"Ich will zu einem Top-Klub"

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Arnautovic: "Ich will zu einem Top-Klub"

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Die EURO 2016 in Frankreich ist nicht das erste Turnier für Marko Arnautovic.

Der heute 27-jährige ÖFB-Star hat auch schon eine Heim-EM hinter sich, allerdings bekanntlich nicht jene 2008, sondern ein Jahr zuvor in Oberösterreich die des U19-Nachwuchs-Nationalteams.

Damals folgte dem 0:2 zum Auftakt gegen Spanien ein 1:1 gegen Griechenland. Arnautovic flog im Finish nach wiederholtem Foulspiel vom Platz und verpasste das letzte Gruppenspiel gegen Portugal (0:2).

Seine neuerliche Chance

Neun Jahre später bietet sich dem Offensivspieler neuerlich eine Chance, bei einem Turnier zu zeigen, was er drauf hat. Dieses Mal allerdings auf ganz anderem Niveau. Auf höchstem Niveau.

"Das ist natürlich eine der Bühnen, auf die man gewartet hat“, erklärt Arnautovic gegenüber LAOLA1, das vor rund zwei Wochen einen entspannten Teamspieler im Flagship-Store seines Ausrüsters "Puma" in Wien trifft.

So entspannt präsentierte sich der Linksaußen auch in den vergangenen Tagen in Frankreich. Doch am Dienstag wird es erstmals ernst für ihn und seine Teamkollegen beim Duell mit Ungarn (18 Uhr).

„Wir wollen Österreich stolz machen“, ließ Arnautovic noch in Wien wissen und meinte: „Es ist überragend, dass wir so eine Quali gespielt haben, aber jetzt müssen wir diese Leistungen auch in Frankreich zeigen.“

Arnautovic mit Martin Harnik

Quali soll nicht umsonst gewesen sein 

Viele hierzulande wünschen es sich wohl, dass es die Nummer 7 Österreichs der ganzen Welt zeigt, was sie drauf hat. Denn klar ist: Am Dienstag betritt Arnautovic seine bislang größte Bühne.

Der 52-fache Internationale spielte schon in der Serie A in Italien, in der deutschen Bundesliga sowie in der Premier League als auch in der Champions League.

Doch die EURO ist auch für ihn eine andere Hausnummer. Mittlerweile ist aber auch Arnautovic eine andere Hausnummer. Längst geläutert nach Skandalen. Damals polarisierte das von vielen Seiten fußballerisch gelobte Talent, weil es zumeist abseits des Rasens Schlagzeilen machte.

Mit ÖFB-Teamchef Marcel Koller, der Vergangenheit Vergangenheit sein ließ und ihm stets das Vertrauen schenkte, kam die Wende. Heute wird das frühere "Enfant terrible" hierzulande fast ausschließlich geliebt.

Neben dem Trikot von David Alaba ist jenes von Arnautovic das beliebteste im Store, hört man. Wohl auch weil der technisch versierte Fußballer ein guter Showman ist. Manch Fan hat deswegen auch "Astronautovic" über der 7 stehen.

Und weil er mittlerweile den Teamplayer lebt und nicht nur mimt. Früher habe Arnautovic, den sie als 17-jährigen Twente-Legionär in Holland „neuen Zlatan Ibrahimovic“ tauften, sich speziell seine eigenen Videos angesehen. Das mache er nun nicht mehr, merkte er vor wenigen Tagen an.

Überhaupt ginge es ihm mehr um das Team bei dieser EM. "Ich will nicht nur mich präsentieren, sondern die gesamte Mannschaft. Ich will, dass wir weit kommen und nicht umsonst so eine Quali gespielt haben. Wir wissen, was wir drauf haben und ich will da meinen Beitrag leisten. Wenn man eine gute Leistung bringt, kommt der Rest von selbst und es wird gut laufen."

Wer mich kennt, weiß, dass ich zu einem Top-Verein gehen will, das ist mein Wunsch, mein Traum, für den gebe ich alles.

