Özil verrät: Wie es zum Abgang von Real Madrid kam

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Mesut Özil schreibt in seinem Buch "Die Magie des Spiels" nicht nur über den heftigen Zoff mit dem damaligen Real-Trainer Jose Mourinho, sondern auch über seinen Abgang von den "Königlichen".

Dieser spielte sich kurios ab. Eigentlich sollte sein Vertrag 2013 verlängert werden, ein Transfer war kein Thema. "Es ging nicht um Gier. Nicht darum, den Hals nicht vollkriegen zu können. Es ging lediglich um eine gerechte Bezahlung", so der Deutsche in einem von der "Bild" vorab veröffentlichten Auszug.

Vater vergriff sich im Ton

Sein Vater Mustafa, zu diesem Zeitpunkt der Berater des Mittelfeldspielers, habe in den Verhandlungen mit dem spanischen Rekordmeister und Präsident Florentino Perez aber einige Fehler begangen. "Er kannte es nicht, in dieser Form unter Verhandlungsdruck gesetzt zu werden."

"Er hatte noch nicht Dutzende Verhandlungen mit den größten Vereinsmanagern geführt und dementsprechend fehlte ihm, das muss man im Nachhinein ehrlich zugeben, die Abgeklärtheit, angemessen mit so einem provokanten Angebot umzugehen", so der DFB-Teamspieler. "Deshalb bewahrte er auch leider keinen so kühlen Kopf, wie es wahrscheinlich wichtig gewesen wäre."

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Özil senior schaltete in den Gesprächen mit Perez auf stur. "Gegenüber einem Mann wie Florentino Perez, der erwartet, dass Menschen nach seiner Pfeife tanzen, war Sturheit aber nicht angebracht", übt der 28-Jährige Kritik. "Und es war schon gar nicht richtig, dass mein Vater wutschnaubend das Büro verließ und die Tür zu Perez‘ Geschäftszimmer hinter sich laut krachend ins Schloss warf."

Özil musste handeln

Aufgrund der verzwickten Situation musste Özil etwas tun. "Bei dem Big Boss meines Vereins war ich in Ungnade gefallen, obwohl ich selbst überhaupt nichts gemacht hatte. Mir drohte ein Platz auf der Tribüne. Plötzlich musste ich handeln. Im Sinne meiner Karriere. Nicht mehr zu spielen kam überhaupt nicht infrage – vor allem, wenn diese Entscheidung nicht auf Leistungskriterien beruhen würde", erinnert er sich.

Er kontaktierte Arsenal-Manager Arsene Wenger und wechselte am letzten Tag der Sommer-Transferperiode 2013 für etwa 50 Millionen Euro nach London. Özil: "Mein Vater ist halt wie jeder Mensch nicht perfekt. Und die Verhandlungen mit Perez und Real Madrid waren dann doch am Ende eine Nummer zu groß für ihn."

Vater löschte Twitter-Seite

Einen Monat später teilte der Linksfuß seinem Vater mit, sich nicht mehr von ihm beraten lassen zu wollen. Das verlief nicht ohne Probleme. "Er war sauer. Und gekränkt. So sehr, dass er als Administrator in einem Anfall von Bockigkeit einfach meine Twitter-Seite löschte, was zur Folge hatte, dass mehrere Millionen Fans, die mir folgten, weg waren", verrät Özil.

Mustafa klagte sogar noch vor Gericht um seine Provision, da er seinem Sohn einen Ausrüstervertrag mit Adidas besorgt hatte. "Ich bedauere den gesamten Streit sehr. Es ist ein trauriges Kapitel in einer sehr langen, sehr intakten und harmonischen Vater-Sohn-Beziehung, die die Grundlage dafür war, dass ich als Fußballer überhaupt so weit gekommen bin", sagt Özil heute über den Bruch mit seinem Vater.

Textquelle: © LAOLA1.at

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