Spieler von RB Leipzig werden intensiver gefordert

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Es war der Überraschungscoup der letzten Saison: Der Aufsteiger aus Leipzig vollbrachte – fast – das Wunder. Am Ende wurde die Meisterschaft zwar verpasst, doch mit dem zweiten Tabellenplatz konnte sich das Team um Trainer Ralph Hasenhüttl immerhin direkt für die Champions League qualifizieren. Und dort warten bereits in der Gruppenphase Gegner wie der FC Barcelona, Real Madrid oder Chelsea. Kann der Ost-Klub da mithalten?

Was gab es da nicht schon alles für Geschichten im deutschen Fußball? Vielen wird noch der Durchmarsch des 1. FC Kaiserslautern in Erinnerung sein, der vor mittlerweile fast 20 Jahren als Aufsteiger direkt in der ersten Saison im deutschen Fußballoberhaus die Meisterschaft feiern durfte.

Dies ist dem letztjährigen Aufsteiger aus Leipzig zwar nicht gelungen, aber mit dem zweiten Platz gelang dem oft als "Retortenklub" denunzierten Verein die zweitgrößte aller möglichen Überraschungen. Damit darf RB Leipzig in der kommenden Saison in der Champions League antreten – und bereits in der Gruppenphase darauf hoffen, gegen einen ganz großen Gegner aus Spanien, Italien, Frankreich oder England antreten zu dürfen.

Ob dem Vorzeigeklub des Brauseherstellers Red Bull auch international ein Wunder gelingen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Das Vergleichsportal Wette.de teilte uns mit, dass sich die Sportwettenanbieter auch noch uneins sind und voraussichtlich bis zum Startschuss der Bundesliga warten, bevor die ersten Quoten errechnet werden.

LAOLA1 wagt einen Ausblick auf die kommende Spielzeit und ist sich sicher: RB Leipzig kann auch auf großer Bühne für Furore sorgen – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Kann Leipzig auch Dreifachbelastung?

Die letzte Saison begann eigentlich gar nicht so gut für die Leipziger. Dies gilt zumindest für den DFB-Pokal. Dort schied man nämlich bereits in der ersten Runde aus. Im Elfmeterschießen musste man sich Dynamo Dresden geschlagen geben. Im mehr als brisanten Risikospiel konnte sich der damalige Bundesliganeuling gegen den Zweitligaaufsteiger im Sachsenduell nicht durchsetzen und verlor mit 4:5 vom Punkt, nachdem es nach 90 Minuten 2:2 hieß.

Am Ende der Saison war es womöglich aber genau dieses frühe Ausscheiden, das es dem Team ermöglichte, Woche für Woche den mittlerweile berühmt-berüchtigten Leipziger Power- und Konterfußball abzuspulen, der jeden Spieler nach 90 Minuten an die Grenzen des körperlich Möglichen brachte.

2017 wird sich dies aber vermutlich ändern. Denn während die Spieler von Trainer Ralph Hasenhüttl in der letzten Saison gerade einmal die Mindestanzahl der Pflichtspiele, nämlich 35 an der Zahl, absolvierten, werden es in der kommenden Runde zumindest 41 werden. Und das auch nur, wenn Leipzig wieder in der ersten DFB-Pokalrunde ausscheidet und die Gruppenphase der Champions League nicht übersteht.

"Ich weiß jetzt schon, dass die Stammspieler vom letzten Jahr dankbar sein werden, dass sie nicht jedes Spiel machen müssen”, meinte Hasenhüttl im Trainingslager in Kematen. Dies wiederum wird dringend notwendig sein, könnte aber auch mit einer qualitativen Verschlechterung des Teams einhergehen. Doch die bisherigen Transfers geben Grund zur Hoffnung.

Infografik: RasenBallsport Leipzig in Zahlen

 

Neuzugänge bei RB Leipzig: mehr Qualität in der Kaderbreite

Sportdirektor Ralf Rangnick war bereits sehr fleißig in der Sommerpause – und das musste er auch sein. Denn für die kommende Saison muss sich beim Leipziger Fußballklub vor allem in der Kaderbreite etwas tun, möchte man die gesamte Saison über oben in allen drei Wettbewerben mitspielen.

