Umstellung im Mittelfeld
"Es war eine gute Performance. Wir sind sehr glücklich. Es war sehr wichtig, mit einem Sieg in die Pause zu gehen", bilanzierte Bartosz Mazurek, der erstmals in dieser Saison als nominelle Zehn vor Soumaila Diabate und Abubakr Barry auflief.
Die "Bullen" starteten mit viel Dampf in die Partie und gingen bereits nach fünf Minuten durch Haris Tabakovic in Führung. Der Angreifer verwertete eine Lindström-Hereingabe sehenswert mit der Ferse.
Danach riss etwas der Faden und Sturm schlug zwei Mal durch den Ex-Salzburger Oumar Diakite zu: Ein Mal über einen Standard und ein Mal über einen Konter inklusive traumhafter Direktabnahme.
"Es war intensiv. Wir haben Fehler auf unserer Seite gemacht, aber ich bin stolz, auf unsere Teamleistung heute", so Frans Krätzig.
Röhl fliegt, Salzburg dreht das Spiel
Denn Salzburg ließ sich von diesem Doppelschlag nicht unterkriegen. Leandro Morgalla (29.) und Damir Redzic in Durchgang zwei (67.) drehten die Partie zugunsten der Röhl-Elf. Und das, obwohl ihr Trainer nach etwas mehr als einer halben Stunde auf die Tribüne musste (alle Infos dazu >>>).
Doch das Topspiel hatte erneut eine Wende parat: Nach einem Fehler von Christian Zawieschitzky köpfte Jon Gorenc Stankovic die Grazer wieder ran (70.).
"Chris (Zawieschitzky Anm.) macht heute einen kleinen Fehler. Er hat uns die letzten Wochen oft gerettet, heute haben wir ihn gerettet. Es fühlt sich gut an. Es geht immer um die Reaktion, so müssen wir weitermachen", stärkte Krätzig dem ÖFB-Torhüter den Rücken.
Wie schon nach dem 1:2 ließen sich die Mozartstädter vom neuerlichen Gegentreffer nicht beeindrucken und kamen erneut zurück. Der sehr auffällige Jesper Lindström dribbelte die halbe Sturm-Hintermannschaft aus und schloss zum 4:3-Endstand ab (74.).
Röhl: "Verteidigt wie Männer"
"Am Ende haben wir schöne Tore erzielt. Ich bin sehr stolz", so der Cheftrainer. "Es gibt wenige Mannschaften, die hier Lösungen finden. Sie spielen sehr aggressiv."
In der Schlussviertelstunde konzentrierten sich die Salzburger aufs Verteidigen. Sturm schaffte es aber nicht, den nötigen Druck aufzubauen, und so brachten die "Bullen" den Vorsprung souverän über die Zeit.
Das sah auch Röhl so: "Es macht mich stolz, wie wir die letzten zehn Minuten alles wie Männer wegverteidigt haben. In einem schwierigen Umfeld, hier auswärts bei Sturm. Die Atmosphäre war fantastisch, aber wir haben uns davon nicht beeindrucken lassen."
Ende einer intensiven Phase
Durch den neunten Sieg im zwölften Spiel bleibt Red Bull Salzburg an Leader Rapid dran. Drei Punkte trennen die beiden Mannschaften aktuell.
Jetzt geht es nach einer intensiven Phase und neun Spielen binnen eines Monats in die zweite Länderspielpause. Zeit durchzuschnaufen.
"Wir sind ungeschlagen in der Liga. So müssen wir weitermachen. Jetzt haben wir eine Woche Pause und dann greifen wir wieder an", schickte Krätzig eine Kampfansage raus.
Röhl versteht Kritik nicht
Salzburg schaffte es in der Liga erneut, für die nötigen Punkte zu sorgen. Und das, nachdem nach der Niederlage gegen Anderlecht Kritik aufkam.
"Man sollte schon herausheben, dass wir seit fünf Jahren wieder eine Saison spielen, die man so lange nicht in Salzburg gesehen hat. Wir haben für jeden Gegner einen guten Plan, den die Jungs mit Leidenschaft umsetzen und Punkte holen", so Röhl.
Nach der Pause geht es weiter mit dem Auswärtsspiel bei der Wiener Austria, ehe in der Europa League Ararat-Armenia zu Gast ist.