Sportwetten im Fokus: Die aktuellen Trends

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Die Welt der Sportwetten steht nie still. In den letzten Jahren hat der Sportwettenmarkt einen regelrechten Boom erlebt, der hauptsächlich durch das Internet zustande kam. Online-Wetten haben zu einem großen Kunden- und Anbieterwachstum geführt. Danach haben die Buchmacher auch die Smartphones mit ihren Apps erobert und konnten eine deutlich größere Zielgruppe erreichen. Mit dem aufstrebenden E-Sport-Bereich kam ein neuer Trend hinzu, der immer noch ein riesiges Wachstumspotential bietet. Nun hat ein neuer Trend auch bei den Sportwetten Einzug gehalten: die Kryptowährungen. Wie passt das zusammen?

Die E-Sport-Branche hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung genommen und vor allem durch Spiele, die auf dem MOBA-Prinzip (Multiplayer Online Battle Arena) basieren, und durch den Klassiker Counter-Strike eine große Fangemeinde aufgebaut – mit weiterhin riesigem Wachstumspotential.

2016 schauten bereits 323 Millionen Menschen weltweit bei E-Sports-Begegnungen gelegentlich oder regelmäßig zu. Das ist ein Zuwachs von mehr als 30 % im Vergleich zu 2015. Auch in den kommenden Jahren rechnet man mit ähnlichem Wachstum.

Bis 2020 sollen fast 600 Millionen Menschen häufiger E-Sport-Events verfolgen. Auch wenn es schon vereinzelt TV-Übertragungen gab, dient in der Regel das Internet als Übertragungsweg; Vorreiter ist hier die Streaming-Plattform Twitch. Das lässt sich unkompliziert mit Sportwetten verbinden, was den Anbietern nicht verborgen bleibt.

Wetten im E-Sport-Bereich

Dass die Wettanbieter solch einen Trend nicht an sich vorbeiziehen lassen, ist daher klar. Zahlreiche Wettanbieter haben E-Sports mittlerweile in ihr Repertoire aufgenommen, um auch diese wachsende Zielgruppe anzusprechen.

Doch es muss immer gut überlegt sein, welchen Trend man als Anbieter letztendlich mitgeht. Das sieht auch Thorsten Herrmann von wettanbieter.org so, der bereits seit 15 Jahren im Business der Online-Wetten tätig ist, stetig die besten Wettanbieter miteinander vergleicht und uns einen kleinen Einblick in die neuen Trends der Online-Wetten gegeben hat.

HERO – Kryptowährung zum Wetten

Die Kombination von Blockchain-Technologie und Sportwetten könnte einen neuen Trend auslösen, der Einfluss weit über den E-Sport-Bereich hinaus hätte. Die ersten Anbieter starten gerade mit dem Angebot, Kryptowährungen für Sportwetten zu nutzen. Beispielsweise hat herosphere.gg, österreichischer Betreiber einer Plattform, auf der Nutzer auf E-Sport-Begegnungen tippen können, den HEROcoin geschaffen. Bislang war es nur möglich, Punkte und damit Sachpreise zu gewinnen. Mit dem HEROcoin kommt Geld ins Spiel, wodurch die Kryptowährung für weitere Kreise der Sportwetter interessant wird.

Der auf der Technologie der Kryptowährung Ethereum basierende HERO ermöglicht die Teilnahme an Wetten in der Herosphere-Community. Damit eröffnen sich Vorteile gegenüber den klassischen Buchmachern auf mehreren Ebenen.

Der größte positive Aspekt dürfte der Wegfall ebendieser sein. Die Blockchain-Technologie erlaubt die nachweisbare und transparente Absicherung der Transaktionen, weil alle Transaktionen in einem Register innerhalb der Blockchain gespeichert werden und für jeden einsehbar sind.

Durch diese Dezentralisierung gelangt der Geldfluss in die Hände der Mitglieder einer Community, die nicht mehr gegen einen Buchmacher wetten müssen, sondern gegen Freunde oder Fremde aus der Community antreten können. Zunächst kann man mit HERO auf Begegnungen von E-Sport-Größen tippen, wie zum Beispiel:

Aber das wird vermutlich nicht das Ende des Einsatzgebietes von Kryptowährungen bei Sportwetten sein. HERO kann auch von anderen Gaming-Plattformen oder Wettanbietern übernommen und genutzt werden, wodurch sich die Spielerfahrung bei Sportwetten grundlegend ändern könnte. Auch das Tippen auf Begegnungen in eigenen Gruppen ist möglich, aber auch die Teilnahme der ganzen Community an einzelnen Wetten. Der Einsatz der Kryptowährung bei den E-Sportwetten hat also mehrere Vorteile:

  • Sichere Transaktionen durch Transparenz
  • Dezentrale Kontrolle
  • Wegfall des Buchmachers und dadurch fairere Gewinnaufteilung
  • Selbst erstellte Gruppen/Wetten

Deshalb gibt es auch Konkurrenz zum HEROcoin. Hier sind beispielsweise Gimli mit dem GIM Token oder Peerplays, eine Wettplattform, die den PPY Token nutzt, zu nennen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Aber natürlich bestehen hier auch Schwierigkeiten. Vor allem aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen können Zweifel aufkommen, da Gesetze bislang kaum oder unzureichend geschaffen wurden. Auch Herospehre-Mitgründer Paul Polterauer kennt das. „Reglementierungen würden wir prinzipiell begrüßen. Wir wissen, dass die Politik daran arbeitet. Rechtssicherheit wäre wirklich wichtig.“, sagte Polterauer zu trendingtopics.at.

Dass hier noch kein fester Rahmen geschaffen wurde, hat zwei Gründe:

  • Kryptowährungen sind noch relativ neu und
  • die Prozesse bis zur Umsetzung neuer Gesetze sind meist sehr lang.

Die Regelungen sind daher noch nicht klar oder noch nicht geschaffen. Während das Angebot auf herosphere.gg legal ist, könnten andere Anbieter mit der Nutzung von HERO eventuell Glücksspielgesetze verschiedener Länder umgehen, was vor allem durch das Internet als Kommunikationsweg nicht sonderlich aufwendig ist.

Auch deshalb arbeitet die Maltesische Glückspielbehörde MGA mit Hochdruck an einer Regulierung der Blockchain-Technologie. Die MGA ist bekannt für die Vergabe zahlreicher Lizenzen an Anbieter von Sportwetten und anderer Glücksspiele, die ihre Dienstleistungen innerhalb der EU zur Verfügung stellen. Klärungsbedarf gibt es an mehreren Stellen, vor allem aber:

  • Bei der Umsetzung von Spielbeschränkungen und der Suchtprävention
  • Bei der Abwicklung und Überwachung von Transaktionen
  • Bei der Erhebung und Abfuhr von Steuern (Stichwort: Wettsteuer)

Kryptowährungen bergen Chancen und Risiken

Durch die Teilnahme an Sportwetten mit Kryptowährungen entfallen aber Kosten, die bei der klassischen Wettabgabe bestehen. Wird wie bei Herosphere innerhalb der Community gewettet, entfällt offenkundig die Marge des Buchmachers. Aber auch wenn ein Online-Wettanbieter als „Mittelsmann“ agiert, sind mit dem Einsatz einer Kryptowährung beispielsweise Bankgebühren kein Thema mehr. Inwieweit sich dies positiv für die Kunden auswirkt, wird sich zeigen. Erste Anbieter von Online-Casinos oder -Sportwetten mit Kryptowährungen gibt es bereits.

Ob sich diese Zahlungsmittel durchsetzen, ist allerdings nicht klar. Joseph Cuschieri, seines Zeichens Vorstandschef der MGA, hält derweil viel von der hinter den Kryptowährungen stehenden Technologie: „Die Blockchain-Technologie lässt sich für Online-Gambling anpassen und bietet eine robuste Plattform für eine transparente Spielwirtschaft.“

Unsicherheiten gibt es aber dennoch. Zum einen ist die Wertstabilität nicht gegeben und es ist daher nicht garantiert, dass die Entwicklung von Kryptowährungen nicht sogar bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führt. Zum anderen könnte die Blockchain-Technologie sich nicht nur positiv auf den Markt bzw. die Anbieter auf dem Markt auswirken.

Durch die Möglichkeit der Community, gegeneinander anzutreten und eigene Wetten zu erschaffen, könnten die Buchmacher obsolet werden. Auch Online-Casinos könnten ein ähnliches Problem antreffen, wenn die Kunden plötzlich ihre eigenen Spiele mit eigenen Spielregeln erschaffen. Die Regulierung der Vorgänge durch Staaten mittels Lizenzen und Gesetzen wird dadurch sicher nicht leichter, was beim Thema Glücksspiel nicht nur positiv gesehen werden sollte.

Sportwetten sind hier aber auch etwas anders zu betrachten. Bei Begegnungen mit einem starken Favoriten wird es natürlich schwierig, Partner zu finden, die eine Gegenwette eingehen. Bei einem Buchmacher ist dies immer möglich, dafür dann natürlich mit einer entsprechend schwachen Quote. Für die E-Sports-Wetten sind Kryptowährungen zumindest jetzt schon interessant. Die Entwicklung wird nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz weiter spannend bleiben.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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