Bei der Austria steht ein Neuzugang ante portas

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Bei der Wiener Austria wird es in den kommenden Tagen einen Neuzugang geben.

"Die Verträge sind ausgearbeitet. Es fehlt nur noch die Unterschrift. Der Spieler ist auf beiden Flügeln einsetzbar, kann aber auch auf der Holzhauser-Position als Achter agieren", verrät Franz Wohlfahrt bei LAOLA1.

"Es ist ein junger, ausländischer Spieler, mit einem enormen Zukunftspotenzial", erklärt der violette Sportdirektor, ohne einen Namen zu nennen.

LAOLA1-Recherchen zufolge handelt es sich dabei um einen 19-jährigen Südkoreaner, der auch bei der U20-WM für sein Land aktiv war.

Im LAOLA1-Interview spricht der Kärntner außerdem über den verpatzten Saisonstart der Veilchen und die Gründe dafür.

LAOLA1: Der Saisonstart war sehr holprig. Was hat die Ursachenforschung ergeben?

Franz Wohlfahrt: Wir sind alle selber überrascht, auch die Mannschaft, dass es so gar nicht klappt und so viele Spieler gleichzeitig in einer negativen Verfassung sind – sowohl spielerisch als auch geistig. Wir haben eine Woche vor dem Cupspiel in Ebreichsdorf gegen Parndorf, das ebenfalls in der Regionalliga spielt, getestet. Da haben wir 6:0 gewonnen, haben befreit Fußball gespielt und hätten höher gewinnen können. Das war absolut top. Und dann gehen wir ins Cupspiel und sind von der ersten Minute an verunsichert und machen ganz viele Fehler. In Altach waren wir richtig schlecht. Ab da machst du dir deine Gedanken. Ich habe seither sehr viele Einzelgespräche geführt und weiß schon, was dahinter steckt. Der Grund war für mich auch relativ klar.

LAOLA1: Kann, oder konnte man bereits eine Lösung finden?

Wohlfahrt: Es ist lösbar durch Erfolge. Deswegen hoffen wir, dass der Aufstieg ins EL-Playoff – auch wenn das Spiel selbst schlecht war und die einzelnen Leistungen mit Ausnahme von zwei bis drei Leuten nicht gut war – die Köpfe freier macht. Ich bin aber auch da, um die Mannschaft zu verbessern und nicht niederzumachen. Da jetzt sowieso alle draufhauen, werde ich das nicht tun. Die Art und Weise meiner Menschenführung ist nicht die mit dem Knüppel, sondern zusammensetzen und darüber reden.

LAOLA1: Kommt das Wiener Derby zur richtigen Zeit?

Wohlfahrt: Nur dann, wenn wir es gewinnen. Der EL-Aufstieg hilft natürlich. Fakt ist aber, dass wir uns alle an der Nase nehmen müssen, da wir zu Beginn der Meisterschaft nicht das gezeigt haben, was wir von uns selbst erwarten. Es sind aber noch 34 Runden ausständig und wir haben Zeit zum Ausbessern – das bedeutet aber auch, dass wir besser sein müssen. Und ich hatte am Mittwoch nicht den Eindruck, dass die Mannschaft schon verbessert ist.

LAOLA1: Haben Sie eine Erklärung dafür, warum man sich gegen Limassol trotz numerischer Überlegenheit so schwer getan hat?

Wohlfahrt: Es hat mit etwas zu tun, zu dem man Angst sagt. Sonst kann ich mir nicht vorstellen, dass wir so viele kleine Ballfehler machen. Wir haben auf Zypern gut begonnen, doch nach dem 1:0 hat die Mannschaft nachgelassen und scheinbar Angst vor dem Gewinnen. Das war offensichtlich, denn jeder Ball wurde nur mehr defensiv gespielt. Es war mutlos. Anders ist für mich nicht erklärbar, dass wir über fünf Meter keinen Ball spielen können bzw. einen Laufweg, der leicht ist, komplett falsch machen. Das ist eine neue Erfahrung für mich, denn in so einer Anzahl habe ich es nicht erlebt.

LAOLA1: Steckte vielleicht Pilsen aus dem Vorjahr im Hinterkopf, als mit einem Mann mehr eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben wurde?

Wohlfahrt: Ja, es hat mitgespielt. Wenn ein namentlich nicht genannter Spieler nach der Unterbrechung sagt: „So gehen wir raus und denken nicht an Pilsen“, dann ist es schon passiert. Das ist so, als wenn ich sage: „Denke nicht an Rot.“

LAOLA1: Sind die Spieler selbstkritisch genug?

Wohlfahrt: Meistens werden die Spieler unmittelbar nach einem Match gefragt und natürlich legt man sich dafür ein paar Floskeln zurecht. Das ist nicht immer sehr aussagekräftig. Auf der anderen Seite ist es nicht so zu empfehlen, dass man sich selber beschmutzt. Ich denke, die Jungs sehen und wissen, dass mehr möglich ist, aber sie müssen sich in der Öffentlichkeit nicht selbst kreuzigen.

LAOLA1: Fehlt grundsätzlich die qualitative Breite im Kader? Ich meine, "der erste Anzug" passt, aber gerade bei Ausfällen wie zuletzt gegen Sturm (Larsen, Martschinko, Tajouri) gibt es offensiv kaum Alternativen?

Wohlfahrt: Wir haben uns bewusst dazu entschieden, dass wir im Kader nicht viel tauschen wollen. Die Jungen entwickeln sich gut weiter, bekommen aber noch nicht so viel Spielzeit. Grundsätzlich hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht viel verändert. Für einen möglichen Kayode-Abgang haben wir Monschein geholt, für Rotpuller kam Westermann. Der große Unterschied ist momentan aber, dass wir in vier Spielen vier Mal schlecht waren und zwei Partien verloren gingen. Das bringt mich zum Nachdenken. Hätten wir mehr verändern müssen? Andererseits: Wenn ich das Budget für 20 gleichwertige Spieler hätte, wäre die Hälfte davon unzufrieden, da nur elf spielen können. Außerdem ist die Klub-Philosophie, junge Spieler einzubauen. Es gibt in der Kaderplanung viele Faktoren, die berücksichtigt werden müssen: Budget, Philosophie des Klubs, bekomme ich die Spieler überhaupt… Und: Der Markt mit guten Spielern ist sowieso begrenzt.

LAOLA1: Ihr Vertrag als Sportdirektor läuft bald aus. Werden Sie bald einen Vorstandsposten bekleiden?

Wohlfahrt: Es hat diesbezüglich keine Gespräche gegeben. Im Moment habe ich auch gar keine Zeit, daran zu denken.

Textquelle: © LAOLA1.at

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