Beendet
1:1
0:0 , 1:1
NEWS

"In alte Muster verfallen": Salzburg hadert mit der Effizienz

Trainer Danny Röhl sieht besonders eine Schwachstelle. Die SV Ried ist mit dem Punktgewinn hingegen zufrieden.

"In alte Muster verfallen": Salzburg hadert mit der Effizienz Foto: © GEPA
Kommentare

Das 1:1-Unentschieden zwischen der Ried und dem FC Red Bull Salzburg zum Start in die 6. Runde der ADMIRAL Bundesliga könnte von beiden Mannschaften nicht unterschiedlicher aufgenommen werden.

Während man sich in Ried nach einer kämpferischen Leistung auf die eigene Schulter klopft, ist Salzburg enttäuscht. Die "Bullen" reisten mit der Vorstellung ins Innviertel, einen Pflichtsieg einzufahren.

Zum Spielbericht >>>

Der Dosenöffner kam zu spät

Im Salzburger Lager sprach man nach dem Match bei "Sky" im Kanon.

Valentin Zabransky bringt es folgendermaßen auf den Punkt: "Ich glaube, dass wir fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen sind. Besonders in der ersten Halbzeit haben wir zwei, drei Chancen, wo wir in den letzten Spielen immer das Tor gemacht haben."

Der Youngster schiebt die Verantwortung zu den Stürmern: "Die Rieder haben es uns nicht schwer gemacht, wir hatten die Chancen. Als Innenverteidiger ist es natürlich schwer zu bewerten, aber ich glaube, das ist von Spiel zu Spiel anders bei den Stürmern."

Salzburgs Kapitän Nikolas Veratschnig hadert damit, dass die Probleme vom Saisonbeginn wieder zurückgekehrt sind: "Wir sind heute ein bisschen in alte Muster verfallen."

"Wir können in der ersten Halbzeit schon 3:0 führen. Das hat es dieses Jahr schon drei-, vier Mal gegeben. Und ja, wenn man sie (die Tore, Anm.) dann vorne nicht macht, kriegt man sie irgendwann hinten."

Standards als Schwachstelle

Der Cheftrainer der "Bullen", Danny Röhl, ärgert sich besonders über die Art und Weise, wie das Gegentor gefallen ist. Er spricht von einem Schwachpunkt, der die Salzburger immer wieder einholt.

"Wir müssen konsequenter bei den Standards werden, in beiden Richtungen. Da sind wir aktuell immer wieder anfällig für ein Gegentor. Das ist ein Punkt. Wo natürlich auch ein Gegner dann versucht bei dieser kleinen Schwachstelle anzusetzen."

Zabransky drückt es noch direkter aus: "Wir haben gewusst, dass Ried nur bei Standards gefährlich ist, aus dem Spiel heraus ist nichts gekommen. Deswegen sind wir sehr enttäuscht, dass es heute nur zu einem Punkt gereicht hat."

Schwab: "Sonst bekommen wir fünf Stück"

In Ried vertraut man auf den eingeschlagenen Weg unter Mario Despotovic. Woche für Woche möchte man die nächsten Entwicklungsschritte setzen.

Wir haben Rapid in Salzburg gesehen. Das hat gut ausgeschaut mit dem Ball, aber wenn du diese Räume hergibst gegen Salzburg, dann gibt es fünf Stück.

Stefan Schwab

Stefan Schwab richtet stolze Worte an seine Mannschaft und kann sich einen Seitenhieb gegen seinen Ex-Verein Rapid nicht verkneifen.

"Salzburg ist im Aufwind. Wir haben es heute geschafft, Salzburg nur ein Tor zu geben. Ich glaube, das hat in den letzten Wochen bei anderen Mannschaften anders ausgeschaut", meint er.

Die strategische Spielweise verteidigt der Routinier: "Wir haben Rapid in Salzburg gesehen. Das hat gut ausgeschaut mit dem Ball, aber wenn du diese Räume hergibst gegen Salzburg, dann gibt es fünf Stück. Jetzt kommen dann andere Mannschaften wieder, da wollen wir unseren Fußball auf den Platz bringen."

Lob vom Trainer

Coach Despotovic lobt seine eigene Mannschaft und zeigt sich wesentlich ruhiger als während des Matches an der Seitenlinie.

"Wir sind zufrieden. Mit dem Ergebnis, und auch mit dem Auftrieb in der Mannschaft. Wir wollten stabil stehen und das haben wir glaube ich geschafft", sagt er.

Die Spielweise seiner Mannschaft sieht der Trainer rückblickend nicht so defensiv und destruktiv wie die Salzburger: "Ich finde auch, dass wir in Momenten, als wir Ballbesitz hatten, was versucht haben."

"In der zweiten Halbzeit haben wir es noch mal weiter versucht und haben sogar ein, zwei Chancen herausgespielt. Gegen Salzburg ist das extrem schwer, weil sie so viel Qualität haben. Von daher war es eine gute Mannschaftsleistung", ist der Kroate zufrieden.

"Wir wollen noch mehr kicken"

Dass sich die Spielanlage in den kommenden Wochen wieder ballbesitzorientierter sein wird, bestätigt Despotovic im Interview.

"Wir werden weiterhin darauf aufbauen. Wir wollen noch mehr kicken, aber wenn du solche Gegner hast, dann muss man sich auch anpassen und leiden können. Für unseren Prozess war dieser Schritt sehr wichtig."

Nächste Woche hat die SV Ried die Möglichkeit, diese neue Spielweise gegen den WAC aufs Feld zu bringen. Salzburg wird am Donnerstag in der UEFA Europa League bei Levski Sofia versuchen, die eigene Chancenauswertung wieder zu optimieren.

Kommentare

JETZT NEU: Diskutiere mit den LAOLA1-Usern bei Live-Events in unserem neuen LAOLA1-Chat!