Ein Fischerdorf auf Europacup-Abenteuer
Finanziell liegen Welten zwischen den beiden Teams - und auch der Erfahrungsschatz auf Europacup-Ebene ist ganz ein anderer. Die kommende Partie ist für das Team aus dem rund eineinhalb Autostunden von Malmö entfernten Fischerdorf erst der fünfte internationale Auftritt der Vereinsgeschichte.
Zwar gelang gegen Lincoln FC aus Gibraltar in der Champions-League-Qualifikation der Aufstieg (3:0), doch in der 3. Runde war gegen den slowakischen Meister Slovan Bratislava Endstation (1:4).
National hat die deutlich finanzkräftigere Konkurrenz aus den Metropolen mittlerweile zurückgeschlagen. Zur Meisterschaftshalbzeit steckt Mjällby, ohne potente Großinvestoren im Rücken, im Abstiegskampf. Allerdings wurde am Wochenende der bis dahin ungeschlagene Tabellenführer IK Sirius nach 0:3-Rückstand noch mit 4:3 besiegt. "Das war noch einmal eine Warnung für uns", meinte Röhl.
Beim schwedischen Doublesieger gab es inzwischen einige Veränderungen. Meistertrainer Anders Torstensson zieht nun als Technischer Direktor die Fäden, als Chefcoach wurde der junge Norweger Karl Marius Aksum (36) installiert.
Benannt ist der Verein nach dem 1.400-Seelen-Ort Mjällby, seine Heimspiele trägt er aber in der Nachbargemeinde Hällevik aus. Um den UEFA-Richtlinien gerecht zu werden, musste das Stadion erst mit mobilen Containern und anderen Zusatzbauten ergänzt werden.
Keine Favoritenrolle - Krätzig fehlt
Auf die Favoritenrolle wollten sich Röhl und Co. nicht festlegen lassen, auch wenn sie zuvor den Gegner nicht kannten. "Sie sind auf keinen Fall zu unterschätzen, sondern sicher ein unangenehmer Gegner. Da müssen wir dagegenhalten", warnte Kapitän Nikolas Veratschnig.
Die Salzburger performten seit Röhls Amtsantritt vor zwei Monaten bisher sehr solide, feierten in sechs Pflichtspielen bei zwei Remis vier Siege. In der EL-Quali hatte man mit Pafos aus Zypern aber durchaus seine Mühe. Der Aufstieg war nicht zuletzt Neuverpflichtung Haris Tabakovic zu verdanken, der alle vier Treffer gegen Pafos erzielte.
Aus diesen Erfahrungen wolle man lernen. "Morgen ist erst einmal wieder nur die erste Halbzeit von zwei Spielen. Das haben wir schon gemerkt, ein Hinspielsieg bedeutet nicht automatisch, dass alles geregelt ist", sagte Röhl.
Personell ist man im Vergleich zum 3:0 bei der WSG Tirol am vergangenen Sonntag leicht dezimiert, Außenverteidiger Frans Krätzig fällt mit einer Oberschenkelverletzung nach Klubangaben "für einige Zeit aus", Röhl hofft auf maximal zehn Tage.
Fragezeichen gab es noch bei Leandro Morgalla, der gegen die WSG einen Schlag aufs Knie bekommen hatte.