Als Meister stieg der LASK im Playoff, der letzten Qualifikationsrunde für die Ligaphase der Königsklasse, ein. Dort trafen die Oberösterreicher auf Celtic Glasgow aus Schottland. Nach einer sensationellen Aufholjagd - das Hinspiel ging mit 0:3 verloren - drehten die Linzer zuhause das Spiel, erzwangen eine Verlängerung und setzten sich in dieser dank des Goldtores von Samuel Adeniran tatsächlich durch.
Alleine für die Teilnahme am Playoff erhielten die Verlierer 4,29 Millionen Euro. Dank der erfolgreichen Qualifikation für die Ligaphase flossen stolze 18,62 Millionen Euro auf das Konto des LASK.
Prämien, Prämien, Prämien ...
Schafft man es in die 36 Teams fassende Ligaphase, kann man sich auch dort über ordentliche Prämien im Falle eines Punktegewinns freuen. So gibt es für jedes Remis bereits 700.000 Euro, für jeden Sieg werden zusätzlich 2,1 Millionen Euro ausgezahlt.
Das war es aber noch nicht: Ist die Ligaphase dann nach acht Spieltagen vorbei, gibt es je nach Platzierung erneut eine ansehnliche Geldsumme. Das Team auf dem 36. Platz erhält dabei einen Anteil von 275.000 Euro. Je nach Rang kommen weitere Anteile hinzu, das erstplatzierte Team erhält somit 36 Anteile. Der Wert der besagten Anteile steigt proportional.
Für jene Mannschaften, die in der Ligaphase die Plätze 1-8 belegen, gibt es noch eine Prämie von 2 Millionen Euro, für jene von Platz 9-16 eine Prämie von 1 Million Euro oben drauf.
Übersicht: Prämien für Ligaphase der Männer-Champions-League
Prämie | Betrag pro Verein (Mio. Euro) |
|---|---|
Teilnahme Playoff | 4,29 |
Teilnahme Ligaphase | 18,62 |
Sieg | 2,1 |
Remis | 0,7 |
Platzierung | mindestens 0,275 |
Platzierung Rang 9-16 | 1 |
Platzierungen Rang 1-8 | 2 |
Mehrere Hundertmillionen in der K.o.-Phase
Damit sind die ausgeschütten Gelder bis zum Ende der Ligaphase aufgelistet. Um auf die 914 Millionen Euro, die unter die Kategorie "leistungsabhängige Beträge" fallen, zu kommen, nehmen wir nun die K.o.-Phase unter die Lupe.
1 Million Euro gibt es zunächst für jeden Verein, der zumindest an den Playoffs für die K.o.-Phase teilnimmt. Weitere Beträge in zweistelliger Millionenhöhe pro Klub werden für die Qualifikation für die weiteren Runden, angefangen beim Achtelfinale, verteilt. Es folgt eine Übersicht:
Ausgezahlte Prämien für die Männer-K.o.-Phase:
Prämie | Betrag pro Verein (Mio. Euro) |
|---|---|
Qualifikation Playoffs | 1 |
Qualifikation Achtelfinale | 11 |
Qualifikation Viertelfinale | 12,5 |
Qualifikation Halbfinale | 15 |
Qualifikation Finale | 18,5 |
Für den Sieger der UEFA Champions League gibt es abschließend noch einmal 6,5 Millionen Euro. Als Teilnehmender am UEFA Superpokal (Champions-League-Sieger gegen Europa-League-Sieger) erhält dieser weitere 4 Millionen Euro. Entscheidet der CL-Sieger diesen auch noch für sich, gibt es noch eine Million oben drauf.
Neben Startprämie (670 Mio. Euro) sowie den leistungsabhängigen Beträgen (914 Mio. Euro) gibt es auch noch die Wertprämie (853 Mio. Euro). Die Wertprämie ist ein Zusammenschluss aus Klub-Koeffizient sowie dem früheren Marktteil und besteht aus einem europäischen und einem nicht-europäischen Teil.
Wie viel ein Verein daraus erhält, hängt unter anderem von seiner Platzierung in den jeweiligen Rankings und somit von seinem Koeffizienten sowie dem Medienmarkt ab.
Hierbei kann ein Maximalbetrag von über 40 Millionen Euro, ein Minimalbetrag von etwa einer Million Euro ausgezahlt werden. In der UEFA Champions League und im UEFA Supercup werden 2026/27 insgesamt 2,467 Milliarden Euro verteilt. Ein Wahnsinnsbetrag.
