Probetraining in der Akademie des FC Bologna bewerkstelligt werden.

Der Weg über San Marino

Doch Diawara ging nicht den mitunter mühsamen Weg über den Nachwuchs eines Serie-A-Teams. Stattdessen heuerte er in der vierten Liga bei San Marino Calcio an. Bologna behielt den Youngster im Auge und war nach nur einem halben Jahr endgültig überzeugt.

"Wenn man ihn auf dem Platz sieht, dann sieht das so aus, als würde er im Garten seines Hauses spielen"

Lamberto Zauli

Rund 400.000 Euro Ablöse vereinbarte Sportdirektor Pantaleo Corvino und sicherte sich im Sommer 2015 die Rechte an dem afrikanischen Talent. Anpassungszeit benötigte der junge Mann überraschenderweise abermals keine. Von der Kirchenmannschaft über die vierte italienische Liga in die Serie A, das alles in wenigen Monaten. Kein Problem für Diawara.

Sofort ein Stammplatz

„Er ist 18, aber wenn man ihn auf dem Platz sieht, dann sieht das so aus, als würde er im Garten seines Hauses spielen. Wenn er sich weiter verbessert, dann wird er ein Topspieler“, schwärmt der ehemalige Bologna-Profi Lamberto Zauli.

Auch Trainer Roberto Donadoni war sofort begeistert: „Er hat großartige Aussichten. Er ist noch sehr jung, aber wenn man so gut ist, dann ist das Alter nicht wichtig. Er spielt mit Begeisterung. Ihm mag es noch an Erfahrung mangeln, aber das ist Teil des Spiels und wird mit der Zeit kommen.“

In den ersten drei Liga-Spielen kam der Teenager noch von der Bank, seit Runde vier hat er einen Stammplatz. Das hat sich auch nach dem Trainerwechsel nicht geändert. Denn auch Neo-Coach Delio Rossi erkennt das große Potenzial: „Er hat noch einen langen Weg vor sich und spielt auf einer delikaten Position, aber er hat Charakter und verbessert sich schnell.“

Balleroberer und Ballverteiler

Diawara nimmt in Bologna die defensive Rolle im Mittelfeld ein. Direkt vor der Abwehr glänzt er durch ausgezeichnetes Stellungsspiel, gute Antizipation und viele Balleroberungen. Im Ballbesitz erweist sich das Talent als umsichtiger, sicherer Passgeber, der sich auch unter Druck nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt.

"Alles scheint ein Traum zu sein, es ist so schnell gegangen"

Amadou Diawara

Das klingt ein wenig nach Yaya Toure. „Er ist mein Idol. Ich hoffe, dass ich in seine Fußstapfen treten kann, weil ich eine ähnliche Rolle spiele wie er und ich ihn bewundere“, sagt Diawara.

Das heiße Bayern-Gerücht

Der Sprung zu einem Top-Klub dürfte ihm schon viel früher gelingen als Toure. Der FC Chelsea zeigt sich überaus interessiert und soll im Winter schon rund 20 Millionen Euro geboten haben. Auch Tottenham soll ihn auf der Liste ganz weit oben stehen haben.

Seit einigen Tagen macht noch ein anderes, ganz heißes Gerücht die Runde: Der FC Bayern will den Jungen aus Guinea im Sommer nach München lotsen. Der zukünftige Trainer Carlo Ancelotti kennt die Serie A wie seine Westentasche und soll von Diawara begeistert sein.

Transfer-Experte Gianluca di Marzio berichtet bereits von einem ersten, durchwegs positiven Treffen zwischen den Spielermanagern und Vertretern des FC Bayern.

„Alles scheint ein Traum zu sein. Es ist so schnell gegangen“, kann es Diawara kaum fassen.

Harald Prantl

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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