Dreikampf im Abstiegsrennen
Aus einem Vierkampf im Abstiegsrennen ist allerdings nun nur mehr ein Dreikampf geworden. Altach konnte sich nicht vorzeitig retten, erhielt in der Schlussphase das 1:1 gegen den WAC und liegt jetzt sechs Punkte vor Grödig.
Das gilt auch für Mattersburg, das am Sonntag zu Hause noch auf Rapid trifft. Grödig muss jetzt zu Hause gegen Salzburg und zum Abschluss am 15. Mai in Mattersburg gewinnen und darauf hoffen, dass entweder Altach (bei Rapid und gegen Ried) oder die Burgenländer (auch noch bei Sturm Graz) alles verlieren.
Rieds Trainer Paul Gludovatz hat seine Mission positiv erfüllt, darf nun noch nach vorne blicken. Nur zwei Zähler fehlen auf den Sechsten WAC. Für die Entscheidung im Abstiegsschlager sorgten wenig überraschend die Club-Toptorschützen Dieter Elsneg (23./8. Tor) und Thomas Fröschl (67./4. Tor). Es war der vierte Zu-Null-Erfolg vor eigenem Publikum in Folge, der zehnte Saisonheimerfolg insgesamt.
Grödig beginnt besser
Grödigs Trainer Peter Schöttel setzte erwartungsgemäß genau auf jene Elf, die zuletzt sensationell Rapid mit 2:0 in die Schranken gewiesen hatte. Der Start der Gäste war auch verheißungsvoll, Reagy Ofosu zeigte bei seinem Abschluss aber einmal mehr, dass er alles andere als ein Goalgetter ist, schoss drüber (5.).
Auch sonst war vor allem die fehlende Effizienz ein Knackpunkt im Spiel der Schöttel-Truppe. Benjamin Sulimani kam alleine vor Ried-Tormann Thomas Gebauer zum Abschluss, schob den Ball aber stümperhaft am Tor vorbei (17.).
Rieg geht in Führung
Noch bitterer für die Salzburger waren defensive Nachlässigkeiten in entscheidenden Momenten.
Nach einem weiten Gebauer-Abschlag und einer Kopfball-Verlängerung von Fröschl stellten sich die Grödiger schlecht an, darunter auch Swete am Ende der Fehlerkette, und Elsneg vollendete nach einem Zweikampf mit dem Grödig-Tormann per Kopf (23.). Es war ein äußerst kurioser Treffer der Innviertler, die zuvor schon bei einem Fröschl-Kopfball (15.) gefährlich geworden waren.
| Ried | Grödig | |
|---|---|---|
| Ballbesitz | 45,2% | 54,8% |
| Zweikämpfe | 50,8% | 49,2% |
| Torschüsse | 13 | 12 |
| Torschüsse außerhalb Strafraum | 8 | 2 |
| Torschüsse innerhalb Strafraum | 5 | 10 |
| Kopfballchancen | 3 | 1 |
| Eckbälle | 6 | 2 |
| Flanken | 10 | 11 |
| Abseits | 1 | 2 |
| Fouls | 12 | 17 |
Stimmen zum Spiel
Paul Gludovatz (Ried-Trainer): "Es war ein mentaler Kraftakt mit großem Substanzverlust. Wenn ich nach außen zeigen würde, wie es bei mir innen ausschaut, müsste ich einen Flick-Flack machen. Die erste Hälfte war nicht eine der schlechtesten, aber der ungewöhnlichsten. Der Gegner hat teilweise mit neun Mann verteidigt, aber gefährliche Konter gespielt. Wir hatten viele Probleme in der Defensive und sind glücklich mit 1:0 in die Pause gegangen. Es war nötig, klare Worte zu sprechen, dass wir zweite Hälfte eine Pattstellung erreicht haben. Diesmal habe ich gerne unrecht. Ich habe gesagt, wir wollen am 11. Mai aus dem Schneider sein. Das ist uns jetzt schon früher geglückt."
Peter Schöttel (Grödig-Trainer): "Die Analyse fällt mir schwer. Ich war überrascht, wie wir aufgetreten sind. In der Defensive waren wir sehr fehleranfällig im Gegensatz zu den letzten Spielen. Wenn man vorne die Möglichkeiten nicht nutzt und in Rückstand gerät, dann wird es schwierig in Ried. Mit dem zweiten Tor war das Spiel entschieden. Ich traue es der Mannschaft zu, dass wir aufstehen und wieder einmal die letzte Chance nützen, aber da müsste schon etwas Besonderes passieren."
Thomas Fröschl (Ried-Torschütze): "Wir hätten erste Hälfte auch hinten liegen können, nach dem Tor haben wir das Spiel dann in die Hand genommen. In der zweiten Hälfte ist von Grödig wenig gekommen. Die ganze Mannschaft hat Charakter gezeigt, wir hatten viele Verletzte, haben uns im Training aber nicht geschont. Die Erleichterung ist riesengroß, aber auch bei einer Niederlage wären wir noch drei Punkte vorne gewesen."