Drei guten Jahrzehnten folgt der Umbau
Erstmals im Oberhaus mischte die 1920 als Kaufmännischer Sportverein Klagenfurt gegründete Austria 1962 mit - als erster Kärntner Verein. Es folgten drei durchwegs erfolgreiche Jahrzehnte: 1965-1970, 1972-1976 (u.a. mit Hasil) sowie 1982-1989 hielt sich die Austria in der obersten Spielklasse. Zwei Fünfte (1966, 1968) und ein sechster (1983) Platz stehen als beste Ergebnisse zu Buche.
Der Abstieg 1989 markierte den Beginn einer Leidensphase, die 1992 im Fall in die vierte Leistungsklasse mündete.
Der Wunsch nach altem Glanz ließ die Verantwortlichen kreativ werden. Erst ging man eine Spielgemeinschaft mit dem Villacher SV ein (1997), 1999 entdeckte auch die Landespolitik ihr Interesse: Die Umbenennung zum FC Kärnten (in Spielgemeinschaft mit dem Villacher SV) samt Änderung der Vereinsfarben gipfelte im Bundesliga-Aufstieg 2001. Im selben Jahr gelang unter Trainer Walter Schachner mit dem Cup-Sieg der einzige nationale Titel der Vereinshistorie.
Drei Bundesliga-Saisonen und drei wenig erfolgreiche Europacup-Auftritte später war der Zauber aber wieder vorbei. Nach 2004 folgten noch fünf Jahre in der zweiten Liga, ehe der neugegründete SK Austria Kärnten dank politischer Unterstützung dem FC Kärnten den Rang endgültig ablief: Ein kurioses Konstrukt, das aus einer "Umsiedlung" des Linzer Vorstadtklubs FC Pasching resultierte und genau drei Jahre lang hielt.
Es schließt sich ein Kreis
Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass sich just aus diesem insolventen "Spekulationsobjekt" der Spielerpool der aktuellen Klagenfurter Austria speiste - zumindest zum Teil. Dieses Jahr 2010 war auch die "Wiedergeburt" der auf dem Papier schon 2007 gegründeten Violetten.
Nun gingen sie mit einem anderen insolventen Klub, Regionalligist St. Stefan/Lavanttal, eine Spielgemeinschaft ein und bliesen so von der dritten Leistungsklasse aus zum Angriff - seit 2019 u.a. mit finanzieller Unterstützung des Hamburger Unternehmers Tomislav Karajica.
Noch aber müssen sich die Fans in Sachen Bundesliga-Rückkehr wohl gedulden: Acht Punkte Rückstand auf Leader Ried sind in den verbleibenden elf Runden nur noch schwer aufzuholen.