Spanien ringt Kroatien in Verlängerung nieder

 

Spanien steht im Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft! Die Elf von Luis Enrique setzt sich im Parken Stadion von Kopenhagen in einem echten Torfestival mit 5:3 nach Verlängerung gegen Kroatien, das sich trotz 1:3-Rückstand noch am letzten Drücker in die Overtime rettete, durch.

In einer munteren ersten Hälfte gehört der bessere Start den Spaniern, die durch Koke und Morata zu zwei großen Torchancen kommen. In Führung gehen dann auf kuriose Art und Weise allerdings die Kroaten.

Barca-Youngster Pedri spielt einen harmlosen Rückpass auf seinen Keeper Unai Simon, der es verpasst, den Ball zu stoppen und damit ins eigene Tor rollen lässt (20.) - ein glückliches Tor aus kroatischer Sicht.

Danach braucht es ein wenig, bis die "Furia Roja" wieder ins Spiel kommt, vor der Halbzeit kann Sarabia (38.) allerdings noch ausgleichen. Nach einem Gaya-Schuss landet der Abpraller vor den Füßen des PSG-Akteurs, der aus kurzer Distanz trocken einschiebt.

In Minute 57 dann die Führung für Spanien! Pedri setzt Ferran Torres auf der linken Seite gut ein, der eine präzise Flanke in die Mitte schlägt, wo der aufgerückte Azpilicueta per Kopf sein erstes Länderspieltor sowie die wichtige Führung erzielt.

Eine gute Viertelstunde vor dem Ende folgt der nächste Treffer: Nach einem weiten Ball auf Ferran Torres, wird dieser von Gvardiol nicht wirklich angegangen und das nutzt der ManCity-Star schamlos mit seinem Treffer zum 3:1 (77.) aus!

In Minute 85 sorgt der eingewechselte Orsic mit einem Tor nach einem Strafraum-Gestocher für den Anschluss, mit Pasalic (90+2.) bringt ein weiterer Joker per Kopfball den späten Ausgleich für die Kroaten.

Die Verlängerung gehört dann allerdings wieder den Spaniern, die erst durch Morata, der nach einer Flanke von Olmo sicher einnetzt, mit 4:3 in Führung gehen (100.) und nur drei Minuten später in Person von Oyarzabal im Konter das 5:3 nachlegen (103.). Trotz weiterer Kroatien-Chancen bleibt es auch dabei.

Im Viertelfinale treffen die Spanier auf den Sieger aus dem Duell Frankreich gegen die Schweiz.

Simon-Blackout bringt Kroatien in Front

Tatsächlich schien es so, als sei bei Spanien nach dem 5:0 über die Slowakei die Flasche Schaumwein, wie es Trainer Luis Enrique genannt hatte, geöffnet worden. Der dreifache Europameister zeigte sich in Spiellaune, der Dreiersturm Torres, Morata und Sarabia konnte sich immer wieder in Szene setzen.

Erst ließ Sarabia das Außennetz erzittern (13.). Die erste Großchance von Koke vereitelte dann im Eins-gegen-Eins Dominik Livakovic mit einer Fußabwehr (16.), wenig später machte es Morata dem kroatischen Goalie mit einem verunglückten Köpfler im Fünfer zu einfach (19.).

Kroatien, bei dem in der Offensive Ante Rebic den coronapositiven Schlüsselspieler Ivan Perisic ersetzte, war bis zu diesem Zeitpunkt nicht aufgefallen, lauerte erfolglos auf Konter.

Spaniens Führung schien nur noch eine Frage der Zeit, wäre da nicht Simon mit einem Blackout der kuriosen Sorte gewesen. Einen langen Rückpass Pedris ließ der Mann von Athletic Bilbao über den Rist rutschen und konnte nur noch zuschauen, wie der Ball ins Tor rollte.

Spanien dreht Spiel, Kroatien kontert

Das bereits neunte Eigentor dieser Endrunde - damit sind 2021 genau so viele gefallen wie bei allen anderen EM-Endrunden zuvor zusammengezählt - gab den Kroaten plötzlich Oberwasser, sie lancierten mehrere Angriffe samt Möglichkeiten. Nennenswert: Ein Außennetzschuss von Nikola Vlasic (25.) und ein Distanzversuch von Mateo Kovacic über das Tor (26.).

Etwas mehr als zehn Minuten dauerte die Schockstarre der Spanier, die noch vor der Pause zum verdienten Ausgleich kamen: Nach mehreren Versuchen und Strafraumwirren konnte Livakovic nur abprallen lassen, Sarabia war aus gut zehn Metern erfolgreich.

Es war der Auftakt zur Trendwende, die sich nach dem Seitenwechsel fortsetzte. Spanien dominierte und kam nach Flanke von Torres durch einen unhaltbaren Azpilicueta-Köpfler aus Kurzdistanz zum 2:1. Luka Modric und Co. stemmten sich zwar gegen das Aus, zumeist aber mit unzureichenden Mitteln. Erst fiel ein Abschluss von Rebic viel zu schwach aus (66.), dann konnte sich Simon bei einem Versuch Josko Gvardiols aus Kurzdistanz auszeichnen.

Verlängerung wieder in spanischer Hand

Letzterer kam schließlich gegen Torres fiel zu spät, sein Gegenspieler konnte von rechts außen ungehindert zum Tor ziehen und ins lange Eck abschließen. Abwehrspieler Gvardiol war nach schnellem Wiederanpfiff von Schiri Cakir infolge einer Trinkpause nicht mehr rechtzeitig auf seine Position zurückgekehrt und so klar im Nachteil gegenüber Torres gewesen.

Weil Spanien in der Folge einen Gang zurückschaltete und Kroatien den Druck vor vielen eigenen Fans noch einmal erhöhte, konnten zwei "Joker" der Partie innerhalb von rund acht Minuten eine neuerliche Wendung geben: Orsic nach Strafraumgestocher und Pasalic per Kopf nach Flanke von Marcelo Brozovic schossen ihr Team in die Verlängerung.

Dorthin nahm Kroatien das Momentum mit. Orsic schlenzte gleich zum Auftakt den Ball nur knapp über das Tor (92.), wenig später scheiterte Andrej Kramaric aus Kurzdistanz am glänzend parierenden Simon. Doch die Spanier schlugen ein weiteres Mal zurück. Ihnen reichten dafür nur vier Minuten: Erst war der bisher viel gescholtene Morata nach Maßflanke Dani Olmos zur Stelle, den Sack machte mit Oyarzabal ebenfalls ein "Joker" zu. Olmo klopfte kurz vor Abpfiff noch einmal an der Stange an (120.)

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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