So will Österreich die Schweiz knacken

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Die lange Vorbereitung ist zu Ende, der große Moment ist da: Österreichs Fußball-Frauen-Nationalteam gibt am Dienstag (18.00 Uhr/live ORF eins) gegen die Schweiz seine EM-Premiere.

Die Eidgenossinnen sind im Gruppe-C-Duell in Deventer in der Favoritenrolle, die Truppe von Teamchef Dominik Thalhammer peilt aber eine Überraschung an. Ein mutiger Auftritt soll belohnt werden.

"Das erste Spiel in einem Turnier hat eine ganz hohe Bedeutung. Wenn das verloren wird, dann sind die Chancen, weiterzukommen, dramatisch verringert. Das ist uns bewusst", sagt Thalhammer.

Auf die ÖFB-Auswahl warten noch dazu danach die vermeintlich übermächtigen Französinnen, will man im Aufstiegskampf ein Wörtchen mitreden gilt zum Auftakt die Devise "Verlieren verboten".

"Das erste Spiel ist richtungsweisend, wenn es gut läuft, kann man eine Euphorie mitnehmen", weiß Offensivspielerin Laura Feiersinger.

  • So erwartet Österreich die Schweiz

Feiersinger rechnet bei der EM-Premiere mit Anfangsnervosität. Die wird sich aber nicht auf die ÖFB-Truppe beschränken. Davon geht zumindest Thalhammer aus: "Die Schweiz war zwar schon bei einer WM, aber es ist ihre erste EM. Dass die ganz eiskalt in die Spiele gehen, glaube ich daher nicht."

Hinzu kommt, dass die Schweizerinnen Druck verspüren. Sie haben das Viertelfinale klar als Ziel ausgegeben. Für die ÖFB-Elf war bereits die geschaffte Qualifikation ein Meilenstein, alles Weitere ist Draufgabe. "Die Schweiz ist uns vielleicht in der Entwicklung im Frauenfußball fünf bis zehn Jahre voraus. Man muss einfach sagen, dass sie über uns zu stellen sind", schätzt der ÖFB-Coach die Situation realistisch ein.

Dänemark-Spiel als Vorbild

"Wir haben sie gut analysiert und wissen genau, wie wir auftreten müssen. An einem guten Tag ist vielleicht was möglich", hofft Thalhammer. Andreas Heraf war in den letzten Monaten für die Gegneranalyse abgestellt. "Sie haben mehr Erfahrung als wir und vor allem in der Offensive extrem gute Spielerinnen. Sie haben einen unglaublichen Speed nach vorne hin", hat Thalhammer Respekt.

Geht es nach ihm, soll der aber nicht zur Geltung kommen - so wie bei der Generalprobe in Wiener Neustadt gegen Dänemark, die mit einem 4:2-Erfolg des ÖFB-Teams endete.

"Wir haben die Gewissheit, dass wir die Großen ärgern können. Wir müssen so aggressiv und spritzig wie gegen Dänemark spielen", gibt der gebürtige Niederösterreicher die Marschroute vor. Da war ein offensiver, mutiger Auftritt belohnt worden.

  • Kann die Kapitänin doch spielen?

Viktoria Schnaderbeck könnte indes den Wettlauf mit der Zeit um einen Einsatz im Auftaktspiel gegen die Schweiz gewinnen. "Es geht mir sehr gut. Das Knie hat sehr gute Fortschritte gemacht", sagt die ÖFB-Kapitänin am Montag in Deventer vor dem Abschlusstraining. Ein Knochenmarksödem im linken Knie hatte sie in den letzten Wochen gehindert, am Sonnntag trainierte sie erstmals wieder mit dem Team.

"Wir wollen das Training noch abwarten und werden dann eine Entscheidung treffen", verlautet Schnaderbeck. Am Matchtag werde man sich nicht viel anders als sonst vorbereiten. "Wir versuchen uns in den Ruhephasen Energie zu holen, sei es nach dem Frühstück oder in der Mittagspause. Es ist aber auch wichtig, als Mannschaft zusammen zu sein", so die Bayern-Legionärin. Einerseits gelte es den Fokus aufs Spiel zu richten, andererseits aber auch Gelassenheit an den Tag zu legen.

Rund 5.000 Zuschauer werden am Dienstag erwartet, das Stadion De Adelaarshorst wird also gut gefüllt sein, da eine Seite gesperrt ist und daher nur etwa 7.000 Anhänger Platz finden.

  • So will Österreich gegen die Schweiz auftreten

"Bei uns ist der Grad zwischen Mut und Naivität oft sehr schmal, aber ich glaube, dass man als Außenseiter einfach mutig auftreten muss", betont Thalhammer. Er hofft auch durch die taktische Variabilität seines Teams den Gegner im Spiel überraschen zu können. "Ich glaube, dass wir uns genug Werkzeuge in den letzten Jahren erarbeitet haben und vielleicht auch kein Gegner wissen wird, wie wir genau gegen sie spielen", erläutert Thalhammer.

Seine Truppe hatte eine Woche Zeit, sich auf die Gegebenheiten in den Niederlanden einzustellen. Die Stimmung im Teamquartier in Wageningen war bestens, die Vorfreude auf den EM-Start riesengroß. "Es ist etwas ganz Besonderes für uns alle", betont Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil. In Ehrfurcht erstarren wolle man nicht.

