Taboga: "Was glaubst du, wieviel ich verdiene?"

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Dominique Taboga spricht bei "Vera. Das kommt in den besten Familien vor" im ORF über seine Spielmanipulationen.

"Mein Antrieb war das Geld und ich habe mit 20, 21 Jahren begonnen, weil ich im Profi-Fußball nicht viel Geld verdient habe. Jeder glaubt immer, man verdient so viel, aber es ist eine Scheinwelt. Leute, die meinten, ich hätte das nicht nötig gehabt, weil ich ohnehin so viel verdienen würde, fragte ich immer: Was glaubst du, wieviel ich verdiene?", erzählt der heute 34-Jährige.

Taboga weiter: "Ich habe zu Beginn meiner Profi-Karriere 1000 Euro netto bekommen, einen Wohnungszuschuss und 250 Euro pro Punkt. Da bin ich auf rund 2000 Euro gekommen. Man ist weit davon entfernt, was die Leute glauben, dass man in Österreich als Profi verdient. Natürlich wusste ich, dass es nicht von Anfang an so sein würde und man mit Leistung mehr bekommt."

7000 Euro für erste Manipulation

Doch viel mehr wurde es nicht. So entschied sich Taboga, Spiele zu manipulieren.

Anfangs vertraute er einem "Freund und Kollegen", der einfach nur meinte, man müsse das nächste Spiel verlieren. "Wir waren zu viert und es ging nur darum, Spiele zu verlieren. Meine Dummheit war, dass ich es nicht hinterfragt habe, von wem das genau ausgeht", so Taboga.

Die 7000 Euro, die es für die erste Manipulation gab, dürften die Fragen verstummen haben lassen. Zwischen 19 und 31 habe Taboga um die zwei Spiele pro Jahr manipuliert.

Nachdem erstmals eine Manipulation misslang (die vierte), gab es Drohanrufe und Taboga musste sich mit albanischen Männern in einem Hotel treffen. "Ich war froh, dass ich da wieder heil rausgekommen bin", so der frühere Kapfenberg- und Grödig-Profi, der von Drohungen berichtete, wonach die Wettmafia ihn hätte auffliegen lassen.

"Es war ein Minusgeschäft"

Taboga musste auch 130.000 Euro zurückzahlen, nahm aber nur 100.000 durch Manipulationen ein. "Es waren 20.000 bis 30.000 Euro pro misslungener Partie. Es war ein Minusgeschäft, ich musste Privatkonkurs anmelden", hält der Verteidiger fest, der auch erzählt, warum er sich letztlich selbst anzeigte.

Man lebt in Angst. Wenn die Frau nicht abhebt, denkt man, es ist ihr etwas passiert. Beim Training schauten sie auch vorbei. Es war am Ende auch eine Erlösung, dass ich mich gestellt habe.

Dominique Taboga

"Ich habe in die Vereinskasse gegriffen. Unser damaliger (Grödiger) Ehrenpräsident (Anton Haas, Anm.) belohnte uns mit 5000 Euro. Ich habe mich als Vizekapitän darum gekümmert, wollte die Scheine in kleinere wechseln und aufteilen lassen. Als ich Woche für Woche mit Ausreden daherkam, bat mich der Trainer (Adi Hütter, Anm.) zum Gespräch mit dem Manager (Christian Haas, Anm.). So kam alles ins Rollen."

Taboga war froh darüber. "Man lebt irgendwann in Angst. Wenn die Frau nicht abhebt, denkt man, es ist ihr etwas passiert. Beim Training schauten sie auch vorbei. Es war auch eine Erlösung. Ich dachte vorher immer, ich komme irgendwie raus. Deswegen habe ich mich auch keinem anvertraut."

Nicht seinen Eltern, auch nicht seiner Frau. Seine damalige Gattin, die ihn vom Selbstmord abhielt (siehe unten), hat sich in diesem Jahr von Taboga scheiden lassen ("Ich habe ihr viel zu verdanken").

Taboga ist allerdings wieder liiert. Nach seiner Strafe (drei Jahre teilbedingt) arbeitet er jetzt im Papierhandel und nebenbei nach abgeschlossener Sportjournalismus-Ausbildung für ein Sportmagazin.

"Ich bin am aufsteigenden Ast", zieht Taboga ein Zwischenfazit in seinem neuen Leben.



Textquelle: © LAOLA1.at

SCR Altach: Verwirrung um System

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