Schobesbergers Leidenszeit dauert an

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Dass Geschäftsführer Sport Fredy Bickel ihm mit einer Verpflichtung von Cristiano Ronaldo droht, sollte er nicht endlich fit werden, lässt auch Philipp Schobesberger schmunzeln.

Zum Lachen ist dem grün-weißen Dauer-Patienten in Wahrheit aber gar nicht zu Mute.

"Mittlerweile geht mir gar nichts mehr durch den Kopf", erklärt der 23-Jährige bezüglich seiner langen Leidenszeit.

Nach wie vor plagt ihn ein Knochenmarksödem im Knie. Comeback-Termin? Ungewiss! "Ich hoffe, dass ich zum Ende der Vorbereitung ins Mannschafts-Training einsteigen kann."


Bickel droht mit Ronaldo:

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


Die Ungewissheit

Während sich die Kollegen intensiv auf die neue Spielzeit vorbereiten, ist Schobesberger gemeinsam mit dem Kroaten Ivan Mocinic zu individuellem Training gezwungen.

In den vergangenen beiden Wochen hatte ihm der Vereinsarzt absolute Ruhe vorgeschrieben: "Damit sich das beruhigt. Jetzt kann ich nur Radfahren, locker laufen, ein bisschen auf dem Platz mobilisieren und Krafttraining machen."

Bei vielen Verletzungen würde man wissen, wie lange man ungefähr pausieren müsse. In seinem Fall sei dies anders: "Das größte Problem ist, dass man nicht wirklich sagen kann, wie lange es noch dauert."

Im Alltag würden ihn keine Schmerzen plagen: "Bei geringer Belastung spüre ich es nicht. Aber irgendwann fängt es halt an, dass ich es leicht spüre. Die nächsten ein, zwei Tage spüre ich es dann stark. Es handelt sich um einen stichartigen Schmerz im Knie. Wenn ich den Fuß belaste, sticht es rein. Nach ein, zwei Tagen ist es dann wieder fort."

Zu frühes Comeback

Das Frust-Potenzial ist natürlich riesig: "Es gibt Schöneres für einen Fußballer, aber es gehört auch dazu. Es gibt schlimmere Verletzungen."

Gerade einmal fünf Bundesliga-Spiele konnte der Oberösterreicher in der vergangenen Saison absolvieren - die ersten vier Spieltage und das Heimspiel gegen Sturm Graz Ende November 2016. Dass dieser Einsatz genau wie jener im Europa-League-Duell mit Genk drei Tage zuvor zu früh kam und somit ein Fehler war, ist inzwischen allgemein bekannt.

"Solche Fehler dürfen nicht passieren", ärgert sich Bickel nach wie vor darüber, dass sich der Flügelflitzer nach seiner Verletzungspause damals nicht richtig auskurieren konnte, und hat deshalb Gegenmaßnahmen ergriffen:

"Wir haben insbesondere in dieser Abteilung ausgebaut und haben einen Athletiktrainer, einen Physiotherapeuten und einen Reha-Trainer, der sich nur um diese Spieler kümmert, dazugenommen. Das sind auch die Lehren aus der Vergangenheit."

"Nächstes Mal bin ich gescheiter"

Schobesberger kann sich dafür nichts mehr kaufen, aber auch er hat seine persönlichen Lehren gezogen. Der damalige Trainer Damir Canadi hat ihn zu früh eingesetzt, das würde ihm nun nicht mehr passieren:

"Ich denke gar nicht mehr daran, das bringt nichts, weil ich es jetzt ohnehin nicht mehr ändern kann. Aber nächstes Mal bin ich gescheiter und sage einfach, es geht nicht."

Geduldig zu bleiben, wenn man selbst genau wie das Umfeld ungeduldig wird, ist keine leichte Übung - vor allem, wenn man offenkundig vermisst wird. In seinen nur fünf Bundesliga-Einsätzen hat "Schobi" nämlich fünf Tore vorbereitet - mehr Assists hatte am Ende der Krisen-Saison kein Rapidler zu Buche stehen.

"Meine Mitspieler fragen natürlich genauso, wann ich wieder fit bin, aber denen kann ich auch nichts anderes sagen, weil ich es nicht weiß", sagt Schobesberger.

Fest steht nur, dass momentan die Gesundheit im Vordergrund steht, während sich die Kollegen bereits Ziele für die neue Saison setzen können. Aber fremd sind diese Gedanken auch dem "Dauer-Patienten" nicht: "Ich will spielen, gut spielen, Tore machen, Tore auflegen."

Vor zwei Jahren stand Schobesberger noch im Mittelpunkt diverser Spekulationen bezüglich eines Auslands-Transfers. Inzwischen wäre schon das Ende der Leidenszeit die Erfüllung eines kleinen Traums.



Textquelle: © LAOLA1.at

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