Sturm-Trainer Heiko Vogel setzt Rapid unter Druck

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Drittes Spiel, erster Sieg?

Der SK Sturm Graz läuft unter Heiko Vogel weiterhin dem ersten Punktgewinn hinterher. Die nächste Chance gibt es am Samstag im Schlager bei Rapid (16 Uhr im LIVE-Ticker).

Der Neo-Coach der Steirer ist vor diesem Showdown der Traditions-Klubs bemüht, Sturm als Underdog zu positionieren und den Wiener Rivalen unter Druck zu setzen:

"Wir haben viel, viel weniger zu verlieren als Rapid. Rapid steht unter größerem Zugzwang. Sie haben den Heimvorteil, die Fans im Rücken. Sie haben die Pflicht, gewinnen zu müssen, um den Abstand verkürzen zu können. Insofern genieße ich jetzt auch einmal die Außenseiterrolle, nicht gewinnen zu müssen, sondern zu dürfen. Das war in den ersten zwei Spielen definitiv nicht der Fall."

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Viele personelle Fragezeichen

Eine weitere Niederlage würde aber wohl auch den Druck auf Vogel nicht verringern. Womöglich äußert sich der Deutsche jedoch nicht nur wegen des holprigen Starts in seine Amtszeit defensiv, sondern wegen der angespannten Personalsituation.

Da das eine oder andere Kadermitglied mit einem grippalen Infekt kämpfen würde, könne er kein verlässliches Statement zur Aufstellung in Hütteldorf abgeben: "Ich weiß heute noch nicht, wie ich am Samstag spielen werde, weil ich abwarten muss. Ich schaue jeden Tag und jede Nacht, wer zurückkommt, wer sich zu 100 Prozent oder wenigstens zu 80 Prozent zeigt."

Neuzugang Bright Edomwonyi arbeitet laut Vogel hart daran, um auf besagte 100 Prozent zu kommen. Wie Emeka Eze würde sich der Stürmer "grippal sehr stabil" zeigen, weshalb beide am Samstag eine Option seien. Beim zuletzt verletzten Thorsten Röcher hofft der Coach, dass es in die richtige Richtung geht, man müsse jedoch von Tag zu Tag schauen.

Kritik an Berichterstattung

Mit welchem Personal Sturm auch immer auflaufen wird: Gegen Rapid geht es nach den beiden Niederlagen in Mattersburg und gegen den WAC ohne jede Frage um einen Befreiungsschlag. Wobei sich die Situation aus Vogels Perspektive nicht so schlecht darstellt, wie sie medial geschildert werde.

"Die Natur macht keine Sprünge. Evolution geht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess, und Prozess heißt, dass es Zeit braucht. Wichtig ist, dass wir nicht die Ruhe verlieren."

Heiko Vogel

"Misslungen, am Boden - es ist ja wunderbar, wenn man das vom Tabellenzweiten, der aktuell immer noch neun Punkte Vorsprung auf den Dritten hat, behaupten kann. Wenn es sich für euch so darstellt, dann schreibt das! Wir lassen uns davon nicht beeinflussen. Die Stimmung ist so, wie sie sein muss. Natürlich haben wir nach zwei Niederlagen keine Faschings-Stimmung, das ist kein Thema. Aber ihr seht das so schwarz. Ich sehe es als Teil eines Prozesses. Ich sehe, wie die Mannschaft unter der Woche trainiert, und hoffe, dass sie den Transfer schafft. Wir lassen uns von euch definitiv nicht anstecken", grantelt der 42-Jährige bei seinem Pressetermin vor dem Rapid-Spiel in Richtung Medienvertreter.

Vogel pocht weiterhin darauf, Zeit zu bekommen, damit sich Automatismen entwickeln können: "Charles Darwin hat geschrieben: 'Die Natur macht keine Sprünge.' Genau so ist es. Evolution geht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess, und Prozess heißt, dass es Zeit braucht. Wichtig ist, dass wir nicht die Ruhe verlieren und kontinuierlich daran arbeiten."

Vogel schraubt Anforderungen zurück

Bislang konnten seine Schützlinge die im Training erarbeiteten Änderungen in Sachen Spielphilosophie und System nicht zufriedenstellend auf den Platz bringen. Dies würde daran liegen, dass die Mannschaft mit jeder Faser das umsetzen wolle, was man sich erarbeitet habe:

"Im Rahmen dieser Umsetzung kommt es zu Gedanken im Kopf, und diese Gedanken sind hemmend. Deswegen übernehme ich zu 100 Prozent für beide Spiele die Verantwortung. Übrigens übernehme ich auch für Samstag zu 100 Prozent die Verantwortung - komme, was wolle."

Damit Vogel die Verantwortung für einen Sieg übernehmen kann, adaptiert er vor dem Rapid-Spiel ein wenig seine Herangehensweise. Während der Trainingswoche habe er versucht, "ein bisschen zu vereinfachen" und bezüglich der Dinge, die er vermitteln möchte, einen Schritt zurück zu gehen: "Schritt zurück heißt zum Beispiel, statt auf vier Dinge nur auf zwei hinweisen."

Mentalität statt System und Philosophie

Wobei der Foda-Nachfolger vor dem Gastspiel ohnehin mehr an die Emotionen seiner Spieler appelliert und weniger die taktische Herangehensweise in den Mittelpunkt stellt. Ein Spiel vor 30.000 Zuschauern sei einfach geiler als nur vor 300 oder 400. Die Stimmung, die in Hütteldorf warten würde, sei Fußball in Reinkultur. Sturm wird dabei von 1500 schwarz-weißen Anhängern begleitet.

"Jetzt müssen wir uns wirklich auf Dinge besinnen, die System- und Philosophie-unabhängig sind und einfach mit Mentalität, Kopf und Herz zu tun haben."

Heiko Vogel

"Bevor wir uns mit Dingen wie Ballbesitz oder wer den anderen dominieren wird, beschäftigen, geht es einfach darum, gewisse Grundtugenden zu verinnerlichen. Ich kann über defensive Systeme philosophieren, wie ich will, in letzter Konsequenz ist Defensive eins gegen eins, und da muss ich zeigen, dass ich der Stärkere bin und den Zweikampf mehr gewinnen will als der Gegner. Das ist erst einmal entscheidend, alles andere kommt danach", referiert Vogel und stellt klar:

"Jetzt müssen wir uns wirklich auf Dinge besinnen, die System- und Philosophie-unabhängig sind und einfach mit Mentalität, Kopf und Herz zu tun haben."

Nach dem Fehlstart soll es für Sturm also der gute, alte Kampfgeist richten.

Textquelle: © LAOLA1.at

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