Knaller: "Ich kann das nicht mehr hören"

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Seit vier Jahren läuft Marco Knaller in der 2. deuschen Liga auf.

Dennoch ist seit kurzem alles anders - am vorletzten Transfertag wechselte der 30-jährige Torhüter vom SV Sandhausen zum 1. FC Ingolstadt.

Über mehrere Monate zog sich der Transfer, Sandhausen degradierte ihn vor Saisonstart zur Nummer 2. "Keine angenehme Zeit", erklärt der Niederösterreicher.

Eines blieb aber gleich: Trotz starker Leistungen ist der 1,92-Meter-Mann scheinbar kein Thema für das ÖFB-Team. Wie er dazu steht, was an den Gerüchten um das schlechte Verhältnis zwischen ÖFB und ihm dran ist, wie er über Degradierung sowie Transfer denkt und was er von einer Rückkehr nach Östrreich hält, verrät Marco Knaller im LAOLA1-Interview:

LAOLA1: Ende gut, alles gut. Trifft das auf den Transfer vom SV Sandhausen zum FC Ingolstadt zu?

Marco Knaller: Ja, kann man so sagen. Es gab bereits im Juni Kontakt, dann hat es sich sehr lange gezogen. Ich bin einfach froh, dass es am Ende doch noch geklappt hat.

LAOLA1: Warum hat sich der Transfer derart lange hinausgezögert?

Knaller: Das weiß ich, um ehrlich zu sein, nicht. Ich hätte bei Sandhausen noch Vertrag gehabt, deswegen habe ich mich weiterhin auf diese Aufgabe konzentriert und mich nicht ablenken lassen. Es ist großartig, dass es noch funktioniert hat. In Ingolstadt herrschen Top-Möglichkeiten, ich will hier noch einmal einen Schritt nach vorne machen.

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LAOLA1: Bei Sandhausen wurdest du plötzlich zur Nummer 2 degradiert. Wie hast du das aufgefasst?

Knaller: Sehr professionell, auch wenn ich natürlich sehr enttäuscht war. Nach dem Grund können Sie nur bei meinem Ex-Trainer nachfragen. Ich habe über eine lange Zeit konstant gute Leistungen für Sandhausen gebracht und mitgeholfen, dass der Klub in der 2. Liga bleibt. Im Großen und Ganzen überwiegen im Rückblick die positiven Dinge. Ich habe dort viele Fans, viele Freunde gefunden, tolle Spiele und Siege erlebt und mir einen guten Namen gemacht.

LAOLA1: Warum ist der Transfer nach langer Wartezeit doch noch zustande gekommen?

Knaller: Die Nummer 1 unter Maik Walpurgis, Martin Hansen (Heerenveen/Anm.), wurde kurz vor Transferschluss noch verliehen, das hat nochmal Bewegung reingebracht. Wir konnten uns schnell einigen, am vorletzten Transfertag habe ich den Medizincheck absolviert und am nächsten Tag schon im Testspiel gegen Stuttgart mein Debüt gefeiert.

LAOLA1: Mit Örjan Nyland erwartet dich ein Konkurrent, der zuletzt erstmals statt Hansen gespielt und gleich zu Null gewonnen hat. Wie schätzt du deine Chancen auf die Nummer 1 ein?

Knaller: Ich bin jetzt erst ein paar Tage hier und muss mich erst einleben. Ich werde Gas geben und mich voll hineinwerfen. Dass man spielen will, ist klar. Ich werde aber nicht den Kopf in den Sand stecken, wenn es zu Beginn nicht gleich so sein sollte. Meine Chance wird kommen. Der Saisonstart lief nicht nach Wunsch, ich werde alles geben und der Mannschaft helfen, dass wir von da unten hinauskommen.

LAOLA1: Vom Fünften zum 15. – auf dem Papier sieht es nach vier Runden nach einem sportlichen Abstieg aus. Ist Ingolstadt für dich dennoch ein Aufstieg?

Knaller: Ich denke schon, dass es ein guter Schritt ist. Wir haben hier Top-Möglichkeiten und eine gute Qualität im Kader. Auch Sandhausen hat sich in den letzten Jahren in vielen Bereichen kontinuierlich gesteigert. Das war, als ich vor vier Jahren gekommen bin, noch ganz anders. Dennoch glaube ich, dass beim FCI noch mehr möglich ist.

LAOLA1: Gab es während der Transferphase auch andere Angebote?

Knaller: Es gab bereits vor Saisonstart ein paar Angebote. Da habe ich mir aber gedacht, dass ich Vertrag bei Sandhausen habe und ihn erfüllen werde. Nach der Degradierung fand allerdings ein Umdenken statt.

LAOLA1: War auch eine Rückkehr nach Österreich Thema?

Knaller: Lose Anfragen gab es, aber konkret war das kein Thema. Ich würde eine Rückkehr nach Österreich aber grundsätzlich nicht ausschließen, wenn das Gesamtpaket bei einem heimischen Klub passt. Aber ich freue und konzentriere mich jetzt voll auf meine neue Aufgabe in Ingolstadt.

LAOLA1: Apropos Österreich – wie siehst du die Lage des Nationalteams nach der verpassten WM-Qualifikation?

Knaller: Dazu möchte ich keinen Kommentar abgeben. Ich bin zu weit weg, um das einschätzen zu können.

"Das kann ich schon nicht mehr hören. Ich kann nur wiederholen, dass es von meiner Seite nie ein Problem mit dem ÖFB gab und es auch jetzt keines gibt."

LAOLA1: Das Thema Marco Knaller und Nationalteam ist ein leidiges. Du hast in der 2. deutschen Liga lange Zeit als Nummer 1 starke Leistungen gebracht, warst aber trotzdem nie dabei. Ist dieses Thema für dich schon abgehakt?

Knaller: Für mich ist es nicht und war es nie abgehakt. Es gibt doch nichts Schöneres, als für sein Land zu spielen. Derzeit scheint es für die handelnden Personen aber abgehakt. Der Teamchef hat ja unlängst gesagt, dass ich mit 30 Jahren zu alt bin. Deswegen habe ich mir bei den letzten Nominierungen keine Hoffnungen mehr gemacht.

LAOLA1: Gab es jemals Kontakt zu dir persönlich?

Knaller: Persönlich nicht. Ich glaube, dass es über den Verein gewissen Kontakt gab – mit mir aber nicht.

LAOLA1: Unter der Hand wird immer von früheren Vorfällen gesprochen, das Tuch zwischen ÖFB und dir sei zerschnitten. Was ist an diesen Gerüchten dran?

Knaller: Das kann ich schon nicht mehr hören. Ich kann nur wiederholen, dass es von meiner Seite nie ein Problem mit dem ÖFB gab und es auch jetzt keines gibt. Es wäre richtig schön, mein Land zu vertreten – ich würde mich natürlich über eine Einladung freuen.

LAOLA1: Du bist bereits längere Zeit in Deutschland aktiv – wird dort in Sachen Torhüter eigentlich besser gearbeitet?

Knaller: Das glaube ich gar nicht. In Österreich sind wir da schon ziemlich weit, wir haben auch schon das Torwarttrainer-Diplom. Dann kommt es immer auch den jeweiligen Trainer an. Aber ich glaube nicht an einen Unterschied zwischen Deutschland und Österreich. Es gibt hier gute und schlechte Trainer, dort genauso. Viel eher machen die Spiele auf ständig hohem Niveau etwas aus, da lernt man am meisten dazu.

LAOLA1: Ingolstadt soll laut deiner Aussage noch einmal ein Schritt nach vorne auf der Karriereleiter sein. Du bist 30 Jahre alt, wie lange kannst du auf der Leiter noch klettern?

Knaller: Hoffentlich noch lange (lacht). Ich weiß ja, wie lange mein Vater gespielt hat. Solange ich Spaß habe und fit bin, will ich spielen. Es wäre schön, noch einmal um die Aufstiegsränge mitzuspielen. Am besten mit Ingolstadt.

Textquelle: © LAOLA1.at

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