Windbichler gibt DFB-Team Tipps

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Als Korea-Legionär in die deutsche "Bild"-Zeitung?

Das kommt auch nicht alle Tage vor. Vor dem entscheidenden Gruppenspiel des DFB-Teams gegen Südkorea (16 Uhr im LIVE-Ticker) ist die Expertise von Ex-Austria- und -Admira-Profi Richard Windbichler aber sehr gefragt. Schließlich ist er der einzige Westeuropäer in der K-League.

Geht es nach dem 27-jährigen Wiener, hat Südkorea keine Chance: "Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, gewinnt Deutschland das Spiel locker. Deutschland kann was fürs Torverhältnis tun."

Entscheidungen im Südkorea-Nationalteam verwundern Windbichler

Windbichler, der bei Ulsan Hyundai spielt, weiter: "Korea ist die schwächste Mannschaft der Gruppe und kommt gerade zur rechten Zeit. Korea ist sehr anfällig in der Abwehr - vor allem mit ihren Verletzungsproblemen in der Innenverteidigung. Die Deutschen müssen nur die Konter der schnellen Stürmer unterbinden - dann wird es eine ganz eindeutige Sache."

Der Defensivspieler kennt einen Großteil der Spieler aus der Liga und versteht deshalb gewisse Entscheidungen im Nationalteam nicht. Nicht umsonst soll Teamchef Shin Tae-yong angezählt sein.

"Einige Entscheidungen des Trainers finde ich verwunderlich. Der erste Torwart spielt in Daegu, die sind Stockletzter der Tabelle, haben die meisten Gegentore kassiert. Gegen Mexiko ist Mun im rechten Mittelfeld aufgelaufen. Seine Mannschaft steht auch unten drin. Und Ju aus dem defensiven Mittelfeld spielt noch nicht mal in der K-League. Das ist ein Zweitliga-Spieler. Der koreanische Trainer steht in der Heimat stark in der Kritik."

Die Euphorie der Heim-WM 2002 sei längst verflogen, das Interesse an der heimischen Meisterschaft ist laut Windbichler enttäuschend und es werde zu wenig aus den Möglichkeiten gemacht. So gibt es etwa keine Nachwuchsleistungszentren und Spieler kommen erst mit 21 oder 22 Jahren in die Profi-Liga.

Windbichler: "War genau die richtige Entscheidung"

Auch darüber, wie es ihn in dieses für Europäer bisher untypische Fußball-Land verschlagen hat, spricht Windbichler.

"Es gibt einen koreanischen Berater, der jedes Jahr durch Europa reist und mögliche Spieler für die K-League scoutet. Er hat mich zufällig schon vor fünfeinhalb Jahren gesehen und meinen Agenten kontaktiert. Damals kam das nicht infrage. Dann sind aber die nächsten vier Jahre nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe gemerkt, dass es für die Bundesliga oder die Premier League nicht reicht. Da hat uns der koreanische Agent wieder angerufen. Und ich habe entschieden, was ganz Neues zu machen."

Die Bilanz fällt bisher positiv aus. Nach anfänglichen Verletzungssorgen zählt Windbichler mittlerweile zum klaren Stammpersonal.

"Jetzt bin ich anderthalb Jahre hier und kann sagen - es war genau die richtige Entscheidung."

Textquelle: © LAOLA1.at

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