Hasenhüttl: "Meine bisher schwerste Mission"

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Trainer aus Österreich sind ja bekanntlich in Deutschland sehr gefragt. Ralph Hasenhüttl gehört zwar nicht mehr dazu, hat mit seiner Arbeit in Ingolstadt und Leipzig aber mit dafür gesorgt, dass der Ruf der heimischen Übungsleiter nachhaltig aufgewertet wurde.

Seit Dezember ist der Steirer nun der erste Österreicher, der ein Team in der Premier League trainiert. Und er macht beim FC Southampton genau dort weiter, wo er in Leipzig aufgehört hat. Unter seiner Leitung schafften die "Saints" noch den Klassenerhalt, in der neuen Saison will man sich weiter nach oben kämpfen, wie Hasenhüttl in der "SportBild" verrät.

"Gefühlt Champions League"

"Das war meine bisher schwerste Mission", gibt der 51-Jährige zu. Die Premier League sei für ihn die stärkste Liga der Welt. Die Freude darüber, dass er in dieser Liga arbeiten darf, ist Hasenhüttl anzumerken. "Sie zieht dich sofort in ihren Bann. Die Qualität ist brutal, du spielst gefühlt das ganze Jahr über Champions League."

Doch nicht nur auf dem Platz muss sich der ehemalige Stürmer neuen Herausforderungen stellen. Nun ist er nicht mehr nur Trainer, er ist auch Manager. Heißt, dass er in jede Entscheidung miteingebunden und auch selbst für Transfers verantwortlich ist. "Das ist ein super nächster Schritt für mich. Deswegen finde ich die Aufgabe so reizvoll", sagt er.

Er habe in Leipzig viel gelernt, sagt er und ergänzt: "Vor allem von Ralf Rangnick. Er hat mir gezeigt, wie man einen Verein sportlich erfolgreich führen kann. Diese Ansätze und Erfahrungen helfen mir jetzt sehr." Ganz so einfach ist es aber auch wieder nicht. Er komme machnmal ins Straucheln, wie er ehrlich zu gibt. "Ich muss noch strukturierter werden."

Acht Kilo hat der Grazer in England bisher abgenommen, um "leistungsfähiger und belastbarer" zu sein, wie er erklärt. Nur ein weiteres Beispiel, für seine ehrgeizige Art. Wenn Ralph Hasenhüttl etwas macht, dann macht er es richtig.

Blick nach vorne

Und deshalb will er in der kommenden Saison mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. "In der nächsten Saison wollen wir so weit nach oben klettern, wie es geht. Wenn wir unseren Punkteschnitt halten, können wir um Platz zehn herum landen", umreißt er seine Ziele. Im ersten halben Jahr nach seiner Ankunft sei es ohnehin mehr darum gegangen, das Wir-Gefühl zurückzubringen. Das sei gelungen, die Leute seien wieder positiv gestimmt.

Um seine Pläne zu verwirklichen will Hasenhüttl einen Torwarttrainer, einen zweiten Athletiktrainer sowie bis zu fünf Spieler verpflichten. Er will Spieler, die zu seiner Philosophie passen: Viel Speed, hohes Pressing und Spielintelligenz. Zudem sollen sie nicht älter als 24 Jahre sein. "Damit habe ich in Leipzig gute Erfahrungen gemacht. Ich habe gelernt, junge Spieler zu entwickeln."

Seine Spielidee soll ab der nächsten Saison auch im Nachwuchsbereich des Klubs implementiert werden - eine besondere Auszeichnung. Southampton ist von Anfang an begeistert vom Österreicher und lässt ihn das auch spüren.

"Anfangs war der Hype fast etwas zu viel. Ich habe zwei Spiele gewonnen und war schon King Ralph", sagt er. Mit so etwas müsse man vorsichtig sein. Er wolle die Leute nachhaltig begeistern.

Hasenhüttl genießt sein neues Leben in England. Linksverkehr sei kein Problem, da ärgere er sich viel mehr über Tempolimits, Blitzer und die schlecht ausgestatteten Gästekabinen. "Das ist eine Katastrophe, selbst bei Manchester United im Old Trafford. Die sind nicht größer als mein Büro (20 Quadratmeter, Anm.)", so der Coach.

Das britische Wetter, über das viele immer spotten, genießt der Grazer hingegen. "Dieses Land ist mit seinem Klima einfach dafür gemacht Fußball zu spielen. Es ist nie zu kalt, nie zu warm. So habe ich es als Spieler geliebt."

Textquelle: © LAOLA1.at

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