ÖSV-Pleite beim Nightrace

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Russische Premiere und österreichische Pleite

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Alexander Khoroshilov hat am Dienstag in Schladming sein "Heimrennen" gewonnen und Russlands Herren den ersten Weltcupsieg seit 1981 (Zhirov in Laax) beschert.

Der in Ramsau lebende 30-Jährige triumphierte beim "Nightrace" vor 42.500 Zuschauern. Marcel Hirscher landete nur auf Platz 14. Es war das schlechteste Resultat für den ÖSV in dieser Disziplin seit 2006, als in Alta Badia kein Österreicher im Endklassement aufschien.

Khoroshilov hat den Durchblick

Im dichten Schneetreiben fuhr Khoroshilov vor sensationeller Kulisse zu einer beachtlichen Halbzeitführung, hatte 0,79 Sekunden Vorsprung auf den Deutschen Felix Neureuther, 1,08 auf dessen Landsmann Fritz Dopfer und bereits 1,34 auf den viertplatzierten Hirscher.

Annähernd so viel Rückstand zur Halbzeit hatte Hirscher nicht seit dem Olympia-Slalom in Sotschi, damals war er allerdings nur Neunter und raste noch auf Patz zwei.

"Ich bin schlecht Ski gefahren"

In Schladming gelang dies allerdings nicht, der gesundheitlich angeschlagene Gesamtweltcup-Führende fiel im zweiten Lauf bei perfekten Bedingungen weit zurück.

"Ich bin schlecht Ski gefahren. Ich muss schauen, dass ich im Slalom zur Form finde. So mies war ich schon lange nicht mehr. Auf Eis geht alles super, aber wenn es Naturschnee gibt und nicht hundertprozentig knackig ist, tu' ich mir schwerer", sagte der Salzburger selbstkritisch, stellte in seiner derzeitigen Verfassung seinen Kombi-Start bei der WM in Frage und lobte den Premierensieger.

"Unglaublich, was der Alexander da heute gezeigt hat, das war eine echte Sensation."

Überlegener Khoroshilov

Khoroshilov gewann mit 1,44 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Stefano Gross, es folgten die Deutschen Neureuther (+1,51), Dopfer (1,70) und sensationell Linus Strasser (1,93).

Im Slalom-Weltcup hat Neureuther als Führender 66 Punkte Vorsprung auf Hirscher, im Gesamtweltcup führt Hirscher 180 Zähler vor dem Norweger Kjetil Jansrud.

"Ein Traum ist wahr geworden"

Familienvater Khoroshilov - seine Frau lebt mit der Tochter in der Nähe von Moskau - war zuvor erst einmal auf dem Podest, und zwar in dieser Saison als Dritter in Are.

"Ich bin überglücklich, da ist ein Traum wahr geworden. Ich hatte zwei starke Läufe und sehr viel Selbstvertrauen", meinte der Russe, der mit seinem slowenischen Trainer Jan Hladnik auf der Reiteralm trainiert und ein Schützling von Wolfgang Mitter ist, dem steirischen Alpin-Koordinator des russischen Verbandes.

Er sei nicht nervös gewesen vor dem zweiten Lauf. "Jetzt kann ich schnell fahren, bin locker drauf."

Neureuther ist beeindruckt

Auch Neureuther freute sich mit Khoroshilov. "Es taugt mir, dass er heute gewonnen hat. Das hat Eindruck hinterlassen. Wenn ich da mein erstes Weltcuprennen mit so einem Vorsprung in Schladming gewonnen hätte, wäre ich nackt durch den Zielraum gelaufen", meinte der Bayer.

Neureuther selbst könne "jetzt schon mit breiter Brust zur WM fahren". Es ist der erste offizielle Herren-Weltcup-Sieg für Russland. Der Russe Alexander Schirow hatte zuletzt am 28. März 1981 in Laax den Riesentorlauf gewonnen, aber für die Sowjetunion.

"Baue immer wieder Fehler ein"

Mario Matt landete auf Rang 19, Benjamin Raich auf dem 25. Platz.

"Logisch habe ich mir mehr vorgenommen, das hat überhaupt nicht hingehaut heute. Das müssen wir abhaken und weitermachen", meinte der Flirscher Matt.

"Das Hauptproblem ist, dass ich immer wieder Fehler einbaue. Der Speed wäre nicht so schlecht, aber ich bringe halt keinen Lauf ohne Fehler runter, dann reicht es natürlich für nichts", sagte der Pitztaler Raich.

Der Salzburger Reinfried Herbst wurde nach Torfehler disqualifiziert, mit 3,82 Sekunden Rückstand hätte er es aber nicht in die Entscheidung geschafft. Der Salzburger nimmt als Saisonbestleistungen einen 13. Platz von Wengen und einen 15. von Adelboden mit zu den Weltmeisterschaften.

Keine Empfehlung für 5. WM-Ticket

Das fünfte ÖSV-Slalom-WM-Ticket dürfte an Michael Matt gehen, der mit 3,89 Rückstand zwar wie Marco Schwarz (4,24) nicht in die Entscheidung kam, aber mit einer Laufbestzeit in Wegen und Gesamtrang 16 aufgezeigt hatte.

Der ÖSV will den Startplatz in Beaver Creek unbedingt wahrnehmen."Die Entscheidung liegt ganz bei den Trainern. Ich habe oben zwei, drei Fehler gemacht, bin zu verhalten gefahren", sagte der Kärntner Schwarz. Christian Hirschbühl schied aus.

Die offizielle Teamnominierung durch den Österreichischen Skiverband (ÖSV) erfolgt am Dienstag. Es sieht danach aus, dass zehn Damen und fünfzehn Herren entsendet werden.

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