Sturm: Franco Foda zieht vor Romano Schmid den Hut

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Der Abgang von Romano Schmid in Richtung FC Red Bull Salzburg schlug in dieser Woche beim SK Sturm Graz hohe Wellen.

Trainer Franco Foda verliert jedoch kein kritisches Wort über den 17-Jährigen, ganz im Gegenteil:

"Es tut immer weh, wenn ein Eigenbauspieler, der eigentlich erst kurz in die Kampfmannschaft reigeschnuppert hat, von Dannen zieht, aber das ist das Business. Man kann Romano auch nicht böse sein, er hat sich absolut an die Verträge gehalten. Er hatte eine Ausstiegsklausel, die hat er wahrgenommen."

Besonders emotional unterstreicht der Deutsche: "Er hat bis zum letzten Tag, das muss ich einmal ausdrücklich betonen, hier im Training Gas gegeben. Das war unglaublich in seinem Alter, wenn man bedenkt, was in den letzten Tagen auf ihn eingeprasselt ist, was er verarbeiten musste. Trotzdem hat er ganz relaxed gewirkt, hat im Training immer alles geben, und darum war er auch immer im Kader mit dabei, obwohl es ja schon Gerüchte gab. Deswegen muss man vor diesem Spieler den Hut ziehen."

Foda: "Die Großen fressen die Kleinen"

Verhindern könne man als Verein der Größenordnung von Sturm Graz solche Verluste auf Personalebene nicht wirklich.

"Es gibt so einen Spruch: 'Die Großen fressen die Kleinen'! Wir sind zwar nicht klein, Sturm Graz ist schon ein geiler Verein, ein Traditionsverein, aber es gibt eben andere Vereine, die über uns anzusiedeln sind, und die werden auch immer wieder in der Lage sein, Spieler von uns wegzuholen", betont Foda auf der Sturm-Pressekonferenz vor dem Gastspiel bei Rapid Wien.

Wehren könne man sich gegen solche Transfers nur, wenn man Verträge ohne Ausstiegsklausel abschließen würde. Aber das sei aufgrund der verschiedenen Blickwinkel aller Parteien - Spieler, Verein, Berater - nicht so einfach.

"Dem Verein sind schon ein Stück weit die Hände gebunden. Man muss einfach schauen, dass man das Beste daraus macht und immer wieder jungen Spielern die Plattform gibt, sich hier zu zeigen. Wir haben in dieser Saison bewusst einen kleineren Kader gewählt, damit gerade die jungen Spieler mehr zum Einsatz kommen, wir die Talente aus den eigenen Reihen mehr forcieren. Aber wenn du erfolgreich und gut spielst, weckt das Begehrlichkeiten, das wird im Fußball immer so sein", meint Foda.

Foda will die nächsten Talente "herauszaubern"

Der 51-Jährige betont, dass er die Entwicklung von Hoffnungsträgern in der Amateur-Mannschaft beziehungsweise in der Akademie genau im Auge habe würde. Der eine oder andere potenzielle Nachrücker wie Fabian Wetl oder Michael John Lema saß in dieser Saison auch schon bei den Profis auf der Bank.

"Wir werden auch immer wieder junge Spieler nachziehen, wenn sie sich über einen längeren Zeitraum bei den Amateuren oder in der Akademie beweisen. Es gibt talentierte Spieler. Wir werden wieder den einen oder anderen herauszaubern. Vielleicht gibt es ja in den nächsten Wochen und Monaten noch die eine oder andere Überraschung", deutet der Deutsche weitere Beförderungen an.

Generell müsse man in der Causa Schmid "den Tatsachen ins Auge blicken. Österreich ist ein Ausbildungsland. Das haben die letzten Jahre einfach gezeigt. So geht es ja nicht nur uns. Klar ist es schön und bestätigt ein Stück weit die Arbeit, die man hier leistet, dass junge Spieler entwickelt werden, dass die die Möglichkeit haben, den nächsten Schritt zu gehen. Ob der Schritt nach Salzburg der richtige ist, muss der Spieler selbst entscheiden. Aber es ist einfach so. Damit muss man klar kommen, das muss man wissen, auch wenn es schade ist."

Kommt ein Neuzugang?

Ob Sturm in dieser Transferzeit noch einem anderen Verein einen Spieler abluchsen wird, steht noch nicht fest. Geschäftsführer Sport Günter Kreissl hatte angekündigt, dass wenn nur ein Perspektivspieler für die Offensive in Frage kommen würde, kein gestandener Routinier.

Foda bekräftigt sein Vertrauen in den aktuellen Kader, betont jedoch, dass man bis zum 31. August die Augen offen haben werde: "Es macht aber nur Sinn, wenn wir Spieler bekommen, die die Mannschaft weiterbringen und verbessern. Aber diese Themen haben wir in den letzten Jahren immer in Ruhe intern besprochen und in Verbindung mit Günter Kreissl und meinem Trainerteam die richtigen Lösungen gefunden. Das haben wir nicht so schlecht gemacht, wenn man die Transferpolitik sieht, was wir eingekauft und wie viele Spieler wir um gutes Geld verkauft haben."



Textquelle: © LAOLA1.at

Drei Neue? Rapid Wien kündigt Transfer-Offensive an

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare