Ilsanker ist noch nicht der Alte

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"Es gibt kaum Bübchen"

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Stefan Ilsanker hat sich bei Tabellenführer RB Leipzig auf Anhieb durchgesetzt. Der ÖFB-Teamspieler war im Herbst in 17 von 19 Partien der zweiten deutschen Bundesliga dabei und spielte bis auf zweimal immer durch.

Mit seinem ersten Saisontor in letzter Sekunde beim 2:1 bei Greuther Fürth in der abschließenden Herbstrunde war der 26-jährige Mittelfeldspieler maßgeblich daran beteiligt, dass die "Bullen" mit einem Drei-Punkte-Vorsprung auf Verfolger SC Freiburg sowie einem komfortablen Acht-Punkte-Polster auf den Aufstiegs-Relegationsplatz ins Frühjahr gehen. Der Startschuss fällt am Wochenende.

Frage: Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf?

Ilsanker: "Ich denke, dass wir eine sehr gute Herbstsaison gespielt haben. Wir sind Erster, haben schon einige Punkte Vorsprung auf den Dritten und sind somit unserem Ziel Aufstieg schon ein bisschen näher gerückt. Auch spielerisch ist es immer besser geworden, je länger die Saison gedauert hat. Wir haben uns ganz gut gefunden, stehen hinten schon viel kompakter und nach vorne hin greifen die Mechanismen auch immer besser."

Frage: Bei acht Punkten Vorsprung sollte es im Frühjahr eigentlich keine Probleme mehr geben, sehen Sie das auch so?

Ilsanker: "Wir lassen uns von außen nichts einreden, schauen als Mannschaft auch nicht die ganze Zeit auf die Tabelle. Wenn der nächste Gegner kommt, konzentrieren wir uns auf den, spielen das Match und lassen uns von nichts anderem ablenken, weder der Tabelle noch von den Medien. Am Ende wird dann abgerechnet."

Frage: Was sind die Unterschiede zur österreichischen Bundesliga?

Ilsanker: "Jede Liga ist ein bisschen anders, die zweite deutsche Liga ist sehr robust, sehr aufs Körperliche ausgelegt, es gibt kaum Bübchen, das sind alles gestandene Männer. Es ist ein bisschen der Unterschied zu Österreich, dass man doch in Österreich schon sehr jungen Spielern die Chance gibt, weil natürlich auch nur einer absteigt und der Druck auf die einzelnen Vereine dann auch nicht ganz so groß ist. In der zweiten deutschen Liga ist der Druck schon riesig, die Hälfte der Mannschaften will aufsteigen, die andere Hälfte nicht absteigen, deshalb ist jedes Spiel 100 Prozent Kampf."

Frage: Die Zuschauerzahlen sind mit Österreich nicht zu vergleichen, wie sind da ihre bisherigen Eindrücke?

Ilsanker: "Es ist eine andere Welt, bis auf die Ausnahmen wenn Salzburg in Hütteldorf spielt oder in Graz, das waren schon immer sehr coole Spiele oder auch unsere internationalen Spiele. Wir haben in der Liga einen Zuschauerschnitt von mehr als 30.000 bei den Heimspielen. Es ist schon richtig geil vor so vielen Leuten zu spielen."

Frage: Wie sind Sie mit ihrer eigenen Entwicklung zufrieden?

Ilsanker: "Ich bin ein sehr selbstkritischer Mensch, weiß, dass ich noch nicht auf dem Niveau spiele, auf dem ich in Salzburg schon war. Ich nähere mich dem aber immer weiter an, bin denke ich körperlich noch einmal einen Schritt vorangekommen und gerade zum Schluss raus waren die Leistungen schon sehr gut. Das gilt es jetzt im Frühjahr wieder auf den Platz zu bringen und konstant bis zum Mai durchzuziehen."

Frage: Wie ist es unter Ralf Rangnick, ihrem Ex-Sportchef in Salzburg, zu trainieren?

Ilsanker: "Ich habe schon vor meinem Wechsel gesagt, dass ich mich sehr freuen würde, wenn ich unter ihm spielen könnte. Er ist ein unglaublicher Fachmann, hat das System in Salzburg auch schon eingeführt und zusammen mit Roger Schmidt auf eine enorm hohe Stufe gesetzt. Das ziehen wir jetzt in Leipzig weiter durch. Wir haben top Möglichkeiten, ein geiles Trainerteam und die Mannschaft ist auch super."

Frage: Wie groß ist die Vorfreude auf die erste Bundesliga?

Ilsanker: "Wir denken jetzt gar nicht über die erste Liga nach. Wir haben noch 15 Endspiele, alles was dann kommt, sehen wir dann, nicht jetzt."

Frage: Im Sommer wartet auch die EURO 2016, wie blicken Sie der entgegen?

Ilsanker: "Die Vorfreude ist riesengroß. Wir haben eine geile Truppe, einen unglaublichen Teamspirit. Der Trainer leistet unglaublich gute Arbeit und hat ein Team geformt, das absolut wettbewerbsfähig ist. Von dem her blicke ich optimistisch voraus."

Frage: In wie weit ist die hohe Erwartungshaltung in Österreich ein Problem?

Ilsanker: "Für uns als Mannschaft ist das nicht gefährlich. Die Leute dürfen natürlich ein bisschen träumen, es wäre aber vermessen wenn wir jetzt schon von irgendwelchen großen Taten bei der EURO sprechen. Wir haben uns das erste Mal jetzt selber qualifiziert, das war schon einmal ein großer Erfolg für uns. Jetzt gilt es einfach so weiterzuarbeiten und weiterzuspielen wie wir das bis jetzt gemacht haben und dann sehen wir eh wie weit die Reise gehen kann."

Frage: Wie ist die Gruppe mit Portugal, Island und Ungarn einzuschätzen?

Ilsanker: "Jede Gruppe ist schwer, jeder der sich qualifiziert hat, hat es sich absolut verdient. Mit Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo haben wir ein unglaublich tolles Los gezogen. Die anderen zwei Gegner sind aber auch sehr unangenehm. Ich habe die zwei Play-off-Partien von den Ungarn gesehen, wo sie sehr gut verteidigt und super nach vorne umgeschaltet haben. Also es wird insgesamt sehr, sehr schwer werden."

Frage: Ist die EURO eigentlich auch bei RB Leipzig ein Thema?

Ilsanker: "Wir haben mit Peter Gulacsi, dem bis Sommer verliehenen Zsolt Kalmar und Co-Trainer Zsolt Löw drei Ungarn im Klub. Jetzt müssen wir aber erst einmal alle schauen, dass wir auch dabei sind. Natürlich freuen sie sich genauso auf die EURO, für die Ungarn ist es ebenfalls ein großer Erfolg, dass sie dabei sind. Es könnte sicher für uns vier Spieler, zusammen mit Sabi (Marcel Sabitzer, Anm.), ein sehr heißes Duell werden. Natürlich vorausgesetzt, dass wir dann auch alle mit dabei sind."

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