WAC im Winter-Check: Konstanz statt Kaufrausch

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Bei keinem anderen Bundesliga-Team kann der Siegeshunger so groß sein wie beim Wolfsberger AC.

Seit dem 26. August (2:1 gegen St. Pölten) haben die Kärntner kein Ligaspiel mehr gewonnen. Dass sie nicht Letzter sind, liegt zum einen an sieben Remis und zum anderen an der noch bescheideneren Ausbeute der Niederösterreicher.

Während an der Traisen im Winter der Kaufrausch ausgebrochen ist, um den drohenden Abstieg noch zu verhindern, setzt das Team von Heimo Pfeifenberger großteils auf vertraute Kräfte. Geht die Rechnung am Ende auf?

Zugänge Abgänge
Majeed Ashimeru (Red Bull Salzburg/Leihe)
Igor (Red Bull Salzburg/Leihe)

Das Transferkarussell drehte sich in Wolfsberg im Schongang. Mit Igor (19) und Majeed Ashimeru (20) wechseln ein Innenverteidiger und ein zentraler Mittelfeldspieler aus dem Hause Red Bull Salzburg leihweise ins Lavanttal.

Es sind zwei Spieler mit Potenzial, die den nächsten Schritt in ihrer Karriere aber erst woanders setzen müssen, bevor sie möglicherweise für ein Stammleiberl bei den "Bullen" bestimmt sind.

Mit Sasa Jovanovic (24) war laut "Krone" noch ein Außenbahnspieler im Gespräch, der Serbe wurde aber von Cukaricki zu Dinamo St. Petersburg verliehen.

Bis dato hat kein einziger Spieler den WAC im Winter verlassen, wenngleich es reges Interesse von Dinamo Brest an Michael Sollbauer gab bzw. gibt.

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Da mehrere Verträge im Sommer auslaufen, wird das Frühjahr für den WAC auch abseits des Rasens bestimmt kein langweiliges.

Auch infrastrukturell muss man sich im Lavanttal irgendwann Gedanken machen. Ab der Saison 2019/20 ist eine Überdachung von Gästesektoren in Österreichs höchster Spielklasse vorgeschrieben.

Präsident Dietmar Riegler dachte vergangenen Mai im Hinblick auf die höheren Maximalpreise bei überdachten Auswärtstribünen gegenüber LAOLA1 laut darüber nach. Passiert ist bis dato nichts.


VIDEO: Liegt die Zukunft des WAC in Klagenfurt?


LAOLA1 hat die Wunschelf und Kaderbewertung des WAC:

TOR:

Der WAC ist zwar Vorletzter, dennoch gibt es drei Mannschaften, die im Herbst mehr Gegentore erhalten haben als die Kärntner. Das liegt zu einem guten Teil auch an Alexander Kofler, der seinen Kasten sieben Mal sauber halten konnte und damit in diesem Punkt eine stärkere Bilanz aufweisen kann als zum Beispiel Salzburg-Keeper Walke (5). Im Trainingslager meldete sich auch Christian Dobnik nach seinem Kreuzbandriss mit starken Leistungen zurück, womit die Lavanttaler für das Frühjahr gut aufgestellt sind. Raphael Sallinger hat seine Chance (13 Gegentore in fünf Spielen) nicht nützen können.

ABWEHR:

In der Zentrale hat Pfeifenberger mit Igor aus Salzburg einen vielversprechenden jungen Innenverteidiger dazubekommen (Linksfuß!), dazu scheinen die Routiniers Boris Hüttenbrenner und besonders Kapitän Nemanja Rnic gesetzt. Auf den Außenverteidigerpositionen ist die Situation prekärer. Sowohl Christian Klem (Kreuzbandriss im Sommer), als auch Stefan Palla (Rücken-OP) sind noch nicht ganz fit, dazu gibt es mit Thomas Zündel nur einen rechten Außenverteidiger im Kader, der noch dazu im Mittelfeld ein Thema ist. Daher dürfte der WAC zu Beginn weiterhin auf eine Dreierkette setzen.

MITTELFELD:

Die Kreativität aus den Mittelfeld ließ im Herbst stark zu wünschen übrig, im Spiel über die Außen konnte nur Neuzugang Florian Flecker vereinzelt für Akzente sorgen. Mit dem Salzburger Majeed Ashimeru, der den Herbst im zentralen bzw. offensiven Mittelfeld von Austria Lustenau (1 Tor, 1 Assist) verbrachte, soll sich das ändern, da Gerald Nutz aufgrund seines im Herbst erlittenen Kreuzbandrisses weiterhin ausfällt. Zwar tummeln sich um ÖFB-Nachwuchsteamspieler Joshua Steiger (17) hochveranlagte Talente im Kader, im Abstiegskampf wird es für diese aber schwer werden, Fuß zu fassen. Also müssen es Daniel Offenbacher, Christopher Wernitznig und Co. beweisen, dass sie es viel besser können.

STURM:

Den besten Sommertransfer hat der WAC mit Sicherheit in der Offensive getätigt: Bernd Gschweidl. Mit sieben Toren und zwei Assists war der 22-Jährige die Überlebensgarantie im Angriff. Dever Orgill, der im Herbst immerhin vier Mal traf, hat noch immer mit Nachwehen eines Syndesmosebanderisses zu kämpfen, bleiben noch Issiaka Ouedraogo und Mihret Topcagic, die aber zuletzt weit unter ihren Möglichkeiten blieben. Fazit: Fällt Gschweidl aus, wird's richtig eng.

TRAINER:

Zahlreiche namhafte Abgänge im Sommer ließen erahnen, dass die Saison für den WAC keine einfache wird. Nur drei Siege im Herbst sind eine magere Ausbeute, was bedeutet, dass Heimo Pfeifenberger vor allem im Spiel nach vorne gefordert ist. Durch den Abgang von Co-Trainer Christian Ilzer verloren die Kärntner ihren Taktik-Fuchs, dennoch ist es "Pfeife", der jetzt mit Robert Ibertsberger zusammenarbeitet, wie schon in der Vergangenheit zuzutrauen, dass er auch mit diesem Team erneut den Klassenerhalt schafft und damit das Saisonziel erreicht. Sonst hätte man ihm nicht erst vergangenen Herbst für zwei weitere Jahre das Vertrauen geschenkt.

LAOLA1-PROGNOSE: Der WAC setzt im Abstiegskampf auf Ruhe, die Rehabilitation verletzter Spieler und gezielte Verstärkungen. Auf den neun Punkten Vorsprung auf St. Pölten sollten sich die Kärntner lieber nicht ausruhen. Nach den Auftaktspielen gegen Altach (h), Sturm (a) und Admira (h) wartet schon Ende Februar das direkte Duell gegen den SKN. Der Fußball-Feinspitz wird sich in der Lavanttal-Arena im Frühjahr eher den Magen verderben, wenn es im Offensivspiel aber gelingt, mehr Druck über die Außen auszuüben, Gschweidl weiterhin treffsicher bleibt und Kofler seine Form hält, dann geht der WAC als Neunter durchs Ziel.

Textquelle: © LAOLA1.at

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