Rose: "Nicht als Schlaumeier daherkommen"

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Wo begießt man seine Bestellung als neuer Cheftrainer bei RB Salzburg? Bei der Feier zu Jürgen Klopps 50. Geburtstag.

Freilich war es Zufall, dass Marco Rose just an jenem Abend, an dem er befördert wurde, beim Fest eines der charismatischsten Trainer des modernen Fußballs war. Aber immerhin konnte er so bei seiner Präsenation eine gute Geschichte erzählen. Und ein würdiger Rahmen wird es allemal gewesen sein.

In Roses Fall kommt nun also nach dem Vergnügen die Arbeit.

Das waren alle Salzburg-Trainer in der Ära Red Bull. LAOLA1 stellt die illustre Runde und ihre Bilanz vor:

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Kurt Jara (AUT) - 1. Juli 2005 bis 31. Mai 2006 - 38 Spiele, Punkteschnitt: 1,74, Titel: 0

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Der Tiroler musste nach nur einer (titellosen) Saison gehen - wegen angeblichen "Ungereimtheiten bei Spielertransfers". Drei Jahre später einigte man sich außergerichtlich.

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Giovanni Trapattoni (ITA) - 1. Juni 2006 bis 30. April 2008 - 87 Spiele, Punkteschnitt: 1,87, Titel: 1

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Der schillerndste Trainer der Red-Bull-Ära wurde auf Anhieb Meister, scheiterte in Donetsk knapp an der CL, musste aber auch das 0:7 gegen Rapid einstecken.

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Co Adriaanse (NED) - 1. Juli 2008 bis 15. Juni 2009 - 45 Spiele, Punkteschnitt: 1,98, Titel: 1

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Der Niederländer kam, sah, gewann die Meisterschaft - sein Vertrag wurde dennoch nicht verlängert. Marc Janko erzielte in dieser Saison 39 Bundesliga-Tore.

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Huub Stevens (NED) - 15. Juni 2009 bis 8. April 2011 - 94 Spiele, Punkteschnitt: 1,77, Titel: 1

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2010 gelang ihm und seiner Mannschaft mit Ach und Krach die erstmalige Titelverteidigung in der Red-Bull-Ära. Stevens war ein Jahr später der erste RB-Coach, der vor Saisonende gehen musste.

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Ricardo Moniz (NED) - 8. April 2011 bis 12. Juni 2012 - 65 Spiele, Punkteschnitt: 1,97, Titel: 2

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Nach dem verpassten Meistertitel 2011 holte er 2012 erstmals in der Red-Bull-Ära das Double - um wenig später zurückzutreten. Grund waren enorme Meinungsverschiedenheiten, die es mit der neuen medizinischen Abteilung gegeben hat.

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Roger Schmidt (GER) - 1. Juli 2012 bis 30. Juni 2014 - 99 Spiele, Punkteschnitt: 2,24, Titel: 2

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Nach zwei Blamagen (Düdelingen und Pasching) sowie einer titellosen Saison, schlug Salzburg unter Schmidt zurück: Double, Meisterschaft im März fixiert (Rekord), Achtelfinale in der Europa League. Dank Ausstiegsklausel ging es für den beliebten Trainer dann nach Leverkusen. 

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Adi Hütter (AUT) - 1. Juni 2014 bis 15. Juni 2015 - 54 Spiele, Punkteschnitt: 2,09, Titel: 2

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Holte wie seine beiden Vorgänger das Double, das allerdings bereits im ersten Jahr, verabschiedete sich dann freiwillig mit dem Satz: "Ich bin kein Ausbildungstrainer."

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Peter Zeidler (GER) - 22. Juni 2015 bis 3. Dezember 2015 - 25 Spiele, Punkteschnitt: 1,80, Titel: 0

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Der erste Trainer, der von der zweiten Mannschaft zur ersten aufrückte - ein Fehler. Nie wurde ein Chefbetreuer in der Red-Bull-Ära früher verabschiedet - nach der Hinrunde.

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Thomas Letsch (GER) - 3. Dezember 2015 bis 14. Dezember 2015 - 2 Spiele, Punkteschnitt: 2,00, Titel: 0 (interimistisch im Amt)

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Der Feuerwehrmann erledigte seinen Job mit einem 0:0 in Mattersburg und einem 2:0  zu Hause gegen Rapid.

