Winter-Check 2016/17: Red Bull Salzburg

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Meister Red Bull Salzburg will seinen vierten Bundesliga-Titel in Folge.

Das gelang erst einem Klub in der Meisterschafts-Historie: Der Wiener Austria von 1978 bis 1981. Insgesamt sieben Mal konnte ein Klub bislang drei Mal in Folge den Titel holen: RB Salzburg (2014-16), FC Tirol Innsbruck (2000-02), Austria (1961-63, 1984-86, 1991-93) und Rapid (1919-21).

Jonatan Soriano, der nicht nach China wechselt, könnte als erster Spieler vier Mal in Folge Torschützenkönig werden, muss aber sieben Tore auf Deni Alar aufholen.

Salzburg startet überhaupt als Jäger ins Frühjahr und das mit einem Kader, der vor allem eines verspricht: Konkurrenzkampf pur.

Die "Bullen" liegen nur zwei Punkte hinter Sensations-Winterkönig SCR Altach und einen vor Sturm sowie drei vor der Austria.

Auch wenn Trainer Oscar von einem möglichen Vierkampf spricht, der Top-Favorit auf den Titel heißt einmal mehr Red Bull Salzburg.

Im Winter wurde Mega-Talent Dayot Upamecano an RB Leipzig verkauft, Yordy Reyna abgegeben und dazu Spieler verliehen.

Die nächsten Talente in der oft zitierten Pipeline wurden indes hochgezogen: Die Stürmer Mergim Berisha und Samuel Tetteh erhielten Profi-Verträge, Innenverteidiger Igor war mit im Trainingslager und darf als Kooperationsspieler auf Einsätze im Frühjahr hoffen.

Der Trend setzt sich fort: Schlüsselspieler werden (an RB Leipzig) verkauft, Talente rücken nach.

ZUGÄNGE

ABGÄNGE
Dimitri Oberlin (zurück von Altach) Dayot Upamecano (RB Leipzig)
Mergim Berisha (Liefering Yordy Reyna (Vancouver Whitecaps)
Samuel Tetteh (Liefering) David Atanga (leihweise zu SV Mattersburg)
Reinhold Yabo (leihweise zu Arminia Bielfeld)
Ante Roguljic (leihweise zu Wacker Innsbruck)
Airton (leihweise zu RB Brasil)

Nach einer beeindruckenden Herbstsaison in Altach kehrte Dimitri Oberlin nach Salzburg zurück und wird den Konkurrenzkampf im Sturm schüren.

"Er hat in Altach sehr gut gespielt, nun muss er sich hier durchsetzen und um seinen Platz kämpfen", sagt Oscar.

Der Spanier, der seine Deutschkenntnisse im Winter erweitert hat, hätte lieber mit einem kleineren Kader gearbeitet, um auch mehr Talenten Trainingszeit zu geben, doch Sportchef Christoph Freund befindet den Kader als nicht zu groß.

Stefan Stangl - der Nationalspieler sah im Herbst kein Land - bleibt vorerst in Salzburg, möglicherweise wechselt der Linksverteidiger aber noch in ein Land, in dem das Transferfenster noch offen hat (z.B. Russland).

Nachdem Salzburg nur noch in Meisterschaft und Cup vertreten ist, warten maximal 19 Spiele auf die "Bullen" im Frühjahr und das bedeutet wiederum: Konkurrenzkampf pur.


ANALYSE: Was hat Oscar mit Lazaro vor?


LAOLA1 mit der Wunschelf und Kaderbewertung für Red Bull Salzburg:


TOR:

Alexander Walke ist seit eineinhalb Jahren die unumstrittene Nummer 1, Cican Stankovic muss sich als Nummer zwei weiter in Geduld üben. Airton wurde leihweise in seine Heimat abgegeben, Carlos Miguel rutschte als Nummer drei in den Kader.

LAOLA1-Bewertung: Routinier Alexander Walke (33) gibt keinen Grund, dem deutlich jüngeren Stankovic (24) den Vorzug zu geben. Der durfte im Herbst nur im ÖFB-Cup und gegen Schalke in der Europa League ran, machte aber vor allem gegen die Deutschen eine gute Figur. Kein Bundesliga-Klub verfügt über ein besseres Duo im Kasten.

VERTEIDIGUNG:

Dayot Upamecano ist weg, doch Salzburg verfügt über Alternativen: Paulo Miranda und Duje Caleta-Car dürften das Stamm-Innenverteidiger-Duo bilden, Andre Wisdom sowie Dauer-Pechvogel Asger Sörensen sind die ersten Alternativen. Igor (19/BRA), von Oscar ins Trainingslager mitgenommen und gelobt, könnte als Kooperationsspieler hineinschnuppern - je nach Meisterschaftsverlauf mehr oder weniger. Links und rechts sind die "Bullen" mit Andreas Ulmer und Stefan Stangl sowie Christian Schwegler und Stefan Lainer doppelt besetzt. Andre Wisdom und Valentino Lazaro können ebenso rechts verteidigen.

LAOLA1-Bewertung: Mit Upamecano verlor Salzburg einen Schlüssel-Spieler, Miranda und Caleta-Car haben aber schon im Frühjahr 2016 bewiesen, dass sie gut miteinander harmonieren. Rechts wird es interessant: Schwegler dürfte den Verein im Sommer gen Heimat Schweiz verlassen, könnte daher weniger Spielzeit bekommen. Lainer ist der prädestinierte Nachfolger, doch auch Lazaro spielte in der Vorbereitung (wie im Herbst beim 0:0 auswärts gegen Altach) Rechtsverteidiger - eine Option für seine (Europacup- bzw. ÖFB-)Zukunft? Er selbst möchte freilich offensiver spielen, da hat der 20-Jährige auch das Potenzial weiterhin Stammspieler zu sein.

MITTELFELD:

Im 4-4-2 gibt es vor allem im zentralen Mittelfeld ein Überangebot. Konrad Laimer ist nach einem herausragenden Herbst gesetzt. Weiters können zentral Diadie Samassekou, Josip Radosevic oder Xaver Schlager spielen. Pechvogel Christoph Leitgeb ist wieder fit, überzeugte in der Vorbereitung und steht bei Oscar hoch im Kurs - im Fortlauf des Frühjahrs könnte sich der Steirer einen Platz erspielen. Valon Berisha und Marc Rzatkowski sind auch noch Möglichkeiten für die Zentrale, aber wie Takumi Minamino auch außen stets einsetzbar. Dort vor allem Wanderson, der bis 27. Februar noch eine FIFA-Sperre absitzen muss. Valentino Lazaro war im Herbst Stammkraft am Flügel.

LAOLA1-Bewertung: Zentral kann Oscar viel rotieren. Außen muss der Spanier etwas mehr improvisieren, Schlager hat etwa auch schon auf beiden Mittelfeldseiten gespielt. Berisha weicht ohnehin zumeist dort hinaus, innen fühlt sich der Norweger aber eigentlich wohler. Laimer und Berisha oder Leitgeb klingt gut, ist aber überaus offensiv und damit gefährlich. Aber wenn das Pressing greift, warum nicht? Im Normalfall sollten sich am Flügel Wanderson und Lazaro durchsetzen - außer Oscar hat mit Lazaro etwas anderes vor. Oscar hat viele Möglichkeiten und kann hier ebenfalls auf viel Qualität setzen.

STURM:

Mit Kapitän Jonatan Soriano, Munas Dabbur, Rückkehrer Dimitri Oberlin, Fredrik Gulbrandsen, Hee-Chan Hwang, Smail Prevljak, Mergim Berisha, Samuel Tetteh hat Oscar alleine schon acht Möglichkeiten. Hinzu kommen Takumi Minamino und Wanderson, die ebenfalls in der Spitze eingesetzt werden können. Zehn Bälle für zehn Stürmer.

LAOLA1-Bewertung: Auch im Sturm hat Oscar die Qual der Wahl. Nachdem die Salzburger Angreifer aber bisweilen auch verletzungsanfällig (und Chancenvernebler) sind, braucht es diese Alternativen vielleicht auch. Berisha, Tetteh und wohl auch weiterhin Prevljak (nach Kreuzbandriss keine Testspiel-Minute) werden als Kooperationsspieler in der Regel für Liefering auflaufen. Wer bildet das Sturm-Duo? Soriano und Dabbur - das hat der Herbst gezeigt, funktioniert als Doppelspitze nicht. Zudem durfte Dabbur nicht ins Trainingslager mit nach Dubbai, wo ihm die Einreise verweigert worden war. Oberlin traf in Altach neun Mal in 20 Spielen und dürfte der Top-Kandidat für den Platz neben Soriano sein. Gewiss wird Oscar hier aber regelmäßig rotieren und Stürmern wie Dabbur, Hwang, Gulbandsen (am Weg zurück nach Verletzung) ihre Chancen geben.

