Gentleman statt Feierbiest

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Oscar Garcia: Gentleman statt Feierbiest

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„CAMPEONES, CAMPEONES, OLE, OLE, OLE!“

Der Kapitän ein Spanier, seit Winter auch der Trainer - kein Wunder, dass Red Bull Salzburg auf diese Weise die nach dem 1:1 gegen Sturm Graz gewonnene Meisterschaft lautstark bejubelte.

Pehlivan im Glück

Oscar Garcia stand im Mittelpunkt der Meister-Party in der Red-Bull-Arena, kam der 43-Jährige doch auch erstmals mit Bierduschen in Berührung. Yasin Pehlivan sorgte dabei für die Premiere.

„Ich weiß nicht, ob er glücklich sein wird, dass Sie mir das gesagt haben, weil ich gar nicht wusste, wer es war. Aber heute verzeihe ich den Spielern alles“, grinste Garcia bei der Pressekonferenz.

Für seine Verhältnisse ging der Katalane nach seiner zweiten Meisterschaft als Trainer (mit Maccabi Tel Aviv jubelte er 2013) richtig aus sich heraus, kassierte und verteilte Bierduschen auf dem Platz.

Mit was er an diesem Abend noch anstoßen würde? „In Katalonien stoßen wir normalerweise mit etwas Champagner-ähnlichem namens Cava an. Aber heute mit dem, was es in Österreich gibt.“

Keine Frage, Oscar Garcia ist kein Feier-Biest, aber gewiss ein Gentleman unter den Meistermachern. Das fiel auch einem seiner Vorgänger in Österreich, Franco Foda, schnell auf.

Garcia dankte auch Zeidler

Der wurde 2011 mit Sturm Meister und gratulierte den Salzburgern zum Titel, aber auch vor allem zur Trainer-Wahl: „Sie sind mit einem sehr sympathischen Trainer Meister geworden.“

Das unterstrich Garcia mit seinen ersten drei Aussagen als frischgebackener Meister-Trainer.

„Ich möchte vor allem dem Team, den Spielern, dem Staff, den Fans, dem gesamten Verein zu diesem Meistertitel gratulieren.“

„Ich möchte diesen Titel auch meiner Familie widmen, die heute leider nicht bei mir hier ist,aber mitgefiebert hat und nun mitfeiert.“

„Und ich möchte mich auch bei Peter Zeidler und Thomas Letsch bedanken und ihnen gratulieren. Auch sie sind Teil dieses Titels.“

Bierduschen inklusive: So bejubelt Red Bull Salzburg den Titel!

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Lob von Foda, Berisha und Freund

Nicht jeder hätte zu diesem Zeitpunkt seine Vorgänger erwähnt, damit imponierte er Foda.

„Am Anfang lief ja hier auch noch nicht alles perfekt, aber Oscar hat die Spiele immer sehr sachlich analysiert, sehr ruhig. Ich glaube, das macht ihn aus. Auch dass er eben nach dem Gewinn der Meisterschaft seine Vorgänger wie Peter Zeidler miteinbezieht, das zeugt von Charakterstärke.“

Nicht nur der gegnerische Coach streute dem Spanier nach dem Salzburger Titelgewinn Rosen.

Freilich gab es auch intern viel Lob für den Trainer. Valon Berisha: „Er hat einen super Job geleistet. Wir hatten sein Vertrauen und wir haben für einander gekämpft. Unsere Spielweise ist immer besser geworden und so haben wir auch verdient den Titel geholt.“ 

Sportchef Christoph Freund und General Manager Jochen Sauer holten Garcia im Winter im zweiten Anlauf nach Salzburg und bereuen diese Entscheidung freilich nicht.

„Wir haben uns richtig stabilisiert, eine Winner-Mentalität in der Mannschaft. Das Team ist schwer zu besiegen. Das hat man im Frühjahr auch gesehen. Sie hat sich diesen Titel erarbeitet, deswegen ist er umso mehr wert“, hielt Freund nach einer sehr schwierigen Saison fest.

Der siebente für Red Bull, der sechste für Ulmer

„Es ist ein sehr schöner Titel, eine super Geschichte. Im August hätte uns das noch niemand geglaubt, die Jungs haben sich das verdient“, spielt Freund auf den damaligen Rückstand von acht Punkten auf Rapid an. Die Wiener haben nun bis Sonntagabend zumindest zehn Punkte Rückstand.

Für Salzburg ist es der siebente Titel in der Red-Bull-Ära, erstmals holte man drei am Stück.

Ich möchte mich auch bei Peter Zeidler und Thomas Letsch bedanken und ihnen gratulieren. Auch sie sind Teil dieses Titels.

Oscar Garcia

Andreas Ulmer wie Christoph Leitgeb, der hinsichtlich seiner leidigen Knieverletzung nicht aufgibt und nächste Saison wieder dabei sein möchte, feierten am Samstag ihre jeweils 6. Meisterschaft.

Für Ulmer keine Selbstverständlichkeit: „Nein, es ist kein Alltag. Es ist jeden Tag harte Arbeit. Man sieht vielleicht nur die Spiele am Wochenende, aber wir stehen ja auch jeden Tag auf dem Platz.“

Warum es am Ende reichte

Das hob Garcia hervor: „Wir haben den Titel geholt, weil die Spieler sehr hart gearbeitet haben.“

Und weil der Katalane die Defensive stabilisierte und vielen Spielern sein Vertrauen schenkte.

„Ich wusste, dass ich viele Spieler miteinbeziehen und ihnen die Chance zu spielen geben müsste, so dass sie Selbstvertrauen gewinnen und beweisen können, dass sie imstande sind, hier zu spielen.“

Foda analysierte zudem richtigerweise: „Sie sind vor allem im Spiel nach hinten noch kompakter geworden. Sie sind alle bereit mit viel Leidenschaft nach hinten zu laufen. Deswegen ist es auch viel schwieriger geworden, gegen sie ein Tor zu erzielen. Auch das macht Salzburg so stark.“

Sein Tipp für Garcia in punkto Meister-Party in Österreich? Der Deutsche bekam etwa vor fünf Jahren von seinen Meisterkickern eine Glatze am Grazer Spielfeld verpasst. Dieser Tipp blieb aus.

„Wenn man Meister wird, soll man einfach genießen. Denn im Fußball sind es die Titel, die bleiben. Das wird er ausgiebig tun“, wusste Foda.

Garcia genoss diesen Abend sichtlich. In aller Bescheidenheit.

 

Bernhard Kastler





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