Heynckes' Bayern-Plan: Eine klare Hierarchie

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Er ist wieder da und mit ihm ein neues Kapitel in der Geschichte des FC Bayern.

Jupp Heynckes hat am Montag mit seiner ersten Pressekonfernz offiziell das Traineramt bei den Münchnern übernommen. Zum ingesamt vierten Mal.

Den Plan, im Alter von 72 Jahren und nach über vier Jahren ohne Job noch einmal einen Profiklub zu übernehmen, hatte er nie. "Es gab Angebote, aber meine Entscheidung stand fest."

Aus seiner Sicht handelt es sich auch um kein Comeback, schließlich sei der Vertrag bis kommenden Sommer befristet. Er spricht, wie auch Präsident Uli Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, von einem Freundschaftsdienst.

"Man sollte in seiner Karriere nie vergessen, wer für einen hilfreich war. Und das ist der FC Bayern gewesen", sagt Heynckes, der ganz genau weiß, wie er das Ruder beim kriselnden Rekordmeister herumreißen will.

Die Hierarchie fehlt

"Es ist eine schwierige Situation, die Mannschaft ist im Umbruch", meint Heynckes und bedauert die Verletzungen von Leistungsträgern wie Manuel Neuer oder Franck Ribery. Aber: "Ich weiß, wie ich die Mannschaft anfassen muss. Trotz dieser schwierigen Situation bin ich zuversichtlich, dass wir die Erfolgsspur einnehmen."

Die Hauptaufgabe sieht er zunächst darin, die aktuelle Situation innerhalb des Kaders zu analysieren. Eines sei für ihn schon jetzt augenscheinlich: "Der FC Bayern hat in den letzten acht Jahren eine klare Hierarchie in der Mannschaft gehabt. Das war die Ära mit Schweinsteiger, Lahm, Ribery, Robben, Müller, David Alaba, Jerome Boateng, Xabi Alonso und natürlich Manuel Neuer. Viele Spieler waren auch in der Umkleidekabine von besonderem Gewicht. Das heißt, sie haben, bevor der Trainer in Aktion trat, Dinge geregelt. Daher ist wichtig, wieder eine ganz klare Hierarchie zu installieren."

Gleichzeitig betont Heynckes es als seine Aufgabe, den Spielern wieder Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu geben. "Es geht darum, eine Mannschaft zu formen und das Miteinander in den Vordergrund zu stellen." Diese Worte will er aber nicht als Kritik am gefeuerten Ex-Trainer Carlo Ancelotti verstanden wissen: "Ich habe in meiner Laufbahn Ähnliches erlebt wie er. Ich schätze ihn, er ist ein Gentleman."

So denkt Heynckes über Alaba

Um jeden Einzelnen wieder den Glauben an sich selbst zurückzugeben, würden mehrere Gespräche notwendig sein. Mit den neuen Spielern, aber auch mit den arrivierteren. "Da habe ich einen ganz klaren Plan und glaube, dass ein Ruck durch die Mannschaft gehen wird. Aber es liegt sehr viel Arbeit vor uns."

Besonders in Anbetracht der Tatsache, wie es um den einen oder anderen sogenannten Leistungsträger bestellt ist: "Es ist kein Gehemins, dass Müller zum Beispiel unter seinen Möglichkeiten bleibt, auch Jerome Boateng hat mehrere Verletzungen gehabt und ist sicher nicht jener Spieler, der er schon 2013 war. Das kann man auch von David Alaba sagen. Er war verletzt und ist noch nicht hundertprozentig wiederhergestellt, hat immer noch leichte Beschwerden."

Hoeneß: "Das wird nicht mehr passieren"

Dazu kommt, dass die nächsten Wochen mit englischen Wochen durch Begegnugen in der Champions League (Celtic) und dem DFB-Pokal (RB Leipzig) für den FCB intensiv werden. Vorrangiges Ziel sei jedoch die deutsche Meisterschaft. Diese Aufgabe werde schwierig genug. "Dortmund hat fünf Punkte Vorsprung in der Tabelle. So wie sie spielen, wird es schwierig, sie von dort oben wegzuholen. Da bin ich Realist", sagt Heynckes.

Die Rückkehr des Mönchengladbachers will der Klub dazu nützen, im gesamten Verein wieder Ruhe einkehren zu lassen. Auch auf Ebene der Vereinsführung. "Unebenheiten hat es in den letzten zehn Jahren immer gegeben. Der Unterschied war, dass wir das in der letzten Zeit zu sehr in die Öffentlichkeit getragen haben. Karl-Heinz Rummenigge und ich haben sehr intensive Gespräche geführt. Ich denke, dass diese Dinge, die in den letzten Monaten passiert sind, nicht mehr passieren werden. Sie können das genau beobachten", sagt Hoeneß.

Er ergänzt: "Ich bin zuversichtlich, dass wir nicht nur im Traineramt ein neues Kapitel aufschlagen, sondern auch in unserer Zusammenarbeit. Die kann dem FC Bayern nur guttun."


Textquelle: © LAOLA1.at

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