Champions-League-Sperre für Manchester City!

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Manchester City wird von der UEFA zwei Jahre aus der Champions League ausgeschlossen und kassiert darüber hinaus eine saftige Geldstrafe von 30 Millionen Euro.

Der europäische Verband reagiert mit dieser Entscheidung auf Verstöße in Sachen Financial Fairplay. Der Premier-League-Klub soll seine Sponsor-Einnahmen von "Etihad" in den offiziellen Angaben gegenüber der UEFA nach unten korrigiert haben. Der Großteil der Einnahmen sei demnach nicht von der Airline, sondern von Klub-Besitzer Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyans "Abu Dhabi United Group" gekommen sein.

Die Sperre folgt auf die "Football Leaks"-Enthüllungen des Magazins "Der Spiegel" 2018.

Der Klub zeigt sich "enttäuscht, aber nicht überrascht" von der Entscheidung und kündigt an, Einspruch beim CAS einlegen zu wollen. Bleibt die Sperre aufrecht, gilt sie für alle europäischen Bewerbe 2020/21 und 2021/22.

ManCity sieht "vorverurteilenden Prozess"

Der Klub habe "schwerwiegende Verstöße" gegen die Regularien begangen, schreibt die UEFA, die das Urteil der verbandseigenen Finanzkontrollkammer veröffentlicht. Der Tabellenzweite der Premier League habe zwischen 2012 und 2016 Sponsoren-Einnahmen überbewertet und der UEFA so falsche Informationen übermittelt.

Der Fall sei von der UEFA initiiert, von der UEFA juristisch verfolgt und von der UEFA beurteilt worden, kritisiert ManCity. Nach diesem "vorverurteilenden Prozess" werde der Verein nun so schnell wie möglich eine unabhängige Untersuchung anstreben und als ersten Schritt dabei den CAS anrufen.

Haupteigner des Klubs ist Mansour bin Zayed Al Nahyan, Halbbruder des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Chalifa bin Zayid Al Nahyan.

Berichte über mögliche Verstöße gegen die UEFA-Finanzregularien gibt es seit geraumer Zeit, verdichtet hatten sich diese durch die Enthüllungen der Plattform Football Leaks.

Der Scheich soll gezahlt haben

Interne Emails und Klub-Dokumente legten demnach nahe, wie ManCity systematisch betrogen haben könnte. Gelder, die als Einnahmen durch Sponsoren aus Abu Dhabi - darunter mit "Etihad Airways" die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate - deklariert wurden, sollen in Wirklichkeit von Scheich Mansour gezahlt worden sein.

Im Grundsatz soll das Financial Fairplay solche Tricks vermeiden. Die Klubs, die in den Europacup-Bewerben starten, dürfen nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen. Wird die Gewinnschwelle nicht erreicht, dürfen Geldgeber nur bis zu einem begrenzten Punkt aushelfen. Auch Frankreichs aus Katar mit Hunderten Millionen unterstützter Serienmeister Paris Saint-Germain wird immer wieder beobachtet.

Bereits 2014 wurden beide Klubs zu Geldstrafen verurteilt und durften zudem für eine Saison nur 21 statt wie üblich 25 Spieler für die Champions League melden. Um einen "Königsklassen"-Bann kamen aber sowohl Paris als auch Manchester herum.

Die UEFA wurde nach der vermeintlich schwachen Umsetzung und Kontrolle der eigenen Regeln kritisiert.

ManCity ist - sollte der CAS das Urteil bestätigen - das erste Schwergewicht im europäischen Fußball, das für die Champions League gesperrt wird. Der frühere italienische Meister AC Milan hatte im vergangenen Jahr einen Bann für die laufende Saison der Europa League kassiert.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

Youth League: Salzburgs U19 trifft auf englisches Team

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare