Sutton United: Die kugelrunde FA-Cup-Sensation

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Die letzten drei Monate haben alles verändert.

Erst Dartford, dann Cheltenham, schließlich Wimbledon und auch noch Leeds. Am Montag steht Fünftligist Sutton United zum ersten Mal im Achtelfinale des FA Cups. Dort wartet der FC Arsenal (20:55 Uhr).

Wayne Shaw (45) wurde zur Symbolfigur eines großen Abenteuers. Dabei trug er selbst keine einzige Einsatzminute zur Sensation der Südlondoner bei. Er ist nur der "roly-poly Goalie" (kugelrunde Goalie). Ein früherer Eisverkäufer, der abends das Flutlicht abdreht und am Sportplatz schläft.

Auf Torjagd mit Alan Shearer

"Es wäre nicht der FA Cup, wenn er nicht ungewöhnliche Geschichten hervorbringen würde. Sutton ist eine großartige, ungewöhnliche Geschichte voller wunderbarer Menschen", erklärt Shaw gegenüber der "Daily Mail".

Das Keeper-Schwergewicht ist nicht nur Goalie-Trainer, sondern auch für die Instandhaltung des Kunstrasen-Platzes zuständig, den sich der Klub mit der Öffentlichkeit teilt. Von Montag bis Mittwoch hat er dort zu tun, dreht abends das Flutlicht ab und schläft am Stadiongelände auf der Couch.

Zu Schulzeiten ging Shaw noch als Stürmer auf Torjagd. Einmal reiste er mit Alan Shearer zu einem Turnier nach Schweden. Nach einem zufälligen Einsatz im Tor blieb er dort und verdingte sich bei diversen unterklassigen Teams. Seit zwei Jahren wieder bei Sutton.

Seltsame Medien-Anfragen und ein hungriger Kapitän

"Mein Schwiegervater meint, dass sich alle nur über uns lustig machen, aber wenn der Klub mehr Aufmerksamkeit bekommt, dann ist das großartig", meint Shaw.

Er selbst geht mit dem Medien-Interesse gelassen um. Abgesehen von einer Anfrage: "Ein Magazin hat gefragt, ob sie mich nackt fotografieren können. Also komplett, nur mit einem Paar Goalie-Handschuhen. Ich weiß nicht wirklich, was ich ihnen antworten soll. Es ist das Seltsamste, was mir je passiert ist."

Der bisherigen Erfolgslauf im FA Cup kostete nicht nur der Ersatzkeeper voll aus. Auch Kapitän Jamie Collins: "Vor dem Spiel gegen Leeds hat sich das Team um acht Uhr zum Abendessen getroffen. Er hat sich um sieben einen Burger mit Pommes bestellt und mehrere Guinness getrunken. Um halb neun haute er sich Nudeln mit Huhn rein und sechs Pints später ging er ins Bett. Nächsten Morgen folgte ein großes Frühstück um halb acht Uhr früh, dann ein kleines Schläfchen und noch ein Frühstück. Im Spiel hat er uns zum Sieg geschossen. Toller Kerl."

"...dann höre ich auf zu spielen"

Trainer Paul Doswell, der gratis arbeitet, wird es nicht so genau genommen haben. Erst kürzlich ist er wegen Rauchens seiner E-Zigarette am Spielfeldrand vom Schiedsrichter getadelt worden. "Sie dürfen das nicht", hatte dieser gemeint ."Ich kann tun, was ich will", lautete seine Antwort.

Nach dem Erfolg über Wimbledon in Runde drei (0:0, 3:1 im Wdh.-Spiel) lud Doswell die Mannschaft kurzerhand zur Party im Stadion ein. Ersatzkeeper Shaw stand bis nach zwei hinter der Bar, bis in die Morgenstunden wurde gefeiert. Nach dem Sieg über Leeds wiederholte sich das Ganze.

Jetzt kommt Arsenal. Und Shaw träumt weiter: "Wenn sich die Chance ergibt und ich etwas Einsatzzeit bekomme, höre ich danach sofort auf zu spielen. Es wäre die Geschichte meines Lebens."

Textquelle: © LAOLA1.at

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