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Oscar Garcia (ESP) - 28. Dezember 2015 bis 14. Juni 2017 - 73 Spiele, Punkteschnitt: 2,26, Titel: 4

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An den Titeln gemessen der erfolgreichste Trainer der Red-Bull-Ära: Vier Titel, Punkteschnitt 2,26 und die zweitbeste Red-Bull-Saison in der Bundesliga (81 Punkte) stehen zu Buche. Er folgte im Juni 2017 dem Ruf von St. Etienne.

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Marco Rose (GER) - 1. Juli 2017 bis 26. Mai 2019

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Nach dem Triumph mit der Salzburger U19 in der UEFA Youth League stieg er zum Cheftrainer auf und eilte von Erfolg zu Erfolg. In der ersten Saison wurde er mit dem Punkterekord von 83 Zählern Meister und führte das Team bis ins Halbfinale der Europa League, in seiner zweiten Saison ist gar das Double möglich.

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Die Beförderung vom U18-Coach zum Profi-Trainer sei aus seiner Sicht "der logische Schritt bei einem ambitionierten Verein, der das Selbstverständnis hat, um den Titel zu spielen".

"Wir wollen mutigen Fußball spielen"

Vier Mal in Folge hat Salzburg zuletzt das Double gewonnen. Zwei Mal unter Oscar Garcia. Kein Wunder, dass Rose sagt, sein Vorgänger habe "großartige Arbeit" geleistet. Logisch auch, dass der Deutsche deshalb das Rad in der Mozartstadt nicht neu erfinden will: "Viele Dinge haben gut funktioniert. Ich werde nicht als Schlaumeier daherkommen und grundsätzliche Dinge ändern. Wir werden aber sicher an ein paar Stellschrauben drehen."

Würde der 40-Jährige eine Revolution ausrufen, wäre er auch am falschen Ort. "Wer den Verein beobachtet, der weiß, dass wir eine einheitliche Spielidee haben. Diese werden wir natürlich weitertragen. Wir wollen unser Spiel auf den Platz bringen - unabhängig vom Gegner", sagt er.

Und vielleicht wird es ja dann doch wieder ein wenig attraktiver. Einige Salzburg-Fans hatten ja durchaus bemängelt, dass das schöne Spiel unter Garcia ein wenig gelitten hatte. "Wir wollen attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen. Wir wollen versuchen, die Leute mitzunehmen. Wir wollen mutigen Fußball spielen. Wir wollen mutig und hoch verteidigen. Wir werden einen Weg finden, attraktiv zu sein, zu agieren und trotzdem hinten gut zu stehen", verspricht Rose.

Das Thema Champions League

"Dass ich Cheftrainer werde bedeutet nicht, dass Talent für Talent durchgewunken wird"

Die ersten Pluspunkte könnte der Neo-Chefcoach auf internationaler Ebene sammeln. Salzburg nimmt wieder einmal einen Anlauf, es in die Champions League zu schaffen. Rose sagt dazu: "Das Ziel steht, das Thema ist da. Wir werden dieses Thema natürlich angehen. Wir müssen das Runde für Runde abarbeiten, wenn wir es schaffen, sind wir natürlich überglücklich."

Mit welchem Kader er genau in die Saison geht, ist noch nicht gewiss. "Der eine oder andere Spieler wird uns noch verlassen", ist sich Sportchef Christoph Freund sicher. Rose selbst wolle sich "erstmal ein Bild machen". Nachsatz: "Ich bin seit zwei Tagen informiert, dass ich Trainer werde. Sie müssen mir Zeit geben, mich mit den Rahmenbedingungen vertraut zu machen."

Und eine Warnung an all die hochtalentierten Jungspunde in Salzburgs Akademie hat er auch: "Dass ich Cheftrainer werde bedeutet nicht, dass Talent für Talent durchgewunken wird. Das muss sich jeder Spieler verdammt hart erarbeiten. Im Fußball geht es immer um Leistung."


Textquelle: © LAOLA1.at

RB Salzburg: Freund erklärt die Entscheidung für Rose

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