Sturm-Stadion bleibt für Christian Jauk Priorität

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Seit 2012 fungiert Christian Jauk als Präsident des SK Sturm Graz, am Freitag wird seine dritte Amtszeit starten - die Wiederwahl des Vereins-Oberhaupts ist nur Formsache.

Einen Gegenkandidaten wie etwa zuletzt beim SK Rapid Wien gibt es bei den "Blackies" nicht.

Jauk tritt mit verjüngtem Vorstandsteam an und möchte unter anderem weiterhin an einer Stadionlösung feilen. Auf einen etwaigen Abgang von Geschäftsführer Sport Günter Kreissl sei man vorbereitet.

"An der Spitze der Sturm-Familie zu stehen bedeutet viel Ehre, kostet aber auch enorm Kraft. Trotz meiner achtjährigen Erfahrung empfinde ich immer noch Respekt vor dieser Position", erklärt der 54-Jährige gegenüber der "APA".

Fan im Anzug

Sein Credo bleibt die wirtschaftliche Unabhängigkeit des Clubs. "Die Entscheidung treffen bei Sturm immer die Mitglieder", betonte Jauk.

Davon gibt es seit kurzem erstmals über 3.000 eingetragene. "Darauf sind wir als unabhängiger Verein, der das Vermächtnis unserer Gründer 'Emotion und Tradition' hochhält, sehr stolz."

Jauk gilt und gibt sich als Traditionalist, als pflichtbewusster Teamplayer, als Fan im Anzug.

"Sturm-Familie" ist Teil seines Grundvokabulars, als Oberhaupt installiert er demnächst ein Kuratorium zur Bewahrung der Clubidentität. Dass Sturm mittlerweile ohne Namenssponsor Puntigamer im Logo daherkommt, rechnet ihm die Fanszene hoch an.

Sturm braucht Stadion "emotional und wirtschaftlich"

Durchaus wichtig: Als Vorstandsvorsitzender der Grawe-Bankengruppe kann er gut mit Zahlen, in Wirtschaftskreisen ist er kein Unbekannter. Als Finanzchef war er an der Sanierung des Clubs nach dem Zwangsausgleich 2007 maßgeblich beteiligt, mittlerweile bilanziert Sturm regelmäßig positiv.

"Trotz der getätigten Infrastrukturmaßnahmen", pflegt man in der Geschäftsstelle in Messendorf zu betonen.

Die Akademie Steiermark-Sturm, mehrere neue Trainingsplätze, Flutlicht und eine neue Kraftkammer am Trainingsgelände, ein neuer Fanshop, dazu das Eigenkapital erhöht, doch die Realisierung des zum Vermächtnis tauglichsten - ein eigenes Stadion - gelang unter Jauks Ägide bisher nicht.

Ein "Sturm-Stadion" steht seit seinem Amtsantritt im Jänner 2012 zur Diskussion. "Sturm wäre ohne Gruabn nie Sturm geworden. Wir brauchen die Hoheit über ein Stadion emotional und wirtschaftlich", erklärt Jauk heute.

Merkur-Arena bleibt Priorität

Die Dringlichkeit ist Jauk angesichts der Großprojekte von Rapid und Austria in Wien oder des LASK in Linz bewusst. Das Bemühen, in Graz nachzuziehen, um nicht dauerhaft zurückzufallen, ist ihm nicht abzusprechen.

Er hat schon manches Scharmützel mit der Stadt Graz ausgefochten, eine zufriedenstellende Lösung fand sich bisher nicht. Jauk wird es weiter probieren. "Es liegt in meiner Pflicht, sich um Infrastrukturoptionen zu kümmern."

Zuletzt machte in der Steiermark ein Gerücht die Runde, wonach eine Immobilienfirma dem Club ein Vorkaufsrecht auf ein Areal samt Sportstätten-Widmung im Stadtteil Puntigam eingeräumt haben soll.

"Gerüchte über Grundstücke zu kommentieren, wäre in diesem Fall nicht hilfreich, weil beim Thema Stadion ganz klar die Merkur-Arena die erste Priorität für uns bleibt", erklärte Jauk.

Der Club strebe weiter einen Pachtvertrag an, der über einen sechsstelligen jährlichen Beitrag über 20 Jahre bezahlt werden soll. Durch diesen könne Sturm ein zweites, kleineres Stadion in Graz (für den GAK) mitfinanzieren.

"Darüber hinaus würden wir uns beim Ausbau des Hospitality-Bereiches in der Merkur-Arena finanziell beteiligen. Das ist ein einmaliges Angebot für die öffentliche Hand, die weiter Eigentümer bleibt."

Auf möglichen Kreissl-Abgang vorbereitet

Um einen neuen Geschäftsführer Sport wird sich der Präsident möglicherweise demnächst umschauen müssen. Kreissl hat zuletzt in Interviews seinen Abschied nach Saisonende in Aussicht gestellt.

Jauk lobte das geschäftsführende Duo Kreissl/Thomas Tebbich (Wirtschaft) als "stabile Basis" der vergangenen Legislaturperiode.

"Inwieweit Günter Kreissl seinen arbeitsintensiven Weg, für den ich sehr dankbar bin, mit uns fortsetzten möchte oder nicht, werden wir nach der Generalversammlung klären. Wir wären auf jede Entscheidung vorbereitet."

Aus seinem Vorstandsteam verabschieden sich vier bekannte Herren, das neue Team soll jünger und erstmals in der Ära Jauk auch weiblich besetzt sein. Die Namen wollte Jauk öffentlichwirksam am Freitag präsentieren. Die beiden bisher einzigen weiblichen Vorstandsmitglieder in der 110-jährigen Ära des Clubs waren Ehefrauen von Präsidenten. Neben Rosemarie Gert (1980er) war dies Clementine Reistenhofer als Kassierin in der Nachkriegszeit.

Textquelle: © APA

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