Fünf relevante Neuzugänge konnte das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl bereits verzeichnen. Aber was wird von ihnen in der anstehenden Spielzeit zu erwarten sein? Zumindest der österreichische Coach ist bereits jetzt zufrieden.

  • Ibrahima Konaté: Der 18-jährige Innenverteidiger kam ablösefrei aus der französischen Ligue 2 vom FC Sochaux. Hasenhüttl sagte zum jungen Spieler: "Konaté hat schon noch ein paar Unsauberkeiten in seiner Technik. Dafür aber bringt er physisch unglaublich viel mit. Er ist sofort ein Konkurrent für die etablierten Spieler aus der Vorsaison. Ich traue ihm sehr viel zu."
  • Jean-Kevin Augustin: Der 20-jährige Mittelstürmer wurde für 13 Millionen Euro vom französischen Scheich-Klub Paris St. Germain losgeeist. Er dürfte den zu Hertha BSC abgewanderten Davie Selke ersetzen. Hasenhüttl meint: "Jika versteht sein Handwerk. Er agiert gegen den Ball sehr schnell und aggressiv. Er hat das in der Kürze der Zeit alles schon verinnerlicht."
  • Konrad Laimer: Der 20-jährige Österreicher kam vom anderen Red-Bull-Verein, aus Salzburg, für eine Ablöse von 7 Millionen Euro in den Osten Deutschlands. Auch von ihm ist Trainer Hasenhüttl bereits angetan: "Konny ist einer, der gegen den Ball ein Tier ist. Er wird eine andere, neue Note in unser Spiel bringen."
  • Bruma: Vor allem als Alternative zu Marcel Sabitzer dürfte der 22-jährige Bruma gedacht sein. Der pfeilschnelle Linksaußen kam für 12,5 Millionen Euro aus der Türkei von Galatasaray Istanbul. Hasenhüttl verspricht sich von Bruma mehr offensive Durchschlagskraft: "Am Ball ist er rotzfrech und hat keine Scheu mal in zwei, drei Leute reinzudribbeln, um eine Lösung zu finden."
  • Yvon Mvogo: Auch im Tor gibt es einen Neuzugang. Von den Young Boys Bern aus der Schweiz kam der Torhüter für eine Ablöse von 5 Millionen Euro zu den Leipzigern. Ob Mvogo allerdings Peter Gulasci verdrängen kann, ist noch fraglich. Hasenhüttl will sich im Trainingslager erstmal einen Eindruck machen und wird vermutlich erst kurz vor Saisonbeginn entscheiden, wer die Nummer eins wird.

Bleiben alte Kräfte?

Dass Qualität in den Leipziger Kader hinzugekommen ist, steht außer Frage. Allerdings müssen die neuen Spieler auch erst einmal in ein funktionierendes System integriert werden, und die alten Stammkräfte wollen ihre Plätze gewiss nicht ohne weiteres hergeben.

Zudem fehlt es dem Team natürlich an internationaler Erfahrung. Trotzdem stehen die Chancen gut, dass Hasenhüttl auch mit seinem Plan, Spiel für Spiel im Team zu rochieren, langfristig erfolgreich sein kann. Dies wiederum setzt voraus, dass die gestandenen Spieler in Leipzig bleiben. Aber dies ist bis jetzt noch nicht geklärt.

Vor allen Dingen das Herz des Leipziger Spiels, Naby Keita, ist heiß begehrt, vor allem in England. Doch das wissen auch die Verantwortlichen in Leipzig, weswegen sie einem Wechsel des Superstars zu Klopps Liverpool erst kürzlich einen Riegel vorschoben – und das trotz einer kolportierten Ablösesumme von 75 Millionen Euro.

Für den bereits erwähnten Davie Selke konnten die Leipziger wie gezeigt immerhin schon einen adäquaten Ersatz finden. Bis zum 31. August kann theoretisch aber noch viel auf dem Transfermarkt passieren. Glücklicherweise ist der Klub dank Red Bull auf Geld aber nicht angewiesen, was die Chancen deutlich erhöhen dürfte, auch in die kommende Saison mit einem fast unveränderten, dafür punktuell verstärkten Team zu gehen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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