Rapid gegen Molde vor Europacup-Novum

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Molde FK ist in Österreich noch ein eher unbeschriebenes Blatt, dabei hat der nächste Gegner von Rapid Wien in der Europa League einiges zu bieten.

Dabei kommt es zu einem Novum in der Grün-Weißen Vereinsgeschichte am Donnerstag (ab 21:00 Uhr im LIVE-Ticker). Die Hütteldorfer werden im Europacup erstmals auf ein anderes norwegisches Team als Rosenborg Trondheim treffen.

Der aktuelle norwegische Meister hat alle vier Titel in der vergangenen Dekade geholt. In dieser Spielzeit, die wie in Nordeuropa üblich als Ganzjahresmeisterschaft gespielt wird, wird Molde wohl Bodo/Glimt, das in der Europa-League-Qualifikation Milan alles abverlangt hat, den Vortritt lassen müssen.

Moe statt Solskjaer

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

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Rapid-Trainer Didi Kühbauer hätte am Donnerstag erneut Ole Gunnar Solskjaer gegenüberstehen können. Vor 24 Jahren, bei den beiden Champions-League-Spielen zwischen Rapid Wien und Manchester United, begegneten sich die heutigen Übungsleiter als Gegner auf dem Spielfeld.

Das bessere Ende behielt jeweils der Norweger für sich. Zweimal gewannen die "Red Devils" mit 2:0, beim Spiel im September im Old Trafford traf der damals 23-Jährige nach 20 Minuten zur Führung. Didi Kühbauer sah damals übrigens nach einem Zusammenstoß mit David Beckham, den der Engländer hollywoodreif annahm, die Gelbe Karte.

Dass nun aber nicht der 47-jährige Solksjaer, sondern der drei Jahre ältere Moe an der Seitenlinie der Norweger steht, hat ebenfalls mit Manchester United zu tun.

Vom Cardiff-Flopp zum United-Retter

Die "Red Devils" befanden sich nach der Entlassung von Jose Mourinho auf Trainersuche. Die Wahl fiel auf Solskjaer, der mit Molde zwar die Vizemeisterschaft einfuhr, aber zuvor bereits in England floppte.

Der ehemalige Angreifer beendete seine Amtszeit in Molde im Jänner 2014, um sich als zweifacher norwegischer Meister Cardiff City anzuschließen. Den Abstieg der "Blue Birds" konnte der 67-fache norwegische Nationalspieler nicht abwenden.

Zur folgenden Saison machte Solskjaer auch Bekanntschaft mit einem ehemaligen Rapid-Spieler. Guido Burgstaller wurde nach dem Abstieg aus Wien-Hütteldorf nach Wales gelotst. Unter Solskjaer absolvierte der 25-fache Nationalspieler alle fünf Partien seiner Cardiff-Karriere.

Nach etwas mehr als neun Monaten musste er die Waliser wieder verlassen und heuerte ein Jahr später abermals bei Molde an.

Als Manchester United den Norweger im Dezember 2018 vorstellte, war die Skepsis, auch wegen des missglückten Engagements bei Cardiff groß. United lieh Solskjaer, der noch bis Ende 2021 an Molde gebunden war, vorerst für den Rest der Saison als Interimstrainer aus. Was dann passierte, ist bekannt.

Manchester United gewann zehn der ersten Elf Spiele, verlor erst im Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain. Ende März 2019 wurde Solskjaer dann zum Cheftrainer ernannt, der Vertrag mit Molde aufgelöst.

Solskjaers ehemaliger Assistent Erling Moe übernahm in dessen Abwesenheit das Amt als Cheftrainer und dominierte in der folgenden Spielzeit. 2019 blieb Molde auf dem Weg zur Meisterschaft zu Hause ungeschlagen. Der Vorsprung auf den Vizemeister betrug 14 Punkte.

Nicht mehr aktiv an diesem Titel wirkte ein gewisser Erling Haaland mit, der bei Molde seine ersten Schritte im Erstliga-Fußball gegangen ist.

Aus Molde in die große Fußballwelt

Der spätere Salzburg-Stürmer wechselte 2017 als 17-Jähriger von Bryne, wo er im Alter von nur 15 Jahren sein Debüt in der zweiten norwegischen Liga gab, zum von Ole Gunnar Solskjaer trainierten Verein.

Dort wurde das Sturm-Juwel weiter geformt und wusste zu überzeugen. 2018 wurde der mittlerweile siebenfache Nationalspieler Norwegens mit einer Auszeichnung für den größten Durchbruch des Jahres ausgezeichnet.

Red Bull Salzburg schnappte sich daraufhin den aktuell wohl bekanntesten Spieler, der je für Molde seine Schuhe schnürte.

Weniger Bekanntheit, dafür umso mehr Bedeutung wird Magnus Wolff Eikrem zu Teil. Der im Molde geborene 30-Jährige begann seine Karriere in der Jugend der Norweger, ehe er im Alter von 16 Jahren zu Manchester United wechselte.

Die Karriere des Mittelfeldspielers im Nordwesten Englands verlief allerdings nicht wie die von Solskjaer. Eikrem absolvierte kein einziges Pflichtspiel für die "Red Devils", lediglich in der zweiten Mannschaft kam er zum Zug.

Daher folgte 2011 der Wechsel zu seinem Jugendklub, den er nur zwei Jahre später Richtung Heerenveen verließ, um sich 2014 Ole Gunnar Soljskaer und Cardiff City anzuschließen. Doch mit dem Aus von Solskjaer war auch Eikrem Geschichte.

Nach drei Jahren bei Malmö FF, wo er 2015 auch am zweiten Ausscheiden von Red Bull Salzburg gegen die Schweden mitwirkte, ging es über den Umweg Seattle im Jahr 2018 zurück nach Molde, wo der abermals von Solskjaer gelockte Mittelfeldspieler mittlerweile zum Kapitän aufgestiegen ist.

Der 30-Jährige ist der Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel der Norweger, sollte daher vom Rapid-Defensivverbund unter besondere Beobachtung gestellt werden.

Rapid braucht Punkte

Nach der unglücklichen Niederlage zum Auftakt gegen Arsenal und dem gleichzeitigen 2:1-Sieg von Molde bei Dundalk, steht Rapid schon ein wenig unter Druck. Ein Punkt ist wohl das Mindeste, um im Rennen um Rang zwei nicht nachhaltig abgehängt zu werden.

Die Europacup-Bilanz der Hütteldorfer ist negativ. Rapid absolvierte bislang vier Partien gegen norwegische Mannschaften, allesamt gegen Rosenborg. Im Pokal der Landesmeister wurden die Trondheimer 1968 in der ersten Runde durch einen 3:1-Sieg in Norwegen und einem Unentschieden in Wien eliminiert.

44 Jahre später setzte es in der Europa-League-Gruppenphase zwei Niederlagen. Im September 2012 unterlagen die Wiener in einem leeren Ernst-Happel-Stadion, Nachwehen des K.o-Duells mit PAOK, 1:2.

Ende November desselben Jahres verloren die Hütteldorfer trotz zwischenzeitlicher 2:1-Führung mit 2:3.

Molde hat hingegen noch nie gegen eine österreichische Mannschaft gespielt.

Nun hat Rapid acht Jahre später gegen einen neuen Gegner die Möglichkeit, ein frisches Kapitel Europacup-Geschichte zu schreiben.

Textquelle: © LAOLA1.at

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