Eine andere Dimension bei den Frauen
Das unmittelbare Gegenstück im Frauenfußball ist die UEFA Women's Champions League. Die Frauen des FK Austria Wien qualifizierten sich über den Meisterweg erstmals für den bedeutsamsten Klubbewerb im Frauenfußball.
7,7 Millionen Euro werden im Rahmen der "nicht zentral vermarkteten Phase", also den Qualifikationsrunden, ausgeschüttet. Drei Runden gibt es, die ersten beiden werden als Miniturnier ausgespielt, Q3 als Playoff.
Mit den Frauen des FK Austria Wien sowie den SKN St. Pölten Frauen bestritten heuer zwei österreichische Teams die Qualifikation für die Königsklasse.
Für die Teilnahme an den jeweiligen Qualifikationsrunden gibt es einen festen Betrag.
Ausgezahlte Beträge für die Frauen-Qualifikation:
Qualifikationsrunde | Betrag pro Verein (Euro) |
|---|---|
Auswärtsteam Q1 | 75.000 |
Heimteam Q1 | 40.000 |
Auswärtsteam Q2 | 80.000 |
Heimteam Q2 | 40.000 |
Unterlegene Teams Q3 | 160.000 |
Sieger Q3 | 110.000 |
Zusätzlich werden an die an Q1 und Q2 teilnehmenden Vereine Prämien je nach deren Platzierung im jeweiligen Miniturnier ausgeschüttet.
Ausgezahlte Beträge fürs Frauen-Miniturnier:
Platzierung Miniturnier | Prämie Q1 (Euro) | Prämie Q2 (Euro) |
|---|---|---|
Sieger | 15.000 | 18.000 |
Zweiter | 10.000 | 12.000 |
Dritter | 5.000 | 6.000 |
Vierter | 1.000 | 2.000 |
Anhand dieser Beträge merkt man bereits, dass man sich hier in einer ganz anderen Dimension befindet.
Diesen Eindruck wird die Analyse der Zahlungen, die in der "zentral vermarkteten Phase" der UEFA Women's Champions League, also der Ligaphase, ausgeschüttet werden, bekräftigen.
18,2 Millionen Euro in der Frauen-Ligaphase
18,2 Millionen Euro werden insgesamt in der Ligaphase ausbezahlt, die Hälfte davon in Form einer Startprämie von je 505.000 Euro pro Verein (18 Vereine nehmen teil).
Die andere Hälfte wird in Form von Leistungsprämien verteilt. In der Ligaphase der UEFA Women's Champions League wird ein Sieg mit einer Prämie von 60.000 Euro belohnt, ein Remis mit 20.000.
Der 18. der Ligaphase darf sich über eine Platzierungsprämie von 10.000 Euro freuen. Dieser Betrag wird pro Platz um 10.000 Euro erhöht, der Erstplatzierte steigt also mit 180.000 Euro aus.
Prämien für Ligaphase der Women's Champions League:
Prämie | Betrag pro Verein (Euro) |
|---|---|
Teilnahme Ligaphase | 505.000 |
Sieg | 60.000 |
Remis | 20.000 |
Platzierung | 10.000 * x (x steht für den belegten Platz) |
Wie geht es nach der Ligaphase weiter?
Jene Teams, die sich nach der Ligaphase auf den ersten vier Plätzen befinden, steigen direkt in die K.o.-Phase auf. Die restlichen vier Plätze werden in Form von Playoffs zwischen den Mannschaften der Plätze 5-12 ausgespielt. Für die Teams auf den Plätzen 13-18 ist Schluss.
Neben den Playoffs gibt es in der K.o.-Phase also ein Viertelfinale, Halbfinale und das Endspiel. Hier werden wieder Prämien verteilt.
Prämien für K.o.-Phase der Women's Champions League:
Prämie | Betrag pro Verein (Euro) |
|---|---|
Teilnahme Playoffs | 100.000 |
Viertelfinale | 200.000 |
Halbfinale | 250.000 |
Zweitplatzierter | 300.000 |
Sieger UWCL | 500.000 |
Der Vergleich
Aus den herausgearbeiteten Zahlen ergibt sich ein recht eindeutiges Bild: Der Unterschied ist eklatant. In der Champions League der Männer findet man kaum eine Prämie unter einer Million Euro, während man sich bei den Frauen teilweise im einstelligen Tausenderbereich befindet.
