Das Double bleibt weiterhin die Mindestanforderung beim FC Bayern München, nachdem man sich wieder einmal vorzeitig aus der Champions League verabschiedet und die Triple-Chance vergeigt hat.
Deshalb steht am Mittwoch für Trainer Niko Kovac und sein Team im DFB-Pokal-Semifinale gegen Werder Bremen einiges auf dem Spiel (ab 20.45 Uhr im LIVE-Ticker).
Der Rekordmeister kämpft ums Double, Niko Kovac um den Final-Hattrick und Werder Bremen um den ersten Titel seit zehn Jahren. "Werder Bremen kann nach langer Zeit mal wieder ein Finale erreichen. Ich glaube, dass die ganze Stadt und das Publikum elektrisiert sind", sagt Bayern-Trainer Kovac.
Bayern-Präsident Uli Hoeneß warnt sogar vor dem Gegner von der Weser: "Ich hätte mir nicht unbedingt ein Halbfinale in Bremen gewünscht, weil die wieder richtig stark geworden sind." Im Pokal sind sie das zu Hause sowieso: 37 Heimspiele und 31 Jahre gab es im Weser-Stadion keinen Auswärtssieg in dem Wettbewerb mehr.
Nur 100 Stunden liegen zwischen dem 1:0-Sieg von David Alaba und Co. in der Bundesliga und dem bevorstehenden Cup-Duell.
Trotz der Lobeshymnen für Bremen sei der Einzug ins Endspiel am 25. Mai in Berlin das große Bayern-Ziel. "Das ganze Land, die ganze Welt schaut auf das Pokalfinale. Ein Teil dessen zu sein, ist schon etwas Tolles."
Kovac: "Wir und ich möchten alle beide Titel gewinnen"
Werder erlebt unter Trainer Florian Kohfeldt eine wahre Renaissance und hat nach frustrierenden Jahren auch in der Bundesliga wieder den Anschluss zu den Spitzenklubs hergestellt. Das erste Endspiel seit 2010 lockt, der erste Titel seit dem Pokalsieg 2009 ist der Traum des Klubs der Österreicher Martin Harnik und Marco Friedl.
Rückschlüsse vom Liga-Duell für das "Tod-oder-Gladiolen"-Spiel, wie es Hoeneß an Anlehnung an Ex-Coach Louis van Gaal nannte, zieht keiner. "Das wird eine andere Geschichte", prognostizierte der 40-jährige Werder-Goalgetter Claudio Pizarro, der früher auch für die Bayern auf Torejagd ging.
18 Mal gewann der FC Bayern in 22 Endspielen den Pokal, Bremen glückte das in zehn Finali sechsmal. Kovac könnte der erste Bundesliga-Trainer sein, der in seinen ersten drei Cup-Spielzeiten dreimal das Endspiel erreicht. "Es ist der kürzeste Weg zum Titel. Nicht der leichteste, aber der kürzeste", sagte der Kroate, der im Vorjahresendspiel mit Eintracht Frankfurt die Münchner düpierte.
Kovac befasst sich nicht mit einem Scheitern. "Wir und ich möchten alle beide Titel gewinnen. Das Was-ist-wenn interessiert mich nicht", erklärte er. Sein Klub wartet schon seit 2016 auf den Pott, muss aber erst einmal das Finalticket buchen. "Wir wollen die Bremer genauso in der Defensive bearbeiten, dass die Kreativspieler um Max Kruse gar nicht in ihr Spiel finden", sagte Kapitän Thomas Müller. Wobei sich der Einsatz des am Oberschenkel verletzten Kruse erst am Spieltag entscheidet.