Österreichs CL-Fixplatz zum Greifen nah

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Mit dem Start in den europäischen Klubfußball-Frühling gehtauch der Kampf um den Champions-League-Fixplatz in der Saison 2019/20 seine Fortsetzung.

Während Österreich im Rennen um Platz 11 weiter in der Pole Position liegt, hat sich die Niederlande bereits aus dem europäischen Geschäft verabschiedet.

Die ersten Verfolger der ÖFB-Klubs sind nun die Schweiz, die ein hartes Los erwischt hat, und Tschechien, das gute Möglichkeiten hat, ein Team im Europa-League-Sechzehntelfinale zu platzieren. Griechenland hat hingegen nur mehr Außenseiter-Chancen.

LAOLA1 gibt vor den K.o.-Duellen im Europacup einen Überblick über die UEFA-Fünfjahreswertung und zeichnet den Weg zu Österreichs Ticket zur Champions League vor:

11. Österreich, 29.850

Europa League, Sechzehntelfinale:

Hinspiel: 15. Februar Real Sociedad San Sebastian (ESP) – Red Bull Salzburg

Rückspiel: 22. Februar Red Bull Salzburg - Real Sociedad San Sebastian (ESP)

Nach dem knappen Scheitern der Wiener Austria am Aufstieg gegen AEK Athen geht Red Bull Salzburg als einziger österreichischer Vertreter ins Frühjahr.

In Anbetracht der möglichen leichteren Lose, wie dem schwedischen Underdog Östersunds FK, Austria-Gruppen-Gegner AEK Athen oder den beiden Belgrader Klubs Roter Stern und Partizan, wirkt La-Liga-Klub Real Sociedad zunächst wie ein Rückschlag für die CL-Fixplatz-Ambitionen Österreichs.

Zu schlechte Erfahrungen haben die „Bullen“ in der kürzeren Vergangenheit mit Vereinen aus der zweiten spanischen Garde, wie Athletic Bilbao oder dem FC Villarreal, gemacht. Zudem will „La Real“, das erstmals die Gruppenphase der Europa League überstehen konnte, eine bisher verkorkste Saison mit Erfolgen in der Europa League kaschieren.

Auf der anderen Seite präsentierten sich die Salzburger in der Europa League bisher so souverän, dass sie gegen fast jeden möglichen Gegner die Favoriten-Rolle eingenommen hätten. 15 Spiele sind die „Bullen“ aktuell im europäischen Bewerb ungeschlagen. Gegen Real Sociedad geht es für den österreichischen Meister zudem quasi um den eigenen Champions-League-Platz.

Einen weiteren wichtigen Faktor bildet Marco Rose. Unter dem Deutschen gewannen die Mozartstädter eine bisher unbekannte defensive Stabilität, die vor allem in K.o.-Duellen von großem Wert sein kann. Mit der U19 der Salzburger hat Rose in der vergangenen Youth-League-Saison zudem bewiesen, dass er sein Team auch in engen Spielen richtig einstellen und so die notwendigen Ergebnisse erzielen kann.

Prognose:

0,5 Punkte (zwei Remis)

Die „Bullen“ sind aufgrund der aktuellen sportlichen Situation von Real Sociedad leicht zu favorisieren. Der Sechste der vergangenen La-Liga-Saison ging aus fünf der letzten sechs Bewerbsspiele als Verlierer vom Platz und verlor mit Topscorer Willian Jose (Mittelfußverletzung) und Abwehrchef Inigo Martinez (Abgang nach Bilbao) zuletzt zwei seiner wichtigsten Spieler.

Dennoch handelt es sich bei dem Team aus San Sebastian noch immer um einen spanischen Top-Klub, der mit Spielern wie Mikel Oyarzabal und Alvaro Odriozola, denen eine große Zukunft vorhergesagt wird, oder den Ex-Real-Madrid-Kickern Sergio Canales und Asier Illarramendi über hochveranlagtes Personal verfügt.

