Holzhauser-Code geknackt - folgen schwere Zeiten?

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Raphael Holzhauser gilt als wichtigster Mann im Spielaufbau der Wiener Austria. Doch Rapid schaffte es im Derby (1:1) den Blondschopf so gut wie aus dem Spiel zu nehmen.

Mit lediglich 50 Ballkontakten wurde der bald 24-Jährige in der 76. Spielminute ausgetauscht.

„Rapid war nicht die erste Mannschaft, die gesehen hat, wie wertvoll Raphael für uns ist. Die anderen Teams haben es aber nicht geschafft, ihn so zu entschärfen“, erklärt FAK-Trainer Thorsten Fink auf Nachfrage von LAOLA1.

VIDEO: Die Highlights vom 320. Wiener Derby

(Artikel wird nach dem VIDEO fortgesetzt)

"Haben Holzhauser nicht Mann gedeckt"

Doch Rapid schaffte es eben.

Und Damir Canadi verrät das Wie: „Wir haben Holzhauser nicht Mann gedeckt, sondern zugestellt, damit er nicht ins Spiel kommt. Wir wussten, dass er abkippen und das Spiel gestalten will. Er hat eine fantastische Quote, wenn er Pässe in die Offensive spielt. Ich glaube, er hat den besten Wert der Liga. Durch das Zustellen haben wir ihm die diagonalen Bälle rausgenommen.“

Hauptverantwortlich dafür waren Joelinton in seiner neuen Rolle im zentralen Mittelfeld und Kvilitaia.

Dadurch kam das gewohnte Spiel der Austria nie in Schwung. „Durch diese ständige Bewachung ist er nicht zur Geltung gekommen“, schildert auch Lukas Rotpuller.

Um dies zu veranschaulichen, gibt es hier zwei Grafiken:

Links die erfolgreichen Pässe von Holzhauser im letzten Spiel vor der Winterpause gegen Mattersburg (2:0), rechts jene gegen Rapid.

Fink nimmt Team in Pflicht

Austrias Last-Minute-Torschütze (Hier geht’s zur Story) weiß aber genau, dass es nicht nur Rapids Verdienst war, dass sich das violette Offensivspiel beim Frühjahrs-Auftakt über weite Strecken sehr schwer tat.

„Rapid hat sich auf Holzhauser konzentriert und Serbest, Filipovic und mich kommen lassen. Doch wir haben sehr oft die falsche Entscheidung getroffen. Wir hätten unsere Vorderleute besser unterstützen müssen“, übt der Burgenländer Selbstkritik.

Fink nimmt ebenfalls Holzhausers Teamkollegen in die Pflicht. „Gerade wenn Rapha rausgenommen wird, erwarte ich von den anderen, dass sie mehr Druck nach vorne machen, den Ball treiben und den freien Mann suchen. Das hat heute alles zu lange gedauert, um große Chancen herauszuspielen.“

"Haben noch die eine oder andere Waffe"

Angst und bange, dass sich andere Mannschaften Rapids Taktik gegen Holzhauser als Beispiel nehmen, wird dem Deutschen nicht.

„Wie bereits erwähnt, probieren das andere Mannschaften auch. Wir hatten einfach keinen guten Tag, wir können besser Fußball spielen. Ob Raphael jetzt 50 oder 100 Ballkontakte hat, ist egal. Wir haben die zweitmeisten Tore in der Liga geschossen – darum geht es.“

Der Betroffene selbst sieht die Lage abschließend ebenfalls entspannt. „Es war Rapids Plan, mich aus dem Spiel zu nehmen. Wir hätten das Spiel aber grundsätzlich besser lösen können. Schauen wir einmal, was die anderen Teams machen. Wir haben aber noch die eine oder andere Waffe im Team – also keine Sorge.“

Textquelle: © LAOLA1.at

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