"Wir sind der Underdog, haben wenig Druck, aber wir wollen mitspielen und die Großen ärgern", sagt die 24-Jährige.

Mit Eseosa Aigbogun, Rahel Kiwic und Lia Wälti trifft sie auf drei Potsdam-Kolleginnen. Sandra Betschart spielt bei Duisburg mit den ÖFB-Kickerinnen Virginia Kirchberger, Barbara Dunst und Lisa Makas. Bei Bayern München waren vergangene Saison Schweiz-Kapitänin Caroline Abbe und Vanessa Bürki Kolleginnen des ÖFB-Trios Manuela Zinsberger, Carina Wenninger und Viktoria Schnaderbeck.

Ob Schnaderbeck gegen die Schweiz einen Beitrag leisten wird, ist weiter fraglich. "Wir wissen, wie wichtig die Vicky ist, haben aber auch einen guten Kader, um einen Ausfall zu kompensieren", meint Zadrazil. Das hat man gegen Dänemark eindrucksvoll gesehen.

  • Mögliche Aufstellung gegen die Schweiz:

Österreich - Schweiz

Dienstag, 18.00 Uhr/live ORF eins, Deventer, Stadion De Adelaarshorst, SR Bibiana Steinhaus/GER

Österreich: Zinsberger - Schiechtl/Kirchberger, Schnaderbeck/Kirchberger, Wenninger, Aschauer - Feiersinger, Zadrazil, Puntigam, Makas - Billa, Burger

Ersatz: Größinger, Pfeiler - Georgieva, Maierhofer, Naschenweng, Dunst, Eder, Klein, Prohaska, Enzinger, Pinther

Fraglich: Schnaderbeck (angeschlagen/Knie)

Schweiz: Thalmann - Crnogorcevic, Abbe, Kiwic, Maritz - Aigbogun/Terchoun, Moser, Wälti, Dickenmann - Humm, Bachmann

Ersatz: Michel, Friedli - Brunner, Rinast, Betschart, Zehnder, Calligaris, Mauron, Bernauer, Bürki, Reuteler

Fraglich: Bachmann

Es fehlt: Kuster (verletzt/nicht im EM-Kader)

Ebenfalls am Dienstag (20.45 Uhr, Tilburg): Frankreich - Island

Weitere Spiele: Island - Schweiz (22. Juli/18.00/Doetinchem), Frankreich - Österreich (22. Juli/20.45/Utrecht), Island - Österreich (26. Juli/20.45/Rotterdam), Schweiz - Frankreich (26. Juli/20.45/Breda)

Anmerkung: Die Top Zwei der Gruppe ziehen ins Viertelfinale ein.


  • Das ist der ÖFB-Frauen-Kader für die EURO 2017:

Österreichs Damen-Nationalteam hat sich erstmals für eine EM-Endrunde qualifiziert. LAOLA1 stellt den 23-Frau-Kader und ihr Betreuerteam vor:

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TOR: Manuela Zinsberger

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Verein: FC Bayern München/Deutschland

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Jasmin Pfeiler (SKV Altenmarkt)

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Carolin Größinger (FC Bergheim)

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VERTEIDIGUNG: Marina Georgieva

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Verein: 1. FFC Turbine Potsdam/Deutschland

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Virginia Kirchberger

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Verein: MSV Duisburg/Deutschland

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Katharina Naschenweng

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Verein: SK Sturm Graz

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Sophie Maierhofer

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Verein: University of Kansas/USA

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Katharina Schiechtl

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Verein: SV Werder Bremen

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Viktoria Schnaderbeck

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Verein: FC Bayern München/Deutschland

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Carina Wenninger

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Verein: FC Bayern München/Deutschland

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MITTELFELD: Verena Aschauer

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Verein: SC Sand/Deutschland

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Barbara Dunst

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Verein: MSV Duisburg/Deutschland

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Jasmin Eder

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Verein: SKN St. Pölten

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Jennifer Klein

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Verein: NÖSV Neulengbach

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Nadine Prohaska

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Verein: SKN St. Pölten

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Sarah Puntigam

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Verein: SC Freiburg/Deutschland

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Sarah Zadrazil

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Verein: 1. FFC Turbine Potsdam/Deutschland

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ANGRIFF: Nicole Billa

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Verein: TSG 1899 Hoffenheim/Deutschland

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Nina Burger

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Verein: SC Sand/Deutschland

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Stefanie Enzinger

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Verein: SK Sturm Graz

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Laura Feiersinger

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Verein: SC Sand/Deutschland

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Lisa Makas

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Verein: MSV Duisburg/Deutschland

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Viktoria Pinther

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Verein: SKN St. Pölten

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Teamchef: Dominik Thalhammer

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BETREUERTEAM: 1. Reihe: Sportpsychologin Mirjam Wolf, Pressebetreuerin Iris Stöckelmayer, Co-Trainerin Irene Fuhrmann, Team-Managerin Isabel Hochstöger und Masseurin Margaret Sperrer. 2. Reihe: Torwart-Trainer Walter Franta, Team-Arzt Oktawian Ilow, Chef-Trainer Dominik Thalhammer und Physiotherapeut Reinhard Wögerbauer.

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  • Die LAOLA1-Wordraps mit dem Frauen-Nationalteam:





Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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