Barisic: KAA Gent "mit Glück machbar"

Barisic: KAA Gent Foto: © GEPA
 

Rapids Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic zeigt mit dem Ergebnis der heutigen Auslosung der dritten Champions-League-Qualifikation nicht unzufrieden. Die Hütteldorfer treffen am 15. oder 16. September auswärts auf KAA Gent.

"Benfica wäre der Gegner gewesen, den ich nicht gerne gehabt hätte", gesteht Barisic gegenüber "Radio Wien". "Mit dem nötigen Engagement und Mut ist etwas möglich. Wir fahren sicher nicht auf Sightseeing-Tour dorthin."

"Wir wollen weiterkommen, sind aber sicher nicht der Favorit. Unsere Jungs können befreit spielen und zeigen, was sie können. Mit ein bisschen Glück ist es machbar."

Laut Barisic hat man über Gent, ein Mal belgischer Meister (2015) und drei Mal Cupsieger (1964, 1984, 2010), schon einige Informationen zusammengetragen.

"Wir haben das Spiel gegen Mechelen beobachtet und werden gut vorbereitet sein", verspricht der Wiener. Sein Klub erfährt am Dienstag offiziell, wer im Falle eines Aufstiegs die möglichen Play-off-Rivalen wären. Faktisch stehen die möglichen Gegner aber schon fest:

Da ukrainische und russische Teams nicht aufeinandertreffen dürfen, können die Hütteldorfer bei der Auslosung am morgigen Dienstag nur den Sieger aus dem Duell Dynamo Kiew gegen AZ Alkmaar zugelost bekommen.

Im zweiten Playoff-Duell wird der Gewinner der Begegnung PAOK Saloniki gegen Benfica Lissabon auf den russischen Dritten FK Krasnodar treffen.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


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Millionenspritze durch weiteren Aufstieg

Für Rapid wäre es die insgesamt dritte Teilnahme an der Champions League, bisher war man 1996 und 2005 in der "Königsklasse" dabei. In der zweiten Quali-Runde gab es am vergangenen Mittwoch einen 1:0-Auswärtserfolg gegen Lok Zagreb, dadurch dürfen die Hütteldorfer schon zumindest mit den rund drei Millionen Euro Startgeld für die Europa League kalkulieren.

Ein Sieg über Gent würde sogar etwa fünf Millionen Euro bringen - so viel zahlte die UEFA im Vorjahr an jene Vereine, die im Champions-League-Play-off scheiterten. Die Chancen auf einen Aufstieg sind für Rapid nicht unrealistisch, schließlich startete Gent mit drei Niederlagen in die neue Saison, ehe am Sonntag ein 1:0-Heimsieg gegen Mechelen gelang.

Aufgrund des misslungenen Auftakts verlor Trainer Jess Thorup am 20. August seinen Job bei Gent und wurde durch den Rumänen Laszlo Bölöni ersetzt. Bei den Belgiern steht unter anderem der georgische Stürmer Giorgi Kvilitaia unter Vertrag, der vor zwei Jahren um kolportierte zwei Millionen Euro von Rapid verpflichtet wurde. Der 26-Jährige saß im ersten Liga-Match dieser Spielzeit auf der Bank und schien danach nicht mehr im Kader auf.

Außerdem sind beim Champions-League-Achtelfinalisten von 2016 der im Jänner von Red Bull Salzburg geholte Anderson Niangbo, der frühere Freiburg-Profi Tim Kleindienst und Ex-DFB-Junioren-Teamspieler Niklas Dorsch engagiert. Als wertvollster Spieler gilt der auf 9,5 Millionen Euro taxierte ukrainische Stürmer Roman Jaremtschuk.

Gent machte schon einmal unliebsame Europacup-Erfahrungen mit einem österreichischen Klub. 2017 kam gegen den SCR Altach in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League mit einem Gesamtscore von 2:4 das Aus.


K.A.A. GENT:

Steckbrief:

Offizieller Name: Koninklijke Atletiek Associatie Gent

Gegründet: 31. Oktober 1900

Vereinsfarben: Blau-Weiß

Stadion: Ghelamco Arena (20.000 Plätze)

Präsident: Ivan De Witte

Erfolge: Belgischer Meister 2014/15, 3x Vizemeister, 3x Cupsieger, 1x Supercupsieger 2015, Champions-League-Achtelfinale 2015/16, UEFA-Cup-Viertelfinale 1991/92

Die Besonderheiten:

Die "Buffalos" etablierten sich in den vergangenen Jahren als Top-Team in Belgien. Seit der ersten und bislang einzigen Meisterschaft im Jahr 2015 erreichten die Flamen stets das europäische Geschäft. Der Verein führt einen für europäische Vereine unüblichen Indianerkopf als Wappen, der erstmals die Fahne eines Fans im Jahr 1924 zierte. Dieser und der Schlachtruf "Buffalo! Buffalo!", der von den Rängen der Ghelamco Arena hallt, wurde durch einen Besuch des amerikanischen Barnum & Bailey Zirkus und den auftretenden Buffalo Bill inspiriert. Der Ausruf wurde in der Stadt so populär, dass eine Gruppe Studenten sogar den König 1913 damit begrüßten.

