Andreas Herzog kritisiert Rapid-Politik

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SK-Rapid-Legende Andreas Herzog ist alles andere als glücklich mit der derzeitigen Situation seines Herzensklubs.

"Es schaut so aus, als hätte Rapid nicht die Lehren aus der letzten Saison gezogen", gibt der 48-jährige Wiener bei "ServusTV" zu.

Vor allem die fehlende Reaktion der Vereinsführung ist für ihn unverständlich: "Man hätte versuchen müssen, irgendwie das Geld aufzutreiben, um die Schwachstellen auszubessern." Dabei spielt er etwa auf die fehlende Geschwindigkeit im Spiel nach vorne an.

"Keine einfache Situation"

Aktuell sieht er die Grün-Weißen wieder in einem "Trott, der alles andere als gut ist. Das ist keine einfache Situation." Als Trainer könne man die schon wieder aufs Neue verunsicherte Mannschaft nur positiv nach vorne treiben und Tore erzwingen.

Deshalb will er Trainer Goran Djuricin auch keine Tipps geben: "Es wäre Gogo Djuricin gegenüber nicht fair. Wenn man außen vor ist, kann man leicht gescheit reden."

Was man von den Spielern erwarten müsste? "Noch mehr Leidenschaft, nicht viel nachdenken, den Gegner niederrennen."

Neues Stadion wurde zum Bumerang

Von einer Heimmacht im neuen Allianz Stadion ist man seit der Eröffnung weit weg. Auch in dieser noch jungen Saison konnte Rapid noch keinen einzigen Sieg in der eigenen Heimstätte einfahren.

"Die Hütte ist immer voll, aber wenn man nicht erfolgreich ist, kann das auch zum Bumerang werden. Einerseits wird die Mannschaft nach vorne gepusht, andererseits gibt es Situationen, wo die Fans sauer sind und junge Spieler durch Extremsituationen gehemmt werden. Die können dann nicht die Leistung bringen, die sie imstande wären zu leisten", kritisiert Herzog, wie die Fans teilweise mit eigenen Spielern umgegangen sind.

"Die Fans müssen überlegen, wie sie mit der Mannschaft umgehen", verweist er darauf, dass viele junge Spieler womöglich nicht positiv damit umgehen können, wenn sie im eigenen Stadion unter Druck gesetzt werden. "Man muss abschätzen: Helfe ich der Mannschaft, wenn ich draufhaue oder verunsichere ich sie damit."

Auch die unrühmlichen Aktionen der letzten Wochen sind am ehemaligen Mittelfeldspieler nicht spurlos vorbei gegangen. Leider sei dies jedoch bei vielen großen Mannschaften in Europa ein Problem.

"Das sind keine Fans"

"Es artet überall aus, das sind keine Fans, die sowas machen. Die wollen nicht die Mannschaft unterstützen, die wollen nur Blödsinn machen. Da wäre es besser, sie bleiben zu Hause", verurteilt Herzog diverse Entgleisungen.

"Fußball ist so ein schönes Spiel. Man kann einmal den Frust abladen, schimpft einmal rein, aber man darf gewisse Regeln nicht überschreiten. Die sind bei Rapid öfters übertreten worden, aber auch in Deutschland. Wenn ich in ein Theater gehe, habe ich Regeln zu befolgen, am Fußballplatz auch. Deshalb brauche ich mich nicht wundern, wenn ich dann nicht mehr ins Stadion gehen darf."

Ähnlich wie Rapid-Sportdirektor Fredy Bickel ist Herzog auch der Meinung, dass so etwas innerhalb der Tribüne geregelt werden sollte, da man sich sonst nur selbst schadet. Und Rapid, das derzeit genug Baustellen hat.

"Sporlich läuft es nicht gut, wirtschaftlich ist man nicht auf Rosen gebettet und dann auch noch das mit den Fans", fasst Herzog die Problemfelder zusammen.

Herzog schon bald bei Rapid Thema?

Ob er schon bald selbst den SK Rapid wieder in erfolgreiche Bahnen lenken wird? Diese Frage kann Herzog noch nicht beantworten. Kontakt gebe es derzeit keinen, geschweige denn eine Anfrage.

Im LAZ-Südstadt bringt er seine Erfahrung bei Kinder-Mannschaften ein, trotzdem wäre er nach seiner Zeit in den USA und einer Auszeit für die Familie wieder bereit. "Ich würde lügen, wenn ich sage, dass die Akkus nicht schon wieder voll sind. Ich brenne schon wieder darauf."

Bisher blieb es diesen Sommer jedoch sehr ruhig. Während er anfangs Angebote ablehnte, sehnt er sich nun nach einer neuen Aufgabe. Auch wenn er keine Spekulationen aufkommen lassen will.

Unmöglich ist es nicht, dass sich der SK Rapid bei einer Fortsetzung der Talfahrt unter Goran Djuricin bei ihm meldet.

Textquelle: © LAOLA1.at

Journalisten-Transparent: Ultras des SK Rapid wehren sich

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