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Bayern-Arzt tritt gegen Pep Guardiola nach

Dr. Müller-Wohlfahrt rechnet in seiner Biografie mit Pep Guardiola ab:

Bayern-Arzt tritt gegen Pep Guardiola nach Foto: © getty

Knapp drei Jahre ist es her, dass Bayerns Teamarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nach einem Streit mit dem damaligen Trainer Pep Guardiola zurückgetreten ist. Im November 2017 kehrte Müller-Wohlfahrt unter Jupp Heynckes wieder zu den Münchnern zurück.

Jetzt rechnet der Mannschaftsarzt in seiner Biografie, die der "Bild" vorab vorliegt, mit Guardiola ab. "Ich halte Pep Guardiola für einen Menschen mit einem schwachen Selbstbewusstsein, der alles dafür tut, um andere darüber hinwegzutäuschen. Er scheint deshalb in ständiger Angst zu leben, nicht so sehr vor Niederlagen, sondern viel mehr vor dem Verlust von Macht und Autorität", so Müller-Wohlfahrt.

Der Arzt erzählt weiter: "Unter Pep Guardiola veränderte sich das Klima beim FC Bayern. Einerseits interessierte er sich absolut nicht für medizinische Fragen, verlangte aber andererseits von uns, Wunder zu vollbringen."

Müller-Wohlfahrt: "Guardiola wusste alles besser"

Seinen ersten Streit mit Guardiola hätte es bereits wenige Tage nach dessen Amtsantritt als Bayern-Coach gegeben. "Der erste Tag war in Ordnung, der zweite auch, doch schon am dritten kam Guardiola auf mich zu und fuhr mich aus heiterem Himmel an: ‚Was ist hier eigentlich los? Ich dachte, ich komme in die beste medizinische Abteilung der Welt, und wir haben zwei Dauerverletzte, die schon längst wieder gesund sein sollten. Was soll denn das?‘ Er sagte das in einem aggressiven, vorwurfsvollen Ton."

Müller-Wohlfahrt wirft dem Spanier vor, das "medizinisch durchdachte, jahrelang bewährte Vorbereitungsprogramm" über den Haufen geworfen zu haben und gibt ihm die Schuld für die vielen Muskelverletzungen nach der Triple-Saison 2012/13.

"Guardiola wusste alles besser: fünf Minuten Aufwärmen im Schnelldurchlauf, das musste reichen. Doch das konnte nicht gut gehen. Ich konnte Pep aber schlicht nicht erreichen. Immer wenn ich mit ihm sprechen wollte, wandte er sich sofort ab und ging weg."

Eklat statt Aussprache

Als es zu einer Aussprache zwischen Müller-Wohlfahrt und Guardiola kommen sollte, eskalierte die Situation. "Guardiola und ich setzten uns an den großen Tisch, an dem die Spieler morgens frühstücken, das Geschirr stand noch darauf. Es sollte eine Aussprache werden – und es wurde ein Eklat. Ich habe völlig die Beherrschung verloren, Guardiola angeschrien und dann derart mit der Faust auf den Tisch gehauen, dass die Teller und Tassen nur so gescheppert haben. Zum ersten Mal in all den Jahren bin ich laut geworden", schildert Müller-Wohlfahrt.

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