Wird der "Gassi-Jubler" zu Reals Sargnagel?

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Die Hoffnungen auf ein Champions-League-Viertelfinale ruhen in Neapel auf einen Namen: Dries Mertens.

Der Belgier ist in der Form seines Lebens, erzielte in dieser Saison in 33 Spielen 22 Tore, dazu kommen noch elf Assists. Auch am Wochenende war er einmal mehr der Matchwinner für die Truppe von Coach Maurizio Sarri.

Beim 2:1-Sieg im Topspiel gegen die AS Roma traf er doppelt. Gegen Real Madrid im CL-Rückspiel (Dienstag, 20:45 Uhr im LAOLA1-LIVE-Ticker) braucht es wieder zwei Tore, das Hinspiel verlor Napoli in Spanien mit 1:3.

Wie kam es dazu?

Dass Mertens der große Hoffnungsträger werden konnte, war allerdings an einige unglückliche Zufälle geknüpft. Da sei zunächst der Abgang von Superstar Gonzalo Higuain zum Rivalen Juventus Turin genannt. Kaum ein Tifosi dachte letzten Sommer, dass der 38-Tore-Mann zu ersetzen war.

Ihn galt es zu ersetzen: Gonzalo Higuain
Foto: © getty

Als Ersatzmann wurde der Pole Arkadiusz Milik für 32 Millionen Euro von Ajax Amsterdam verpflichtet. Der brauchte kaum eine Eingewöhnungszeit und erzielte in seinen ersten neun Einsätzen sieben Treffer für Napoli. Für Mertens blieb meist nur die Rolle des Jokers. Wenn er spielte, dann als linker Flügel.

Doch Milik zog sich beim Nationalteam gegen Dänemark einen Kreuzbandriss zu. Aufgrund mangelnder Optionen im Sturm-Zentrum hatte Sarri die geniale Idee und installierte Mertens als falsche Neun. Ein durchaus riskanter Zug, immerhin ist der Belgier gerade einmal 1,69 Meter groß.

Gassi-Jubel

Rund fünf Monate später kann man besten Gewissens sagen: Das Experiment ging auf. Milik hat sich von seiner Verletzung erholt, kommt aber nicht an Mertens vorbei.

Das wird sich wohl auch gegen Real Madrid nicht ändern. Nachdem er zuletzt seit 10. Februar nicht mehr getroffen hat, schoss er die Roma im Alleingang ab.

Dass er nicht nur ein hervorragender Fußballer ist, sondern auch Sinn für Humor hat, beweist er beim Jubel zum ersten Tor. Auf allen Vieren geht er zu Eckfahne und „pinkelt“ hin.

Das Tor inklusive Jubel gibt es im VIDEO:

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt!)

Besser als Higuain

Voll des Lobes für seinen Topscorer ist auch der exzentrische Napoli-Präsident Aurelio De Laurentiis. Angesprochen auf Mertens kommt er ins Schwärmen – und stichelt dabei gegen Ex-Superstar Higuain.

„Was die Quantität angeht, ist Higuain besser, weil er öfter getroffen hat. Was allerdings die Qualität, die Assists und den Blick für den Mitspieler angeht, sehe ich Mertens vorne“, so De Laurentiis gegenüber „Sky Italia“. „Er ist viel selbstloser als Higuain. Er regt sich nie über die Fehler der anderen auf, nur über seine eigenen.“

Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Sein Fußball ist spektakulär, auch wenn er manchmal etwas riskant sein kann. Manchmal kann unsere Art, Fußball zu spielen, nach hinten losgehen, aber wir hoffen immer, dass das Gegenteil passiert.“

Zu schmächtig für den Profi-Fußball

Dass Mertens zur großen Nummer im europäischen Fußball wurde, war anfänglich nicht absehbar. Die Jugend verbrachte er beim RSC Anderlecht, mit 16 Jahren war der belgische Spitzenklub aber überzeugt, Mertens sei zu klein und zu schmächtig für den Profi-Fußball. Im Nachhinein gab der Stürmer zu, dass es alles andere als leicht war, damit umzugehen.

Nach einem Zwischenstopp bei KAA Gent feierte er beim niederländischen Zweitligisten AGOVV Apeldoorn doch sein Profi-Debüt. Erst mit 23 schaffte er schließlich den endgültigen Durchbruch. Zunächst beim FC Utrecht, danach bei PSV Eindhoven, für die er in 88 Spielen für 45 Tore und 43 Assists sorgte.

2013 sicherte sich schließlich der SSC Napoli für 9,5 Millionen Euro die Dienste von Mertens. Betrachtet man seine Statistik in Süditalien (56 Tore und 42 Assists in 171 Spielen) eine läppische Summe.


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(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt!)

China lockte

Dass er nach wie vor für Napoli auf Torjagd geht, stand kurzzeitig auf der Kippe. Wie nahezu jeder Superstar hatte auch Mertens Angebote aus China vorliegen.

„Ich kann euch sagen, es ist schwierig, so eine Summe abzulehnen“, gibt der Belgier gegenüber „La Libre“ offen zu. Am Ende war aber der Respekt vor seinen Eltern der entscheidende Punkt.

„Meine Eltern haben mich so nicht erzogen. Ich hätte sie enttäuscht, wenn ich nach China gegangen wäre“, gibt es in der Familie Mertens wichtigere Werte als Geld.

Daher spielt der Stürmer noch in Neapel. Gegen Real Madrid kann er Legendenstatus erreichen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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