Alte Bekannte:

Im Kader der Belgier befindet sich sogar ein ehemaliger Rapid-Stürmer. Der Georgier Giorgi Kvilitaia wechselte im Juli 2018 für sage und schreibe drei Millionen Euro aus Wien-Hütteldorf nach Flandern. Dem ehemaligen Geschäftsführer Sport der Hütteldorfer, Fredy Bickel, gelang damals ein verhandlungstechnisches Meisterstück. Der Stürmer laborierte seiner Zeit an einer Fußverletzung. Eine solche verhinderte den endgültigen Durchbruch des georgischen Nationalspielers, der nach seinen zwei Toren in seinen ersten zwei Liga-Einsätzen wieder durch eine Fußverletzung gestoppt wurde. Seit seinem Comeback ist der 26-Jährige maximal Rotationsspieler. Insgesamt erzielte Kvilitaia sieben Tore in 46 Spielen - zum Vergleich: bei Rapid standen nach 67 Partien 22 Treffer zu Buche. Seit Jänner steht außerdem Anderson Niangbo beim belgischen Vizemeister unter Vertrag. Der Ivorer spielte eineinhalb Jahre beim FC Liefering, ehe der WAC ein halbes Jahr in der Bundesliga auf den 20-Jährigen setzte. Gent legte daraufhin vier Millionen Euro in Salzburg auf den Verhandlungstisch, die Leihe wurde frühzeitig beendet und Niangbo schloss sich den Belgiern an.

Die Stars:

Den größten Namen verlor Gent während der Transferzeit. Jonathan David, der in 83 Spielen 37 Tore für die Belgier erzielte, verließ den Klub um 32 Millionen Euro Richtung Lille. Ansonsten sind die Flamen nicht unbedingt mit Stars gespickt. Mit Tim Kleindienst und Ex-Bayern-Jugendspieler Niklas Dorsch verpflichte der Vizemeister zwei Spieler von Kerschbaumer-Klub Heidenheim. Auch auf der Torwartposition gab es eine Veränderung: Den Abgang von Stammtorhüter Thomas Kaminski kompensierten die Belgier mit dem ablösefreien Transfer von Sinan Bolat. Der ehemalige türkische Teamtorhüter kommt von Liga-Konkurrent Antwerpen. Angreifer Roman Yaremchuk absolvierte zwölf Länderspiele für die Ukraine und war bei der erfolgreichen Qualifikation für die Europameisterschaft mit seinen drei Toren ein wichtiger Faktor, so auch beim 2:1-Sieg gegen Europameister Portugal.

Der Trainer: Laszlo Bölöni

Der 67-jährige Rumäne ist erst seit etwas mehr als einer Woche in Amt und Würden bei den Belgiern, steht aber schon gehörig unter Druck. Vorgänger Jess Thorup, der knapp zwei Jahre lang die "Buffalos" betreute, musste nach zwei Niederlagen zum Saisonstart seinen Hut nehmen. Auch Bölönis Amtszeit startete mit einer Niederlage, einem 0:1 ausgerechnet gegen Bölönis letzte Station Antwerpen, die Gent ans Tabellenende der Jupiler League spülte. Ein Sieg am Sonntag gegen Mechelen durch ein Tor des Ex-Wolfsbergers Niangbo lindert vorübergehend die brenzlige Situation.

Der Rumäne ist in Belgien kein Unbekannter. 2008 konnte Bölöni mit Standard Lüttich die Meisterschaft und den Supercup einsteifen. In Portugal war der Ex-Profi mit Sporting sehr erfolgreich, holte 2002 das Double mit den Hauptstädtern. Es sollte bis heute der letzte Meistertitel für die Grünen sein. Zu Beginn seiner Trainerkarriere war der Rumäne bei Nancy beschäftigt, übernahm nach der EURO 2000 die rumänische Nationalmannschaft für ein Jahr. Von 2003 bis 2006 betreute Bölöni Stade Rennes, im Anschluss für elf Spiele AS Monaco. Weitere Stationen in seiner Vita lauten Al-Jazira, Lens, PAOK und Al-Ittihad.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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