Wer wird der "Jubiläums"-Trainer?

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Wer wird der zehnte Red-Bull-Trainer?

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Zum neunten Mal gibt am Sonntag ein Trainer des FC Red Bull Salzburg sein Debüt.

Thomas Letsch, der interimistische Nachfolger von Peter Zeidler bis zur Winterpause, debütiert ausgerechnet dort, wo auch sein Vorgänger sein erstes Liga-Spiel bestritt - in Mattersburg. Diese Partie ging damals in der Nachspielzeit 1:2 verloren.

Zeidlers Pflichtspiel-Debüt fand eine Woche zuvor in Deutschlandsberg im Cup statt - mit 7:0 wurde der Probegalopp souverän absolviert.

Bisherige Debüts überwiegend positiv

Die bisherigen Debüts der Salzburg-Trainer verliefen überwiegend erfolgreich.

Nur Kurt Jara im allersten Spiel der Red-Bull-Ära (1:3 beim GAK in der Saison 2005/06) und Ricardo Moniz mussten sich geschlagen geben. Der Niederländer damals im April 2011 zu Hause mit 0:1 gegen den späteren Absteiger LASK.

Huub Stevens war mit dem 1:1 gegen Bohemians Dublin natürlich auch nicht zufrieden, startete dann aber zumindest siegreich in die Meisterschaft - 2:1 gegen die Austria.

Fulminanter Auftakt für Hütter

Den höchsten Sieg zum Einstand feierte Adi Hütter - ein 10:1 in Sollenau im Cup.

In der Liga war Co Adriaanse mit einem 6:0 gegen Mattersburg am erfolgreichsten, mehr Gewicht hatte freilich Hütters 6:1 gegen Rapid - die ex aequo höchste Niederlage der Wiener in einem Meisterschaftsspiel.

Roger Schmidt feierte zwar jeweils Siege im ersten Pflichtspiel und in der Liga, dazwischen liegt aber freilich auch das peinliche 0:1 in Düdelingen.

Trainer

  1. Pflichtspiel
  1. Ligaspiel
Kurt Jara 1:3 GAK (A) 1:3 GAK (A)
Giovanni Trapattoni 3:0 Ried (A) 3:0 Ried (A)
Co Adriaanse 6:0 Mattersburg (H) 6:0 Mattersburg (H)
Huub Stevens 1:1 Bohemians (H/CL-Quali) 2:1 Austria (H)
Ricardo Moniz 0:1 LASK (H) 0:1 LASK (H)
Roger Schmidt 2:0 Sportklub (A/Cup) 2:0 Sturm (A)
Adi Hütter 10:1 Sollenau (A/Cup) 6:1 Rapid (H)
Peter Zeidler 7:0 Deutschlandsberg (A/Cup) 1:2 Mattersburg (A)

Für Letsch zählt in Mattersburg wie immer nur eines - der Sieg. Egal wie.

"Die Mattersburger haben vor allem zu Beginn der Saison gezeigt, dass sie als Aufsteiger über hohe Qualität verfügen. Wir dürfen uns von den letzten Spielen, bei denen sie nicht so erfolgreich waren, nicht blenden lassen. Unser Fokus liegt darauf, dass wir als Mannschaft sehr kompakt spielen, aktiv sprinten und aggressiv agieren. Mit diesen Mitteln wollen wir zum Sieg kommen", sagt der 47-Jährige vor seinem Debüt als Cheftrainer eines Profi-Teams.

Der Deutsche wurde am Donnerstag als Langzeitlösung nicht ausgeschlossen, die Würfel fallen in der Winterpause. Das ist die Bilanz seiner Vorgänger:

KURT JARA

Der erste Trainer der Red-Bull-Ära wurde nach nur einer Saison wieder entlassen und ist neben Zeidler der einzige, der keinen Titel einfahren konnte. Der Tiroler wurde aber nicht in erster Linie wegen des verpassten Meistertitels (RBS wurde Zweiter hinter der Austria, Anm.) entlassen, sondern wegen angeblichen "Ungereimtheiten bei Spielertransfers". Drei Jahre später einigte man sich außergerichtlich.

GIOVANNI TRAPATTONI

Der schillerndste Trainer der Red-Bull-Ära brachte ab 2006 Glanz in die Hütte. Wurde auf Anhieb Meister und scheiterte 2007 am knappsten an der Champions League - Brandaos entscheidendes 3:1 für Donezk fiel in Minute 87. Allerdings gab es auch einen großen Schatten: Das 0:7 gegen Rapid als bitterste Niederlage sowie der daraufhin verpasste Meistertitel bleiben unvergessen.

 

CO ADRIAANSE

Der Niederländer kam, sah, gewann die Meisterschaft - sein Vertrag wurde dennoch nicht verlängert.

HUUB STEVENS

Folgte seinem Landsmann und blieb fast zwei Jahre. 2010 gelang ihm und seiner Mannschaft mit Ach und Krach die erstmalige Titelverteidigung in der Red-Bull-Ära, die zweite Saison durfte der grantelnde Holländer nicht zu Ende führen. Man "einigte" sich auf eine einvernehmliche Trennung, aber Stevens war der erste Coach, der vor Saisonende gehen musste.

RICARDO MONIZ

Auch der dritte Niederländer blieb nicht allzu lange, wobei Moniz schon zuvor im Verein arbeitete. Nach dem verpassten Meistertitel 2011 holte er 2012 mit seiner Truppe erstmals in der Red-Bull-Ära das Double - um wenig später zurückzutreten. Grund waren enorme Meinungsverschiedenheiten, die es mit der neuen medizinischen Abteilung gegeben hat.

 

ROGER SCHMIDT

Der bislang erfolgreichste Trainer der Red-Bull-Ära. Nach einem Jahr ohne Titel und mit zwei Blamagen (Düdelingen, Pasching) kam es zur erfolgreichsten Saison - Meisterschaftsentscheidung im März (Rekord), Cup-Sieg im Mai und das Erreichen des Europa-League-Achtelfinals. Punkteschnitt der Ära: 2,24! Wurde dank einer Ausstiegsklausel von Bayer Leverkusen verpflichtet.

 

ADI HÜTTER

Der zweite Österreicher hatte mehr Glück als der erste. Holte wie seine beiden Vorgänger das Double, das allerdings bereits im ersten Jahr. Es war auch sein letztes. Man entschied sich einvernehmlich getrennte Wege zu gehen. Das war wohl beiden Seiten ganz recht. Für Hütter, weil er nach vielen Abgängen die Zeichen der Zeit erkannte. "Ich bin kein Ausbildungstrainer", so der viel zitierte Ausspruch.

 

PETER ZEIDLER

Der erste Trainer, der von der zweiten Mannschaft zur ersten aufrückte. Es war ein Fehler. Noch nie wurde ein Chefbetreuer in der Red-Bull-Ära früher verabschiedet. Nach der Hinrunde war Schluss, weil die sportliche Entwicklung nicht zu sehen war. Auch der Konflikt mit Martin Hinteregger dürfte eine Rolle gespielt haben, wenngleich die sportliche Führung das verneint.

Name Nation Amtszeit Spiele Punkteschnitt
Thomas Letsch (interimistisch) GER Dezember 2015 0 0
Peter Zeidler GER Juni 2015 bis Dezember 2015 25 1,92
Adi Hütter AUT Juni 2014 bis Juni 2015 54 2,09
Roger Schmidt GER Juli 2012 bis Mai 2014 99 2,24
Ricardo Moniz NED April 2011 bis Juni 2012 65 1,97
Huub Stevens NED Juni 2009 bis April 2011 94 1,77
Co Adriaanse NED Juli 2008 bis Juni 2009 45 1,98
Giovanni Trapattoni ITA Juni 2006 bis April 2008 87 1,87
Kurt Jara AUT Juli 2005 bis Mai 2006 38 1,74

Seit Donnerstag gibt es die Spekulationen um die endgültige Nachfolge von Zeidler.

Letsch kommt auch deswegen in Frage, weil das Anforderungsprofil auf ihn zutrifft. Man will aber kein Roger-Schmidt-Double, wie es Sportchef Christoph Freund erklärte: "Das muss sich immer alles entwickeln. Damals hat es sich toll entwickelt. Aber jeder Trainer muss seinen eigenen Weg mit der Mannschaft gehen."

Letsch war Co-Trainer unter Schmidt in der Rekord-Saison. Doch nach dem gescheiterten Zeidler-Projekt ist es mehr als fraglich, ob die Verantwortlichen wieder dieses Risiko eingehen.

Die Namen kursieren

Ansonsten kursieren folgende Namen: Oscar Garcia, den man im Sommer verpflichten wollte, ist noch immer frei, hat aber eine Sprachbarriere im Gepäck. Markus Gisdol wäre als sein ehemaliger Co-Trainer auf Schalke die Variante Rangnick. 

Uli Forte war schon Thema, als Hütter noch in Salzburg Trainer war. Hütter folgte Forte als Trainer der Young Boys. 

Sollte es damals wie bei Hütter ein Red-Bull-Comeback geben, wäre Ex-Kroatien-Trainer Niko Kovac (wohnt in Salzburg) der Nummer-1-Kandidat. Alexander Zorniger nach unherzlichem Abgang in Leipzig und gescheitertem Stuttgart-Engagement sowie Gerald Baumgartner nach dem Austria-Missverständnis sind als Lösungen eher unwahrscheinlich.

 

Bernhard Kastler

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