'Ich kann mich nicht verteidigen'

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Bei Manchester United herrscht nach dem Ausscheiden aus der Champions League Katzenjammer. Die 2:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg besiegelte den dritten Gruppen-Platz der Red Devils und bringt Coach Louis van Gaal in Zugzwang.

"Ich kann mich in diesem Moment nicht verteidigen, denn wir sind aus der Champions League ausgeschieden und alles was ich sage, ist falsch, denke ich", meint der Niederländer, anbgesprochen auf die Entwicklung unter seiner Regentschaft.

Hohn und Spott sind dem Startrainer und seiner Mannschaft nach der Blamage sicher. Allen großen Ambitionen und Investitionen zum Trotz scheiterte United schon in der Gruppenphase, musste sich hinter Wolfsburg und PSV Eindhoven mit Rang drei begnügen. Nur ZSKA Moskau konnte man hinter sich lassen.

"Wir waren in einer sehr engen Gruppe"

„Wir waren die Favoriten, aber wir waren in einer sehr engen Gruppe, das zeigen die Resultate. Es ging immer 1:0 oder 2:1 aus“, will Van Gaal nach dem Ausscheiden nichts von einer vermeintlich einfachen Auslosung wissen. Bei solch knappen Konstellationen seien auch Schiedsrichterentscheidungen mitausschlaggebend, und hier war Van Gaal nicht mit allen einverstanden.

"Ihr erinnert euch an das erste Spiel gegen PSV? Da gab es Entscheidungen des Referees, die nicht positiv für uns waren", merkt er an und moniert in weiterer Folge das aberkannte Linegard-Tor in Wolfsburg: "Wenn du das als Linienrichter siehst, dann bist du sehr gut. Wenn du zuerst das Tor gibst und dann, wenn ein paar Spieler zu dir kommen und mit dir sprechen, deine Meinung änderst, dann ist das in meinen Augen seltsam. Ich glaube nicht, dass der Tormann von Mata gestört wurde."

Zudem hadert man im Lager der Engländer mit den ständigen, prompten Antworten der Wölfe. „Das war ein verrücktes Match. Wir haben die Tore gemacht, dann erkennen sie sie uns ab. Wenn wir getroffen haben, hat Wolfsburg nach zwei Minuten auch schon wieder getroffen. Auch das Siegtor fiel zwei Minuten nach unserem Ausgleich“, kann Van Gaal die Unkonzentriertheiten seiner Spieler kaum glauben.

"Wir sind besser als im Vorjahr"

Trotz des Ausscheidens versucht sich der Niederländer mit positiven Aspekten über Wasser zu halten. „Wenn man sich die Fakten ansieht; wir sind im Capital One Cup weitergekommen, wir haben uns für die CL-Gruppenphase qualifiziert, wir haben all diese Spiele bestritten und sind in der Liga immer noch in einer guten Position. Die Fakten sagen, dass wir besser sind als im Vorjahr“, redet Van Gaal die Situation ein wenig schön. Fans und Verein können nämlich ganz und gar nicht zufrieden sein, mit dem was das Team in den letzten Wochen ablieferte. Seit vier Spielen ist man mittlerweile ohne Sieg, von den letzten elf Partien konnte United nur drei gewinnen.

"Greift an, greift an", skandierten die United-Fans angesichts der abwartenden Spielweise ihres Teams zuletzt bereits. Ironie des Schicksals, dass die Red Devils ihre Torflaute zwar beendeten, in Wolfsburg aber an defensiven Unzulänglichkeiten scheiterten. "Wir müssen analysieren, warum das passiert ist", sagt Van Gaal. "Normalerweise sind wir sehr gut in diesem Aspekt."

Kritik von Scholes, Owen und Ferdinand

Auch prominente Ex-Spieler sparen als TV-Experten mit Schelte nicht. "Wenn man bedenkt, wieviel Geld sie ausgegeben haben, kann man die Frustration der Fans verstehen", meint etwa Rio Ferdinand. "Der Druck auf Louis van Gaal wächst." Sein früherer United-Teamkollege Michael Owen deutet an, dass die Spieler, die Van Gaal in den vergangenen eineinhalb Jahren verkauft hat, die Truppe, die in Wolfsburg antrat, besiegt hätten.

"Man muss sagen, dass sie nicht so gut eingekauft haben, wie sie es hätten tun können", befindet auch Paul Scholes, der seine Karriere erst vor zwei Jahren beendet hat. "United ist nur ein durchschnittliches Team und mit einem durchschnittlichen Team bekommt man durchschnittliche Leistungen." Durchschnitt war in Manchester aber noch nie gut genug.

Nun muss man sich im Frühjahr mit der Europa League begnügen, ein Fakt, mit dem sich Van Gaal noch nicht auseinandergesetzt hat: „Darüber habe ich bislang noch nicht nachgedacht. Ich bin sehr enttäuscht, die Spieler sind sehr enttäuscht. Die CL ist die Liga, in der wir unsere Qualität zeigen wollten, das können wir jetzt nicht mehr.“

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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