Berisha-Brüder kämpfen erstmals gegeneinander

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Brüderduelle in der Bundesliga sind nicht alltäglich.

Schon gar nicht, wenn zwei Legionäre aufeinandertreffen. Am Sonntag im Schlager zwischen RB Salzburg und dem SK Rapid könnte es wieder soweit sein.

Dann stehen sich Valon Berisha und Rapid-Neuzugang Veton Berisha gegenüber. Das letzte Legionärs-Brüderpaar war 2003 Benedict und Emmanuel Akwuegbu.

"In der Familie wird es nachher aber sicher kein Problem geben", meint Valon Berisha. Über das Spiel selbst sei laut Veton nicht viel geredet worden.

Veton Berisha: "Für mich ist das ein Schritt nach oben"

Die Beziehung zwischen den Brüdern ist sehr eng. "Wir telefonieren fast täglich", sagte der 24-jährige Valon. Interessantes Detail dabei: Die Dialoge werden abwechselnd auf Norwegisch und Albanisch geführt. Den 14 Monate jüngeren Veton hat Rapid am letzten Tag des Sommer-Transferfensters verpflichtet.

"Für mich ist das ein Schritt nach oben von Greuther Fürth. Und sie haben auch richtig Interesse gezeigt", erklärte der Offensivspieler. In Wien habe er sich bereits gut eingelebt. "Das Niveau ist richtig gut. Und ich habe schon viele Stadien gesehen, aber dieses hier ist wirklich schön."

"Feindliche Brüder" sind in der Geschichte der Fußball-Bundesliga keine Seltenheit. Die Geschwister Knaller, Ogris, Hristic oder Kienast, um nur einige zu nennen, trafen im Laufe der Zeit häufig genug aufeinander. Zuletzt standen sich vor fünf Wochen WAC-Mittelfeldspieler Gerald Nutz und Altachs Stefan Nutz gegenüber.


Ein Brüderpaar aus dem Ausland hat auf dem Rasen aber zuletzt 2003 die Klingen gekreuzt. Die Nigerianer Benedict und Emmanuel Akwuegbu spielten in der Bundesliga insgesamt dreimal gegeneinander. Benedict als GAK-Stürmer, Emanuel schnürte für Schwarz-Weiß Bregenz die Schuhe. Wenn alles programmgemäß läuft, haben die Berishas schon am Ende dieser Saison mehr direkte Duelle hinter sich gebracht als die Akwuegbus.

"Bisher haben wir nur im Training gegeneinander gespielt"

Die erste Begegnung auf Profi-Ebene sei für die ganze Familie etwas Besonderes, betonten beide gleichermaßen. "Bisher haben wir nur im Training gegeneinander gespielt", berichtete Valon, dessen Eltern das zerfallende Jugoslawien vor der Geburt der Kinder verlassen hatten. Valon kam in Malmö zur Welt, Veton bereits im norwegischen Egersund, wo die zwei schon in jungen Jahren für den lokalen Verein kickten.

Bei Viking, dem Traditionsclub aus dem benachbarten Stavanger, gaben die Berishas ihr Debüt in der Tippeligaen. Im Juni 2011 standen sie erstmals Seite an Seite in einem Erstliga-Match auf dem Platz. Valon verließ den Club 2012 und schloss sich Red Bull Salzburg an, Veton ging 2015 zu Greuther Fürth in die zweite deutsche Liga.

"Veton hat eine Lunge wie ein Pferd"

"Er stand bereits seit Längerem auf unserer Liste", gestand Rapid-Sportdirektor Fredy Bickel. Mit Schnelligkeit und Kampfgeist soll der norwegische Teamakteur Löcher aufreißen und eine Alternative zu eher statischen Spielertypen im grün-weißen Angriff darstellen.

"Er gibt immer hundert Prozent. Er kann laufen ohne Ende und hat eine Lunge wie ein Pferd. Er ist extrem schnell, und er hat auch einen Riecher vor dem Tor", meinte Valon, der international den Kosovo repräsentiert.

In puncto Energie und Laufbereitschaft seien beide nur schwer zu bremsen. "Wenn zwei Berishas über den Platz fegen, wird am Montag sicher der Platzwart gefragt sein", meinte Salzburg-Trainer Marco Rose. Auch Ehrgeiz und Siegeswillen stecken offenbar in den Genen. "Jeder von uns will gewinnen, wir sind beide Siegertypen", sagte Valon.

So hätte er nichts dagegen, wenn er Veton am Sonntag nach dem Spiel trösten müsste: "Ich wünsche ihm das Beste bei Rapid. Aber wir wollen am Sonntag gewinnen." Sein Bruder möchte das natürlich auch. "Wir sind Rapid Wien und wir gehen immer so ins Spiel rein, dass wir das Spiel gewinnen möchten. So muss es auch sein", sagte Veton Berisha.


Textquelle: © LAOLA1.at/APA

Rapid-Sportchef Fredy Bickel für kürzere Transferzeit

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