Zwei ganz knappe Schnittpartien, mit dem besseren Ergebnis für Salzburger in Form klingt nach einem realistischen Ausgang dieser Begegnung. Bonuspunkte für den Aufstieg ins Achtelfinale gibt es nicht.

12. Schweiz, 29.800

Champions League, Achtelfinale:

Hinspiel: 13. Februar FC Basel - Manchester City (ENG)

Rückspiel: 7. März Manchester City (ENG) - FC Basel

Die Schweiz setzte sich an einem Wahnsinns-Spieltag zum Abschluss des Herbstes mit drei Siegen und dem Aufstieg des FC Basel ins Achtelfinale von Rang 15 hauchdünn hinter Österreich auf den zwölften Platz der Fünfjahreswertung.

Doch da die drei Punkte am finalen Europa-League-Spieltag weder dem FC Lugano noch YB Bern zum Aufstieg reichten, bleibt der FC Basel als Schweizer Einzelkämpfer im internationalen Bewerb.

Dort wartet nun mit Manchester City ein absolutes Hammerlos. Die "Citizens" haben den Premier-League-Titel bereits so gut wie in der Tasche und werden nun alle Kräfte für die Champions League bündeln.

Der FC Basel ist der glasklare Underdog, zudem nach den Abgängen der beiden Schlüsselkräfte Renato Steffen und Manuel Akanji der Frühjahrs-Auftakt nicht nach Wunsch verlief.

Was den österreichischen Fußball-Fans Angst machen könnte, ist die Unberechenbarkeit des FC Basel. Schon einmal konnte der Schweizer Serienmeister in dieser Champions-League Saison ein Team aus Manchester bezwingen – beim 1:0 gegen Manchester United am fünften Gruppenspieltag. In den vergangenen Jahren konnten die „Bebbi“ mit Tottenham, dem FC Chelsea und den FC Liverpool zudem schon fast jedes englische Top-Team schlagen, City wäre nur der logische nächste Name auf der Liste.

Und auch wenn es schon sechs Jahre her ist: 2012 fanden sich die Basler beim Achtelfinale gegen den FC Bayern unter dem nunmehrigen Sturm-Trainer Heiko Vogel in einer ähnlichen Situation wie heute und konnten damals das Hinspiel mit 1:0 für sich entscheiden, gingen in München aber schließlich 0:7 unter.

Prognose:

0 Punkte (2 Niederlagen)

Die Ausgangslage ist klar. Manchester City ist hier der klare Favorit und wird wohl auch nichts anbrennen lassen.

Dennoch sollte man aus österreichischer Sicht beim Hinspiel in Basel nicht auf einen zu hohen Sieg der „Sky Blues“ hoffen, denn: Der Schweiz reicht schon ein Remis, um an Österreich in der 5-Jahreswertung vorbeizuziehen, sollte Salzburg zwei Pleiten kassieren. Der FC Basel weiß das, sollte das Team von Pep Guardiola nach einem Kantersieg im Hinspiel auch nur ein Prozent zu wenig Gas geben, könnten die Basler sich mit ihrer Willenskraft auf ihrem Lieblings-Boden, nämlich dem englischen, ein Unentschieden erkämpfen.

13. Niederlande 29.749

Alle niederländischen Teams sind ausgeschieden, Vitesse Arnheim und Feyenoord Rotterdam wurden in ihrer Europa-League- beziehungsweise Champions-League-Gruppe jeweils Letzter.

Die sonst obligatorischen Punktesammler Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven verpassten die Teilnahme am europäischen Bewerb in der Qualifikation.

So stehen am Ende nur verheerende 2,9 Zähler zu Buche, nur drei Nationen der Top 30 der Fünfjahreswertung erreichten noch weniger Punkte.

Die Konsequenz: Die Eredivisie könnte die Saison 2017/18 auf der schlechtesten Position seit über 20 Jahren beenden, sollte Tschechien noch zwei Siege einfahren. Außerdem steht aufgrund der Reform bereits fest, dass die Ehrendivision erstmals seit Einführung der Champions League 2019/20 keinen Fixstarter in der Königsklasse stellt.

