Es habe aber eben auch diese Phasen gegeben, "wo der Gegner einen Tick besser im Spiel war und wir immer wieder vor Aufgaben gestellt wurden. Kompliment an den Gegner, der das leidenschaftlich gemacht hat, und sich so die ein oder andere Situation erspielt hat", zeigt sich Röhl fair.
Zu der ein oder anderen Situation wurde Celje allerdings auch von den Salzburgern eingeladen. So hätten die "Grofje" die Begegnung bereits im ersten Durchgang erstmals ausgleichen können.
Abubakr Barry verlor nach rund 27 Minuten in der gegnerischen Hälfte einen Ball, Tim Drexler rückte zu überhastet raus und auf einmal war Blaz Kramer über links durch. Auch der Querpass des schlitzohrigen Celje-Stürmers auf Veton Tusha kam an, einzig die Stange rettete für die "Bullen" in dieser Situation.
"Lassen gerade einen Tick zu viel zu"
Dieses Glück war in der 50. Minute aber aufgebraucht. Wieder passte die Abstimmung nach nur einem weiten Ball überhaupt nicht, Linksverteidiger Dominik Schmid musste plötzlich auf rechts als letzter Mann gegen Kramer verteidigen und wurde vom Slowenen eingepackt. Der Anschlusstreffer war passiert.
"Beim 1:2 stimmt die Abstimmung nicht. Da sage ich noch, das kann passieren", kommentiert Röhl diese Szene.
Sauer stößt dem Deutschen jedoch auf, auf welche Art und Weise man schlussendlich den Last-Minute-Ausgleich kassierte: "Wir lassen gerade einen Tick zu viel zu. Wie das 2:2 zustande kommt, ist zu einfach. Diese Kleinigkeiten müssen wir abstellen und daraus ganz schnell lernen."
Konkret meint der 37-Jährige damit, dass seine Mannschaft in der Entstehung des 2:2 einen Freistoß in der eigenen Hälfte kurz abspielte und dabei den Ball verlor.
Nicht erwachsen genug und zu kindlich
Wir waren in den letzten Minuten teilweise zu kindlich. Wenn du 2:1 führst, musst du nichts mehr beweisen, sondern das Ding über die Bühne bringen.
"Wir führen nicht erwachsen genug den Freistoß aus. Da müssen wir nicht mehr Fußball spielen, da geht es darum, irgendwie den Ball vom Tor wegzuhalten", schüttelt Tim Drexler den Kopf. "Wir haben Haris vorne drinnen, da müssen wir den Ball wegschlagen und nicht flach versuchen rauszuspielen und so den Gegner einzuladen."
Morgalla ergänzt: "Wir waren in den letzten Minuten teilweise zu kindlich. Wenn du 2:1 führst, musst du nichts mehr beweisen, sondern das Ding über die Bühne bringen."
Röhls bittere Erkenntnis lautet schlussendlich: "In diesem Wettbewerb geht es darum, fehlerfrei zu spielen, weil jede Mannschaft die Qualität hat, Fehler zu bestrafen. Das haben wir in der Vergangenheit schon besser gemacht, da waren wir schon clever genug."
Um in diesem Wettbewerb noch über die Ligaphase hinweg vertreten zu sein, werden die Salzburger noch mindestens fünf weitere, tendenziell aber sogar noch mehr Zähler benötigen.
In den kommenden Spielen fast schon zum Siegen gezwungen
Und wahrscheinlich wird man diese Punkte noch in diesem Kalenderjahr einfahren müssen, nachdem in den nächsten drei Runden mit RSC Anderlecht (a), Ararat Armenia (h) und Sparta Prag drei vergleichbar machbare Gegner warten, ehe im für österreichische Klubs meist sehr zähen Jänner Bayer Leverkusen (a) und Crystal Palace (h) am Programm stehen.
Der sowieso immer sehr nüchtern agierende Röhl lässt sich auf Rechenspiele zu diesem frühen Zeitpunkt der Ligaphase wenig überraschend nicht ein. Man müsse von Spiel zu Spiel schauen, "es macht gar nicht so viel Sinn, zu weit vorauszuschauen".
Er ist sich allerdings sicher: "Wir sind in der Lage, Punkte zu holen, die fürs Weiterkommen reichen."
Aus österreichischer Sicht bleibt zu hoffen, dass Röhl damit recht behält und den "Bullen" die zwei leichtfertig liegengelassenen Punkte in Celje schlussendlich nicht auf den Kopf fallen.