Mateschitz: RB Leipzig war eine Schnapsidee

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Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz bekräftigt die Philosophie von RB Leipzig, eigene Spieler trotz lukrativer Angebote nicht abzugeben.

"Wir verkaufen keine Spieler, die noch unter Vertrag stehen, nur um viel Geld zu verdienen. Ein Beispiel: Kürzlich flatterte uns ein 75-Millionen-Euro-Angebot für Naby Keita ins Haus. No way! Er hat noch einen Vertrag, und den wird er auch erfüllen. Ihn zu verkaufen wäre nicht nur ein Misstrauensbeweis für unsere Fans, sondern auch ein falsches Zeichen für unsere anderen Spieler wie beispielsweise Timo Werner, der ebenfalls begehrt ist", erklärt der 73-Jährige in einem Interview mit der "Sportbild".

Erfolg wolle er nicht mit Geld kaufen: "Auf keinen Fall. Übertrieben gesagt verdient unsere gesamte Mannschaft weniger als der Top-Spieler bei Bayern München. Unsere Spieler sollen sich wohlfühlen und zu der Philosophie stehen, die wir vorgeben. Sie sollen Freude am Spiel haben. Und wenn andere Leute sagen, ich würde Milliarden in RB Leipzig pumpen, kann ich darüber nur schmunzeln. Zwei Drittel des gesamten Vereinswertes machen allein unsere Akademien und Gebäude aus."

Viele Schnapsideen

Die Gründung der RB-Filiale in Sachsen zog Mateschitz einst trotz vieler Zweifler durch: "Ich hatte halt mal die Schnapsidee. Mein Einstieg in die Formel 1 war im Prinzip auch eine Schnapsidee, sogar das Gründen von Red Bull. Die Bürger von Leipzig hatten im Vorfeld der Wiedervereinigung extremen Mut und Freigeist bewiesen. Das passte total zu meiner Philosophie und der von Red Bull. Also fuhr ich, es muss irgendwann 2008 gewesen sein, mit dem Motorrad nach Leipzig, um die Atmosphäre der Stadt einzuatmen, die Leute irgendwie kennenzulernen."

Der Milliardär beschwört die Philosophie, nicht nur die Spieler, sondern auch die Trainer besser machen zu wollen, weshalb man vereinsintern auch die Coaches coachen würde. Mit Ralf Rangnick habe man diesbezüglich die Idealbesetzung gefunden, er würde zu "den besten Fußballphilosophen der Welt" gehören.

Keine RB-Stallorder in der Königsklasse

Sollte sich der FC Red Bull Salzburg für die UEFA Champions League qualifizieren, könnten beiden RB-Vereine in der Königsklasse aufeinandertreffen. Mateschitz spricht sich klar gegen eine Stallorder aus:

"Man muss beide Vereine trennen. Sollten beide Vereine in der Champions League aufeinandertreffen, werden beide das Beste versuchen, und der Bessere wird am Ende gewinnen. Wir reden von einem sportlichen Wettbewerb, und der wird es am Ende auch immer sein. Wenn ich das Ganze nur machen würde, um Dosen zu verkaufen, wäre es ja eigentlich kontraproduktiv. In Österreich würden dann alle Gegner von Red Bull Salzburg die Finger davon lassen."

Ob er im Falle eines Teilnahme-Verbots der UEFA für Leipzig an der Champions League beide Vereine, sprich auch Salzburg, zurückgezogen hätte? Mateschitz deutet diese Möglichkeit zumindest an: "Das ist jetzt müßig zu sagen, weil die UEFA ja kein Problem darin sah. Aber ich wäre nie von meinen Prinzipien abgewichen, das stimmt."



Textquelle: © LAOLA1.at

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