Die zu einer Gegenüberstellung am besten geeigneten Prämien werden in der folgenden Tabelle noch einmal aufgelistet.
Gegenüberstellung UCL vs. UWL
Prämie | UCL | UWCL |
|---|---|---|
Teilnahme Ligaphase | 18,62 Mio. | 505.000 |
Sieg | 2,1 Mio. | 60.000 |
Remis | 700.000 | 20.000 |
Playoffs K.o.-Phase | 1 Mio. | 100.000 |
Viertelfinale | 12,5 Mio. | 200.000 |
Halbfinale | 15 Mio. | 250.000 |
Sieger | 6,5 Mio. | 500.000 |
Warum ist der Unterschied so groß?
Gerade Fans des Frauenfußballs könnten diese Aufteilung als unfair empfinden. Dass es sich um derart große Unterschiede handelt, ist auch bezeichnend.
Das Hauptproblem: Im Vergleich mit dem Männerfußball steckt der Frauenfußball gefühlt noch in den Kinderschuhen. Das unterstreicht etwa die Tatsache, dass Frauenfußball in Österreich von 1957 bis 1982 (!) - also bis vor 44 Jahren - seitens des ÖFB verboten war. Erst seit der Saison 2023/24 ist zudem die Förderung des Frauenfußballs ein verpflichtendes B-Kriterium im Rahmen der Lizenzvergabe für die Bundesligisten der Männer.
Der Trend ist aber positiv. Gerade in den letzten Jahren gewinnt der Frauenfußball an Sichtbarkeit, es werden immer mehr Fans ins Stadion gelockt. Damit wird der Frauenfußball auch für Sponsoren, Medien und Werbepartner interessanter.
Einnahmen machen den Unterschied
Denn genau hier liegt ein wesentlicher Unterschied zum Männerfußball. Die Einnahmen, die durch Medienrechte, Sponsoring und Werbung generiert werden, sind im Männerbereich deutlich höher - was sich in weiterer Folge auch auf die internationalen Bewerbe auswirkt.
Aus rein wirtschaftlicher Sicht ist es logisch, dass Investitionen in den Männerfußball für Unternehmen als lukrativer erscheinen. Mehr Zuschauer im TV, mehr Stadionbesucher und mehr Interesse sprechen dafür. Genau deswegen ist es von Bedeutung, den Frauenfußball in dieser Hinsicht weiter zu fördern.
Denn je mehr Aufmerksamkeit man auf den Frauenfußball lenkt, je mehr Fans man ins Stadion lockt und je mehr Interesse man generiert, desto attraktiver wird der Frauenfußball auch für Sponsoren und Medien. Mehr Einnahmen aus Medienrechten und Sponsoring bedeuten letztlich auch mehr Geld, das über die Bewerbe ausgeschüttet werden kann.
18 Millionen Unterschied
Um abschließend noch einmal auf das österreichische Beispiel zurückzukommen. Der LASK und die Austria vertreten Österreich heuer in der Ligaphase des wichtigsten europäischen Klubbewerbs der jeweiligen Geschlechterkategorie. Während der LASK dafür 18,62 Millionen Euro erhält, bekommt die Austria 505.000 Euro. Das sind über 18 Millionen Euro Unterschied, obwohl die beiden Klubs auf derselben europäischen Bühne antreten.
Wie zuvor aufgeschlüsselt wäre es utopisch zu erwarten, dass im Frauenbereich ähnlich hohe Summen wie im Männerbereich ausgeschüttet werden. Auch bei Transfersummen oder Marktwerten ist der Unterschied ähnlich, wenn nicht sogar noch eklatanter. Im direkten Vergleich wirken die Summen teils aber wirklich lächerlich klein, auch wenn es für die Frauenteams trotzdem wertvolles Geld sind. Die Dimensionen des Unterschieds bleiben dennoch enorm.
Man bedenke: Während die Männer Fußball als Hauptberuf ausüben und einen Großteil ihrer Zeit darin investieren, gehen die meisten Fußballerinnen neben dem Sport noch arbeiten und/oder studieren, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Viele Spielerinnen können sich trotz des hohen sportlichen Niveaus nicht einzig und allein auf den Fußball konzentrieren. Gerade deswegen verdienen die Leistungen der Fußballerinnen besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung.