Altacher Abmachung pro Andreas Lukse

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Fast ein gesamtes Jahr hat Andreas Lukse kein Spiel im Profi-Fußball absolviert.

Am Sonntag gab der 30-Jährige beim 1:3 des SCR Altach in Salzburg sein Comeback nach 358 Tagen (3:3 in St. Pölten) - weil sich Martin Kobras an der Wade verletzte und nach 27 Minuten beim Stand von 0:1 vom Feld musste.

Recht viel länger hätte Lukse aber nicht mehr auf seine aktive Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne warten müssen, denn spätestens im Heimspiel gegen den LASK am kommenden Samstag (18:30 Uhr) hätte Lukse gespielt.

So lautet eine Altacher Abmachung.

Neuer Kampf um die Nummer 1

"Ich hätte ab der nächsten Runde gespielt, das war so mit dem Verein abgemacht. Es ist natürlich blöd, dass sich Martin im letzten Spiel noch verletzt hat, ich hoffe, es ist nicht allzu schlimm", sagte Lukse nach dem Spiel, in dem er zwei Gegentore kassierte, aber auch zumindest gleich viele Glanzparaden vorzuweisen hatte (siehe Highlights unten).

"Andi hat in diesem Spiel mit einem Kaltstart ein hervorragendes Spiel gemacht. Das zeigt seine Klasse", lobte Trainer Klaus Schmidt, der die Altacher Abmachung näher erklärt.

"Meine Entscheidung war so, dass Andi die letzten fünf Partien bekommt, um sich präsentieren und den Kampf um die Nummer 1 im Altacher Tor für die neue Saison aufnehmen zu können. Das ist eine faire Chance, auch mit Spielpraxis diese Situation anzunehmen. In einer kurzen Saisonvorbereitung mit wenigen Testspielen wäre das keine faire Möglichkeit."

Zusatz: "Martin hat das entschärft und die Überraschung vorweggenommen."

Das lange Warten ist vorbei

Kobras war die gesamte Bundesliga-Saison über die Nummer eins, weil Lukse das erste halbe Jahr nach einer Schulter-Operation wegen zwei eingerissenen Sehnen fehlte und in diesem Kalenderjahr auf seine Chance wartete.

"Ich trainiere seit 4. Jänner mit, bin ganz normal im Trainingsbetrieb und habe keine Einheit versäumt, denn meine Schulter hält. Seither bin ich auf der Bank gesessen. Dass ich erstmals erst im April spiele, hätte ich mir auch nicht gedacht, aber so ist der Fußball. Bei einer langwierigen Verletzung dauert es vor allem als Tormann, dass man einen Platz bekommt."

Schmidt führt in diesem Kontext auch eine Erkrankung in der Vorbereitung an: "Andreas hat aber in den vergangenen zwei, drei Monaten im Training hervorragend gearbeitet. Es war auch keine Not, denn Martin Kobras hat einen riesigen Job bis hierhin gemacht."

Lukse holte sich Ende März und Mitte April in zwei Partien bei den Amateuren Spielpraxis in der Regionalliga West. "Die Partien bei den Amateuren haben mir gut getan, weil es einfach anders ist als Training", schildert der Wiener, der seit 2014 für den Verein spielt und dort auch den Sprung ins Nationalteam schaffte.

"Ich habes nicht verlernt"

Sein bisher einziges A-Team-Spiel absolvierte Lukse am 15. November 2016 beim 0:0 gegen die Slowakei. Die Rückkehr ins Nationalteam ist aktuell natürlich weit entfernt, doch gegen Salzburg konnte sich Lukse auszeichnen.

"Nach einem Jahr Pause das erste Spiel bei Red Bull zu machen, da gibt es sicherlich leichtere Aufgaben, aber ich bin ganz gut reingekommen. Man sieht, dass ich es nicht verlernt habe", sagt Lukse, dessen Klub in dieser Saison massive Verletzungsprobleme hat.

"Wir sind verletzungsmäßig arg gebeutelt, bei einem kleineren Verein merkt man jeden Ausfall doppelt und ich bin fast jede Runde mit 17- oder 18-Jährigen der zweiten Mannschaft auf der Bank gesessen. Die anderen elf, zwölf Spieler müssen durchbeißen, von dem her, war es in Salzburg in Ordnung, auch wenn wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein können."

Walke und Lukse tauschen sich aus

Nach dem Spiel gab es Trost von Salzburg-Goalie Alexander Walke, der sich mit Lukse freundschaftlich austauschte.

"Grundsätzlich verstehen sich Tormänner immer gut, man tickt gleich, hat quasi denselben Vogel. Alexander Walke ist sehr sympathisch, kommt nach dem Spiel auch immer her und fragt, wie es einem geht. Es ist schön zu sehen, dass Spieler wie jene von Red Bull Salzburg, die in Österreich alles erreicht haben, am Boden bleiben. Man sitzt auch selbst jeden Donnerstag vor dem Fernseher und drückt die Daumen für Fußball-Österreich. Ich wünsche ihnen in Marseille alles Gute."

Lukse, der in Altach noch Vertrag bis 2019 hat, ist am Samstag wieder im Einsatz. Eine schöne Gewissheit nach monatelanger Leidenszeit.

Textquelle: © LAOLA1.at

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