Hatz: "Wir müssen klar die zweite Kraft sein"

Hatz: Foto: © GEPA
 

Mit Michael Hatz wurde am Montagabend bei der Ordentlichen Hauptversammlung des SK Rapids nach Gerald Willfurth ein zweiter ehemaliger Profi-Spieler ins mittlerweile achtköpfige Präsidium von Präsident Martin Bruckner gewählt.

Der neunfache Teamspieler, der auch 269 Matches für Rapid bestritt, hätte eigentlich schon vor drei Jahren die Möglichkeit gehabt, diese Position einzunehmen.

"Bei der Wahl 2019 haben beide Kandidaten (Anm.: also auch Roland Schmid) angefragt", erzählt der 51-Jährige in der "Krone". "Da ging es aber aus beruflichen Gründen nicht."

"Ich sehe mich als Integrationsfigur"

Seine zukünftige Funktion erklärt Hatz so: "Wir sind breit aufgestellt, ich sehe mich als Integrationsfigur, bringe sportliche Kompetenz und Erfahrung ein. Auch als Bindeglied zu den Spielern. Ich mische mich nicht in das Tagesgeschäft ein."

"Zoki Barisic ist der Profi, er soll in Ruhe arbeiten, braucht keine Einflüsterer. Wir behandeln die strategischen Themen", will er seine Kompetenz einbringen, ohne für Unruhe im Verein zu sorgen.

Hatz sieht positiven Umbau in der Mannschaft

Dass es in der Vergangenheit nicht immer rund in Hütteldorf lief, ist Hatz durchaus bewusst. Mit Kritik an früher in Verantwortung befindlichen Personen hält er sich aber zurück: "Ich bin kein Richter. Es wurden falsche Personalentscheidungen getroffen. Jeder weiß, dass wir zu sehr auf das Stadion fokussiert waren. Das Stadion spielt aber nicht Fußball."

Mit den ehemaligen Deutschland-Legionären Guido Burgstaller (St. Pauli) und Michael Sollbauer (Dynamo Dresden) aber auch den Neuzugängen aus der heimischen Liga Ante Bajic (Ried), Roman Kerschbaum (Admira) und Patrick Greil (Austria Klagenfurt) wurden im bisherigen Transferfenster einige routinierte und bewährte Kräfte geholt.

Den aktuellen Umbau in der Mannschaft bewertet Hatz als positiv: "Es wurden einige Führungsspieler mit Charakter geholt, die haben gefehlt. Die große Herausforderung ist, dass die Mannschaft zusammenwächst", meint er über die bevorstehenden Aufgaben von Coach Ferdinand Feldhofer.

"Die Erwartungshaltung muss hoch sein"

In der abgelaufenen Saison wurde Rapid nur Fünfter. Erst in den Bundesliga-Playoffs gelang dem Rekordmeister dadurch die Qualifikation für den Europacup, wo man sich in der Conference-Quali erst für die Gruppenphase qualifzieren muss. Ein Abschneiden, mit dem man im 14. Wiener Gemeindebezirk eindeutig nicht zufrieden war.

"Die Erwartungshaltung muss hoch sein, wir sind Rapid", so Hatz. "Unser Ziel muss sein, klar die zweite Kraft in Österreich zu sein, näher an Salzburg heranzukommen. Rapid muss einfach Freude machen."

Hatz "muss Fans nicht nach dem Mund reden"

In der Vergangenheit war es oft so, dass die Fans die Mannschaft zwar stark unterstützten, einige Spieler mit der ungewohnte Drucksituation aber nicht immer gut zurechtkamen.

Auch der Einfluss der Anhänger auf die Vereinsführung wurde in den vergangenen Jahren kritisch gesehen. Hatz sieht die Situation gelassen: "Ich sehe das emotionslos, neutral, habe einen anderen Blickwinkel, kenne Fans von Block West bis VIP. Jeder weiß, wie wichtig sie sind. Aber ich muss ihnen nicht nach dem Mund reden."

Bei der Bewertung seiner Tätigkeit zähle am Ende sowieso nur der sportliche Erfolg. Dementsprechend gelassen sehe er auch die bevorstehenden Präsidiumswahlen im Herbst, ob einer möglichen Wiederwahl von Präsident Martin Bruckner: "Wenn wir erfolgreich sind, stellt sich die Frage nicht."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..