Frankreich will es Thierry Henry zeigen

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Wenn Frankreich und Belgien am Dienstag (20 Uhr im LIVE-Ticker) das erste Halbfinale der WM 2018 bestreiten, steht ein Mann zwischen den beiden Teams: Thierry Henry.

Frankreichs Stürmer-Legende arbeitet seit knapp zwei Jahren als Co-Trainer Belgiens. Frankreichs Teamchef Didier Deschamps spricht vor dem Duell deshalb von einer "bizarren Situation". "Er ist Franzose und trotzdem unser Gegner. Aber ich bewundere ihn und freue mich für ihn", sagt Deschamps.

Der 49-Jährige feierte als Kapitän die größten Erfolge seiner Karriere mit Henry an seiner Seite. 1998 wurde man beim Heimturnier Weltmeister, zwei Jahre später triumphierte man gemeinsam bei der Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden.

Mit Henry trifft erstmals ein Akteur der 1998er-Mannschaft als Kontrahent auf Frankreichs Nationalauswahl. Bei der "Equipe Tricolore" hofft man zumindest auf einen Restfunken Verbundenheit.

Giroud: "Es ist ein wenig komisch"

"Sollten wir gewinnen, wird er sich auch mit uns freuen. Letztendlich ist er Franzose", vermutet der französische Außenverteidiger Lucas Hernandez. "Alle in Frankreich kennen ihn und wissen, was für ein großartiger Spieler und welche Ikone er war. Wir hoffen nur, dass er uns im Halbfinale nicht besiegt."

Stürmer Olivier Giroud merkt hingegen an: "Es ist ein wenig komisch, dass er gegen uns spielt. Ich wäre zufrieden, 'Titi' zu zeigen, dass er im falschen Lager steht."

Henry schweigt

Henry selbst, mit 51 Treffern in 123 Länderspielen Frankreichs Rekordtorschütze, schweigt. Seine Schützlinge sind sich unterdessen seiner Unterstützung gewiss. "Er weiß einiges über das Team Frankreichs, er ist auf unserer Seite", zweifelt Belgiens Thomas Vermaelen nicht an Henrys Loyalität.

"Er ist wirklich wichtig für uns. Wenn er uns etwas sagt, ist das hilfreich", betont Abwehrspieler Toby Alderweireld. Kevin De Bruyne lobt nach seinem Siegtor gegen Brasilien im Viertelfinale den prominten Assistenten: "Er versucht immer uns zu helfen die Spiele zu gewinnen. Er will, dass wir an die Spitze kommen."

Auf Martinez' Wunsch in Belgien

Die Verpflichtung Henrys war ein Wunsch von Roberto Martinez, der nach dem EM-Aus der Belgier 2016 im Viertelfinale gegen Wales von Marc Wilmots das Amt des Cheftrainers übernommen hatte. Der Spanier sollte recht behalten, stehen die "Roten Teufel" doch zum zweiten Mal nach 1986 im Halbfinale einer Weltmeisterschaft.

Als Spieler hatte Henry seine größten Erfolge neben dem französischen Nationalteam mit Arsenal und dem FC Barcelona gefeiert. Die Londoner schoss der Angreifer zu zwei englischen Meistertiteln (2002 und 2004), mit den Katalanen gewann er neben zwei spanischen Meisterschaften (2009 und 2010) im Jahr 2009 auch die Champions League. Während seiner Trainerausbildung hatte Henry auch im Nachwuchsbereich für Arsenal gearbeitet.

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Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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