Der Sieger im 323. Wiener Derby heißt SK Rapid Wien!
Die Grün-Weißen setzen sich im Ernst-Happel-Stadion bei der Austria mit einem knappen 1:0-Sieg durch. Das Spiel braucht lange, um Fahrt aufzunehmen.
Vor der Pause vergibt das Team von Goran Djuricin durch Giorgi Kvilitaia aus kurzer Distanz die beste Gelegenheit (35.). Die Veilchen werden davor bei einem Schuss von Kevin Friesenbichler ans Außennetz gefährlich (31.).
Zehn Minuten nach der Pause gehen die Hütteldorfer in Führung: Nach einer Flanke von Louis Schaub über rechts will Philipp Schobesberger eigentlich per Kopf querlegen, der Ball hoppelt aber ins lange Eck, Patrick Pentz sieht nur hinterher.
Zehn Minuten vor dem Ende fliegt Galvao wegen eines Torraubs gegen Monschein mit Rot vom Platz, die Austria findet im Finish aber keine Antwort mehr. Rapid festigt damit Platz drei, die Austria liegt als Vierter bereits zehn Punkte hinter Tabellenführer Sturm.
Klares Schwab-Handspiel bleibt ungeahndet
Die seit sieben Spielen ungeschlagenen Rapidler haben als Auswärtsteam ein Chancenplus, in der Schlussphase aber auch das nötige Glück, da ein Handspiel von Stefan Schwab im Strafraum (81.) ungeahndet blieb.
Unmittelbar zuvor (80.) hatte Lucas Galvao wegen Torraubs die Rote Karte gesehen. Die verletzungsgeplagte Austria konnte trotzdem ihren Abwärtstrend nicht stoppen, kassierte die dritte Pflichtspiel-Niederlage nacheinander. Chance zur Revanche gibt es bereits am Mittwoch (20.30 Uhr), im Achtelfinale des ÖFB-Cups an selber Stelle.
Viel Kampf stand im Mittelpunkt eines völlig zerfahrenen Geschehens in der ersten halben Stunde. Die Austria hatte Rapid kommen lassen, auf Konter gehofft, beide Seiten blieben spielerische Highlights schuldig.
Das änderte sich ab der 31. Minute schlagartig. Die Favoritner riskierten mehr und sorgten damit für eine deutlich offene Partie, in der beide Teams der Führung sehr nahe kamen.
Kevin Friesenbichler schoss nach schöner Prokop-Vorarbeit ins Außennetz (31.) und scheiterte zudem an Rapid-Goalie Richard Strebinger (43.). Aufseiten der Hütteldorfer mangelte es noch mehr an der nötigen Effizienz.
Rapid münzt Chancen in Führung um
Vor allem Giorgi Kvilitaia, der im Vergleich zum Spiel gegen St. Pölten gegenüber Joelinton den Vorzug erhalten hatte, ließ die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen.
Der Georgier konnte Patrick Pentz nicht überwinden (35.) und setzte eine Schaub-Hereingabe im Stile eines gegnerischen Abwehrspielers aus zwei Metern über das Tor (41.). Stefan Schwab (37./drüber, 45.+1/daneben) und Louis Schaub (45.+3) vergaben weitere Möglichkeiten.
Nach der Pause war auf dem Platz lange Zeit augenscheinlich, dass die Rapidler aktuell in deutlich besserer Form sind. Ihre Führung war daher durchaus verdient. Nach Schaub-Flanke konnte Schobesberger ins lange Eck einköpfeln (55.), die Austria-Abwehr samt Pentz sah dabei nicht gut aus.
Zehn Minuten später rettete der für den mit Verdacht auf Fingerbruch ausgetauschten Heiko Westermann eingewechselte Abdul Kadiri Mohammed in höchster Not vor dem einschussbereiten Schobesberger. Bei einem Schwab-Abschluss war Pentz auf dem Posten (72.).
Austria findet auf Galvao-Rot keine Antwort
Da Galvao aufgrund schlechtem Stellungsspiel im Duell mit dem kurz zuvor in die Partie gekommenen Christoph Monschein die Notbremse ziehen musste und zurecht Rot sah (80.) wurde es noch einmal spannend.
Der verhängte Freistoß von Raphael Holzhauser wurde von Schwab mit dem Ellenbogen geklärt, es hätte also Elfmeter geben müssen. Zulegen konnte die Austria aber nicht mehr, so blieb es bei der dritten Niederlage nach dem 0:3 gegen Sturm Graz sowie dem 1:3 in der Europa League am Donnerstag gegen Rijeka.
Für Rapid war es der 133. Sieg im 323. Derby, der erste in der Ära von Trainer Goran Djuricin sowie auch seit einem 4:1 im August 2016.