14. Tschechien 29.175

Europa League, Sechzehntelfinale:

Hinspiel: 15. Februar Partizan Belgrad (SRB) – Viktoria Pilsen

Rückspiel: 22. Februar Viktoria Pilsen – Partizan Belgrad (SRB)

Das Thema Platz 11 hätte für die Tschechen nach dem Gruppen-Aus von Slavia Prag schon Geschichte sein können. Die Auslosung meinte es aber gut mit Viktoria Pilsen, der Sieger der Gruppe G bekommt mit Partizan Belgrad einen Gegner der machbareren Sorte für die Zwischenrunde zugewiesen.

Drei Mal standen die Pilsner schon im Sechzehntel-Finale der Europa League, zwei Mal konnten sie sich dort durchsetzen – mit dem SSC Napoli 2013 und Skaktar Donetsk 2014 gegen deutlich größere Namen.

Für Partizan ist die Partie gegen Pilsen nach zahlreichen gescheiterten Versuchen in der Gruppenphase das erste K.o.-Duell in der Europa League und so so etwas wie das frühe Spiel des Jahres.

Der tschechische Vizemeister ist im Duell gegen den serbischen Meister sicher zu favorisieren, eine klare Rollenverteilung ist aber nicht auszumachen.

Prognose:

0,6 Punkte (ein Sieg, ein Remis)

Seriöse Prognosen sind hier schwer zu treffen. Beide Teams absolvieren am 15. Februar ihr erstes Pflichtspiel 2018. Schwerwiegende Spieler-Abgänge gab es im Winter auf keiner Seite.

Aufgrund der höheren europäischen Erfahrung und des starken Meisterschaft-Herbsts (15 der 16 HET-Liga-Partien wurden bei einem Remis gewonnen) ist zu befürchten, dass Viktoria Pilsen das Duell mit Partizan Belgrad für sich entscheidet und Tschechien Österreich richtig gefährlich wird.

Zwei tschechische Siege trennen die beiden Nationen aktuell, wenn Pilsen aufsteigt und Salzburg nicht, ist die Chance groß, dass unsere nord-östlichen Nachbarn uns noch vom CL-Fixplatz schießen.

15 Griechenland 28.2000

Europa League, Sechzehntelfinale:

Hinspiel: 15. Februar AEK Athen – Dynamo Kiew (UKR)

Rückspiel: 22. Februar Dynamo Kiew (UKR) – AEK Athen

Viel Gefahr geht von Griechenland glücklicherweise nicht mehr aus. Nachdem Olympiakos Piräus eine schwierige Champions-League-Gruppe als Letzter abschloss, ist AEK Athen nach dem 0:0 im Ernst-Happel-Stadion der einzige hellenische Vertreter in der K.o.-Runde.

Umgerechnete vier griechische Siege und ein Unentschieden liegt Österreich mittlerweile voran, AEK Athen müsste also mindestens in Viertelfinale, eher ins Semifinale, der Europa League vorstoßen und gleichzeitig auf ein frühes Salzburger Scheitern hoffen, um die nötigen Punkte einzufahren.

Dieses Unterfangen könnte sich schon im Sechzehntelfinale als ein schwieriges herausstellen. Auf den Austria-Bezwinger aus Athen wartet in der Zwischenrunde Dynamo Kiew.

Die Ukrainer konnten sich in einer ausgeglichenen Gruppe mit YB Bern, Partizan und Skenderbeu souverän auf Rang eins setzen, bestreiten gegen AEK aber ihr erstes Pflichtmatch seit über zwei Monaten, die ukrainische Premier League geht erst am kommenden Wochenende wieder los.

In Griechenland läuft der Meisterschaftsbetrieb schon seit Anfang Jänner, AEK ist nach neun gespielten Runden (7 Siege, 2 Remis) noch ungeschlagen und liegt zwei Punkte hinter Tabellenführer PAOK auf Platz zwei.

In der Europa-League-Gruppenphase präsentierten sich die Athener als regelrechte Remis-Könige. Fünf der sechs Spiele in der Austria-Gruppe wurden mit einem Unentschieden beendet, nur gegen Rijeka reichte es zu einem Sieg, spielerisch überzeugen konnte der elffache griechische Meister dabei nur selten.

Prognose:

0,4 Punkte (zwei Remis)

Auch dieses Aufeinandertreffen dürfte extrem eng werden.

Für die AEK spricht, dass sie über den Jahreswechsel quasi durchspielte und nun voll im Saft steht. Kapitän und Schlüsselspieler Petros Manalos fällt mit einem Kreuzbandriss weiterhin aus, ansonsten gab es über den Winter keine tragenden personellen Veränderungen.

Zudem ist in der griechischen Hauptstadt die Euphorie über die Teilnahme an der Zwischenrunde riesig. Von dem bitteren Abstieg und der damit verbundenen Insolvenz 2013 rehabilitierte sich der Traditionsklub sensationell. Nach dem Wiederaufstieg 2015 krönte die AEK ihre Auferstehung mit dem erstmaligen Einzug in eine europäische Gruppenphase seit über sechs Jahren, die Traum-Rückkehr soll nun im Sechzehntelfinale perfekt gemacht werden.

Dynamo Kiew verlor im Winter zwar Abwehrchef Domagoj Vida, konnte mit Ex-Bundesliga-Star Carlos Zambrano aber adäquaten Ersatz verpflichten und besitzt als zweiter der kriselnden ukrainischen Liga einen international enorm routinierten Kader.

Das Erreichen des Viertelfinales, wie noch im Jahr 2015 vollbracht, könnte sich für die Ukrainer zwar schwierig gestalten, gegen die AEK ist der ukrainische Hauptstadt-Klub aber leichter Favorit. Über den Aufstieg könnten Nuancen entscheiden.

Rang Land 13/14 14/15 15/16 16/17 17/18 Punkte verbl. Teams
1 Spanien 23.000 20.214 23.928 20.142 13.142 100.426 7/7
2 England 16.785 13.571 14.250 14.928 15.785 75.319 6/7
3 Italien 14.166 19.000 11.500 14.250 12.500 71.416 6/6
4 Deutschland 14.714 15.857 16.428 14.571 6.714 68.284 3/7
5 Frankreich 8.500 10.916 11.083 14.416 8.333 53.248 4/6
6 Russland 10.416 9.666 11.500 9.200 9.400 50.182 4/5
7 Portugal 9.916 9.083 10.500 8.083 7.833 45.415 3/6
8 Ukraine 7.833 10.000 9.800 5.500 7.000 40.133 2/5
9 Belgien 6.400 9.600 7.400 12.500 2.600 38.500 0/5
10 Türkei 6.700 6.000 6.600 9.700 6.800 35.800 1/5
11 Österreich 7.800 4.125 3.800 7.375 6.750 29.850 1/4
12 Schweiz 7.200 6.900 5.300 4.300 6.100 29.800 1/5
13 Niederlande 5.916 6.083 5.750 9.100 2.900 29.749 0/5
14 Tschechische Republik 8.000 3.875 7.300 5.500 4.500 29.175 1/5
15 Griechenland 6.100 6.200 5.400 5.800 4.700 28.200 1/5
16 Kroatien 4.375 6.875 4.500 5.125 5.125 26.000 0/4
17 Dänemark 3.800 2.900 5.500 8.500 5.250 25.950 1/4
18 Israel 5.750 1.375 2.250 6.750 5.625 21.750 0/4
19 Zypern 2.750 3.300 3.000 5.500 7.000 21.550 0/4
20 Polen 3.125 4.750 5.500 3.875 2.875 20.125 0/4
Textquelle: © LAOLA1.at

Kühbauer: "RBS gegen Sociedad kein klassischer Underdog"

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