Marko Arnautovic

"Musste die Premier League kennenlernen" 

So wie vergangene Saison bei Stoke City, wohin Arnautovic im September 2013 nach seinem missglückten Engagement bei Werder Bremen gewechselt ist. Sein wohl wichtigster Schritt.

In seiner dritten Saison in der Premier League traf der Wiener elf Mal und bereitete sieben Treffer vor. Es war seine punktbeste Spielzeit seit seinem Durchbruch 2008/09 in Enschede, als er zwölf Mal traf und sechs Tore vorbereite. In England genießt er die Abgeschiedenheit, die ihn offenbar auch in Holland beflügelte.

"Ich denke, ich habe hier den Rest ausklammern können, so wie früher. Ich musste die Premier League einmal kennenlernen, du versuchst Woche für Woche etwas herauszuholen und das ist in dieser Saison dann mit Toren oder Vorlagen besonders gelungen“, schildert Arnautovic.

„Und ich fühle mich unglaublich wohl. Ich habe viele Freunde dort, es ist wie im Nationalteam. Wir machen privat viel zusammen, auch da sind wir eine echte Einheit“, erklärt „Arnie“, der in Manchester wohnt und den beiden Großklubs der Stadt wie auch Chelsea in der abgelaufenen Spielzeit Tore einschenken konnte. City (2:0) und Chelsea (1:0) erledigte er dabei im Alleingang. 

"Wiedervereint" mit Mourinho

Mit Jose Mourinho kehrt sein alter Trainer aus gemeinsamen Inter-Zeiten („Marko hat den Charakter eines Kindes“) in die Premier League zurück und coacht ab Sommer Manchester United.

„Er hat mit mir früher viel geredet, auch jetzt wieder, als er Chelsea-Trainer war und wir uns gesehen haben. Ich freue mich, dass er zurück in der Premier League ist und nun wieder die Chance hat, eine Mannschaft groß rauszubringen. Pep Guardiola ist allerdings auch da und will Titel gewinnen.“

Seinem früheren Lehrmeister gibt er übrigens hinsichtlich dessen Charakter-Sagers Recht. „Das stimmt, ich war damals nicht kontrolliert. Ich bin stolz, dass ich unter Jose Mourinho trainieren durfte."

Arnautovic mit LAOLA1-Redakteur Kastler

Vielleicht kommt es ja irgendwann zu einer neuerlichen Zusammenarbeit.

Arnautovic wurde vor zwei Monaten 27 Jahre alt und steht vor dem wichtigsten Turnier seines Lebens. Nach einer überaus positiven Saison bei Stoke City kann sich Arnautovic nun noch einmal ins Rampenlicht spielen. Die Tests gegen Malta und Holland zeigten nicht viel, eines aber doch, nämlich dass vor allem der Offensivkünstler die EM gar nicht mehr erwarten konnte.

Top-Klub als Ziel

Schließlich hat der Sohn einer Österreicherin und eines Serben in seiner Karriere noch etwas vor.

„Wer mich kennt, weiß, dass ich zu einem Top-Verein gehen will, das ist mein Wunsch, mein Traum, für den gebe ich alles“, macht der Angreifer aus seinen Ambitionen keinen Hehl.

„Aber ich bin bei Stoke, habe hier noch ein Jahr Vertrag und verhandle mit niemanden. Ich habe auch nichts gehört, die Transferzeit hat ja noch nicht einmal richtig begonnen. Man wird sehen, ich werde ruhig bleiben. Ich bin ja schließlich Stoke-Spieler, das ist nicht schlecht, sondern sehr gut.“

Dort hat er eben noch einen Vertrag bis 2017. Vertrag verlängern oder verkaufen sind wohl die beiden Möglichkeiten für den Klub. Klar ist bislang nur, dass er selbst diese Liga nicht verlassen will: „Es gibt eigentlich keine andere für mich.“

16 Millionen Euro soll die festgeschriebene Ablöse für Arnautovic betragen. Eine gute EURO und vor allem im finanzkräftigen englischen Fußball legt jemand diese Summer schnell mal auf den Tisch.

Vor allem dann, wenn Arnautovic seine bislang größte Bühne auch nützt.

 

Bernhard Kastler


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