Genks Ianis Hagi: Rumäniens berühmtester Sohn

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Es war eine der größeren Transfer-Überraschungen des Sommers, als Mitte Juli der Wechsel von Ianis Hagi zu KRC Genk publik wurde.

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Immerhin hatten sich reihenweise Top-Klubs um den Rumänen bemüht, der das Interesse an seiner Person mit einer bärenstarken U21-EM, bei der er sein Team bis ins Halbfinale führte, noch einmal steigern konnte.

Borussia Dortmund, Ajax Amsterdam und der FC Sevilla hatten sich um den 20-Jährigen bemüht, sogar dem FC Barcelona wurde Interesse nachgesagt. Spartak Moskau soll 15 Millionen Euro geboten haben, doch Genk machte das Rennen und durfte sich angesichts der Ablösesumme von acht Millionen Euro über ein Schnäppchen freuen.

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"Wir hatten sehr große Angebote, bei denen wir viel Geld machen hätten können, einige mittelmäßige und ein normales mit einem guten Projekt im Hintergrund, für das wir uns entschieden haben"

Gheorghe Hagi

Es war eine bewusste Entscheidung, nach seinem Engagement in seiner Heimat bei Viitorul keinen Riesenschritt zu machen. Schon in den Wochen davor hatten rumänische Medien berichtet, dem Youngster ginge es vor allem darum, sich berechtigte Hoffnungen auf einen Stammplatz ausrechnen zu können.

Das unterstreicht auch sein Vater: „Wir hatten sehr große Angebote, bei denen wir viel Geld machen hätten können, einige mittelmäßige und ein normales mit einem guten Projekt im Hintergrund, für das wir uns entschieden haben.“

Der Vater ist eine Legende

Dass bei einem Spieler im Alter von 20 Jahren auch mal der Vater ein Statement zu einem Vereinswechsel abgibt, ist nicht ungewöhnlich. Doch der Herr Papa des fünffachen rumänischen Internationalen ist nicht irgendjemand, sondern niemand Geringerer als Gheorghe Hagi. DER rumänische Fußballer schlechthin. Der „Karpaten-Maradona“.

Real Madrid, FC Barcelona, Galatasaray Istanbul, 125 Länderspiele, drei WM- und EM-Teilnahmen, UEFA-Cup-Sieger, siebenfacher Meister, rumänischer Jahrhundert-Fußballer,… Hagi senior hat jene Karriere hingelegt, von der seither jedes Kind in seiner Heimat träumt, sobald es das erste Mal gegen einen Ball getreten hat.

Hagi sen. im Barca-Trikot
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Auch nach seiner aktiven Karriere drückt die Legende dem Fußball in ihrer Heimat den Stempel auf. 2009 investierte Hagi rund zehn Millionen Euro in die Gründung der „Academia de Fotbal Gheorghe Hagi“ und gründete mit dem FC Viitorul Constanta auch gleich noch einen Verein, bei dem die ausgebildeten Talente dann im Erwachsenen-Fußball ihre ersten Erfahrungen sammeln können. Hagi selbst ist Coach der Kampfmannschaft.

Binnen drei Jahren schaffte es Viitorul, was übersetzt Zukunft bedeutet, in die höchste Spielklasse, gewann seither je einmal die Meisterschaft, den Pokal und den Supercup. Zehn der 23 Kicker, die im Kader für die U21-EM standen, haben ihre Ausbildung in Hagis Akademie genossen. Selbstredend auch der Sohn des früheren Weltklasse-Fußballers.

Ein verfrühter Wechsel nach Italien

Knapp einen Monat war Ianis‘ 16. Geburtstag her, als ihm sein Vater im Dezember 2014 zum Debüt in der ersten rumänischen Liga verhalf. Im Sommer 2016 verließ Hagi junior das gemachte Nest, um zur Fiorentina zu wechseln. Zu früh, wie sich herausstellen sollte.

Eineinhalb Jahre verbachte das Talent in der Toskana, doch weder die Fiorentina noch der Spieler selbst wurden in dieser Zeit glücklich. Nur zwei Mal durfte der junge Rumäne bei den Profis ran.

Papa Gheorghe war außer sich. Es ginge in Florenz unter Sportdirektor Pantaleo Corvino schlimmer zu als in Rumänien während der Diktatur von Nicolae Ceausescu, schimpfte er. „Jeder in Florenz wollte Ianis spielen sehen, er hat in der Primavera großartige Dinge getan, aber sie haben ihn nicht wachsen lassen. Fiorentina verliert einen großartigen Spieler, der eines Tages um den Titel des Weltfußballers kämpfen kann“, behauptete er, und holte seinen Sprössling zurück zu seinem Klub.

"Er spielt nicht wie ich, eher wie Zinedine Zidane"

Gheorghe Hagi

Das Scheitern in Italien rief freilich Kritiker und Neider auf den Plan. Hagi junior würde nur wegen seines Nachnamens derart hochgelobt, seine Karriere sei praktisch vorbei, ehe sie noch richtig begonnen habe.

Doch der Youngster ließ sich davon nicht verunsichern, entwickelte sich stets weiter und ist inzwischen im A-Nationalteam am Weg zum Leistungsträger.

Die Vergleiche

„Ich verspüre wegen meines Namens keinen Druck – mein Vater ist ein Idol für mich“, sagt er. Und: „Ich hoffe, eines Tages in seine Fußstapfen treten zu können“, aber, „ich bin Ianis und möchte auch Ianis bleiben.“

Abgesehen von der Position – beide fühlten bzw. fühlen sich in der Mittelfeld-Zentrale am wohlsten – sind Vater und Sohn tatsächlich recht unterschiedliche Spielertypen. Während der Senior eine eher gedrungene Erscheinung war, die neben ihren unbestrittenen fußballerischen Qualitäten auch gerne mal durch Härteeinlagen auffiel, ist der Junior ein eleganterer Spielertyp, der viel wendiger wirkt.

„Er hatte seine Qualitäten und ich habe meine. Er war schneller und torgefährlicher, ich spiele lieber Pässe und bereite Tore vor“, beschreibt der Genk-Profi die Unterschiede. Sein Vater meint: „Er ist ein absoluter Playmaker. Er spielt nicht wie ich, eher wie Zinedine Zidane.“

Um auch nur annähernd den Status zu erreichen, den sein Vater erlangt hat, ist es für den jungen Rumänen aber noch ein weiter Weg. Der erste, kleine Schritt ist mit dem Wechsel zum belgischen Meister gemacht.

Textquelle: © LAOLA1.at

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