TRAINER:

Seit einem Jahr schwingt Oscar das Trainer-Zepter in Salzburg und holte nach seiner ersten Halbsaison Meisterschaft und Cup. Die Champions-League-Gruppenphase verpasste der Spanier wie seine Vorgänger, doch keiner war näher dran. Platz 1 oder 2 in der Europa-League-Gruppenphase gelang nicht, nachdem der Spanier sie zu spät entsprechend ernst nahm. Der Sieg in Nizza war allerdings auch von der Art und Weise einer der Höhepunkte der Red-Bull-Ära, der Sieg im bedeutungslosen Spiel gegen Schalke ein schönes Zuckerl. In der Meisterschaft verschaffte sich Oscar und sein Team mit Platz 2 eine gute Ausgangsposition, doch hinter Altach zu sein, kann sich Red Bull eigentlich zu keinem Zeitpunkt leisten.

LAOLA1-Bewertung: Die trotzige Phase scheint verflogen. Oscar, der im vergangenen Sommer über die Entwicklungen nicht erfreut war ("Liefering A, Liefering B"), hat sich offenbar mit der Klub-Philosophie abgefunden und konzentriert sich darauf, das für seine Vita Bestmögliche herauszuholen. Oscar wird nicht noch jahrelang in Salzburg arbeiten, dafür braucht er aber auch Erfolge - idealerweise auf höchster Ebene und die lautet Champions League. Spiele gegen Nizza oder Krasnodar haben gezeigt, was Oscar aus dieser Mannschaft herausholen kann. Dafür braucht es im Sommer weitestgehend Kontinuität, was sich bei Red Bull Salzburg allerdings stets widerspricht.

LAOLA1-PROGNOSE:

Mit diesem Kader und bei dieser Ausgangsposition wäre alles andere als der Titel eine riesige Enttäuschung für Red Bull Salzburg. Der Meister hat auch nach wie vor den besten Kader, muss sich nur noch auf Meisterschaft und Cup konzentrieren und hat ausreichend Qualität dafür. Oscar muss die Mannschaft zum Titel führen, aber sie auch entsprechend weiterentwickeln. Das kann er. Abseits wird spannend zu beobachten sein, wie sich Sportchef Christoph Freund ohne Geschäftsführer Jochen Sauer tun wird. Der Geschäftsführer hat deutlich mehr Fußball-Fachkompetenz als sein Nachfolger Stephan Reiter, der allerdings auch bei seiner Position den Beinamen "Commercial" trägt. Der sollte also wiederum zusehen, die sich im Keller befindenden Zuschauerzahlen zu heben. Sportlich kann sich Salzburg aber in Österreich nur selbst schlagen.

Die besten Bilder von der Vorbereitung des FC Red Bull Salzburg:

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Fünf Fragen an Trainer Oscar:

Wer wird Meister?

Ich hoffe natürlich, dass wir den Titel wieder verteidigen können.

Wie bewerten Sie die Situation im Abstiegskampf?

Da ist alles recht eng beisammen, und es sind noch so viele Spiele zu absolvieren. Da kann noch wirklich alles passieren.

Wie lauten die Ziele mit Ihrer Mannschaft?

Wir wollen das Beste aus uns herausholen und so möglichst wieder die beiden Titel gewinnen.

Wie zufrieden sind Sie mit den Transferaktivitäten bzw. der Kaderplanung Ihres Clubs?

Bis auf den Abgang von Dayot Upamecano hat sich bei uns wenig Entscheidendes getan. Wir haben also eine ähnliche Ausgangsposition wie im Herbst, mit der ich durchaus zufrieden bin.

Was halten Sie von den jüngsten Reformen und Reformvorschlägen des Weltverbandes FIFA?

Ein paar dieser Ideen klingen recht interessant. Bei anderen wiederum wird es schwierig, diese sinnvoll umzusetzen.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

Kommentar: Fränky muss schnell Franz werden

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